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Identifikation von Hochbegabung

Bei der Identifikation von Hochbegabung ergibt sich zunächst ein Problem, das aus der fehlenden präzisen Definition von Hochbegabung resultiert. Ohne eine exakte theoretische und operationale Definition können keine verbindlichen Strategien und Verfahren zur Identifikation entwickelt werden. Ein allgemein verbindliches Identifikationsverfahren existiert also nicht. Heinbokel beschreibt die Situation folgendermaßen: "Es gibt eine ganze Reihe mehr oder weniger objektiver Verfahren, hochbegabte Kinder zu identifizieren: eines ist ihnen jedoch allen gemeinsam: es gibt keines, das in der Lage wäre, alle hochbegabten Kinder ohne jeden Zweifel zu erkennen" (Heinbokel, 1996). Entsprechend der Ansicht, daß das Phänomen Hochbegabung vielschichtig und komplex ist, werden in der Literatur auch zur Identifikation von Hochbegabung die verschiedensten Verfahrensweisen vorgestellt. Ein Vergleich der Verfahren macht schnell deutlich, daß die einzelnen Verfahren häufig nur einen bestimmten Teilaspekt von Begabung messen können. Hieraus resultiert die Gefahr, daß einzelne Aspekte einer eingesetzten Methode festlegen, was inhaltlich mit dem Begriff Hochbegabung gemeint ist. Kinder, die gerade dieses Merkmal nicht aufweisen, würden nicht als hochbegabt erkannt werden.

Für die Frage der angemessenen Diagnostik ist entscheidend, ob Persönlichkeits- und Umweltfaktoren als konstituierende Elemente von Hochbegabung oder als Voraussetzung für Hochbegabung gesehen werden. An dieser Stelle wird zunächst näher auf die Identifikation anhand eines Intelligenztests eingegangen, da dieser das wohl am weitesten verbreitete Verfahren zur Identifikation von Hochbegabung ist. Die Meinungen, wie geeignet der IQ-Test für die Identifiktion von Hochbegabten ist, gehen allerdings weit auseinander. Einige kritisieren generell den Einsatz von Intelligenztests zur Ermittlung von Hochbegabung, da ausschließlich intellektuelle Fähigkeiten erkannt werden können, andere Begabungen aber, wie z.B. musische, künstlerische und zunehmend auch soziale Begabungen keine Beachtung finden. Man ist sich heute einig, daß der Intelligenztest zwar eine relative Sicherheit bezüglich der Identifikation im Vergleich zu anderen Verfahrensweisen bietet, allerdings werden häufig auch Stimmen laut, die behaupten, daß ein IQ-Test nur annähernd feststellen kann, "in welchem Bereich der IQ ungefähr liegt" (Langeneder, 1997). Begründen kann man diese Meinung wohl damit, daß auch ein Intelligenztest nur eine sogenannte Momentaufnahme der Intelligenz eines Kindes darstellen kann. Die Testung wird von vielen inneren und äußeren Faktoren mitbestimmt: "Da ein Test eine Momentaufnahme ist, kann das Kind zur Testzeit indisponiert sein, äußere Einflüsse können sein Denkvermögen beeinträchtigen" (Hochbegabtenförderung, 2000). Einen sogenannten "Cut-off Score" (oder "Cutting-Score") festzulegen ist noch schwieriger. "Bei welcher Punktzahl die Schwelle zur Hochbegabung überschritten wird, hängt u.a. sehr stark von der subjektiven Meinung des Forschers ab" (Langeneder, 1997). Auch Cropley et al. sind der Meinung, daß um einen (willkürlich festgesetzten) Grenzwert ("Cut-off Score") ein Bereich der Unzuverlässigkeit und Ungenauigkeit liegt (vgl. ebd., 1988).

Heinbokel schreibt dazu: "...in der Praxis kann es keine Bedeutung haben, ob ein Kind mit 129 oder 131 Punkten 'noch nicht' oder 'schon' hochbegabt ist. Da die Punktzahl allein nichts darüber aussagt, wie sich die Intelligenz des Kindes zusammensetzt, und da in der Entwicklung daneben noch eine Reihe anderer Faktoren eine Rolle spielen (u.a. emotionale Stabilität, Motivation, Kreativität), darf sie auch nicht allein ausschlaggebend sein, ..." (ebd., 1997). Auch Meissner formuliert in diesem Zusammenhang: "Intelligenztests messen ein Bündel, aber durchaus nicht alle Seiten der Intelligenz" (ebd., 1991). Daß der Intelligenztest zwar das am weitesten verbreitete, am ehesten anerkannte, gleichzeitig aber auch das umstrittenste Verfahren zur Identifikation von Hochbegabung ist, begründen Cropley et al. damit, daß das Problem bereits damit beginnt, daß die Intelligenz eines Kindes als wesentliches Merkmal zum Aufspüren einer besonderen Begabung zugrundegelegt wird (vgl. ebd., 1988). "Nun ist jedoch der Terminus `Intelligenz´ weitaus weniger eindeutig definiert als gemeinhin zu vermuten wäre, so daß die Kategorisierung von Begabung auf dieser Basis nicht nur nicht eindeutig, sondern auch einseitig ausfällt" (ebd., 1988, S. 37). Trotz dieser Einwände und Kritikpunkte ist der Intelligenztest bis heute dennoch als eines der wichtigsten Verfahren zur Identifikation hochbegabter Kinder anerkannt (vgl. Heinbokel, 1996). Vorliegende Studien haben die "relative Brauchbarkeit des Intelligenzmaßes zur Identifikation von Hochbegabten erwiesen" (Feger, 1988). Langeneder vergleicht den Intelligenztest in bezug auf die Kriterien Reliabilität, Validität und Objektivität mit anderen Verfahrensweisen (vgl. ebd., 1997). Als andere Identifikationsverfahren werden in der deutschsprachigen Literatur vor allem Vorgehensweisen erwähnt, die auf schulischer Information (Schulnoten, Lehrernominierung, Wettbewerbe, etc.) bzw. auf der Fremdnominierung (Mitschülern, Eltern,etc.) basieren. Häufig findet man auch eine Unterscheidung nach objektiven und subjektiven Verfahren, es können allerdings an dieser Stelle nicht alle möglichen Verfahren und ihre Vor- und Nachteile erläutert werden. Langeneder kommt zu dem Ergebnis, daß der Intelligenztest trotz seiner vielen Ansatzpunkte für Kritik die sicherste Methode ist, um Hochbegabung letztendlich festzustellen (vgl. ebd., 1997).

Checklisten

An dieser Stelle sollen als Identifikationsmethoden noch die sogenannten Checklisten vorgestellt werden, mit denen zwar, genau wie mit dem IQ-Test, auch einige Gefahren und Probleme verbunden sind, die aber trotzdem sowohl für Lehrer als auch für Eltern eine große Hilfe darstellen. Aufgrund der Schwierigkeiten, Hochbegabung genau zu definieren und einzugrenzen, haben viele Wissenschaftler versucht, "typische" Persönlichkeitsmerkmale hochbegabter Kinder herauszustellen und in Checklisten zusammenzufassen. Die folgenden Merkmale, die hauptsächlich intellektuelle Begabung beschreiben sollen, müssen also kritisch betrachtet werden und können nur eine erste Hilfe zur Orientierung sein. Da Kinder auch noch viele Eigenschaften haben, die nicht unmittelbar mit ihrer Hochbegabung in Verbindung stehen, schließt das Nichtvorhandensein eines Merkmals noch lange nicht aus, daß nicht doch eine besondere Begabung in einem Bereich vorliegt, genauso wenig, wie das Vorhandensein all dieser Merkmale noch lange nicht automatisch bedeutet, daß eine Hochbegabung vorliegt. Rost sagt dazu: "Hochbegabte Kinder sind zunächst einmal Kinder, und dann erst sind sie hochbegabt. Sie stellen nicht eine so homogene Gruppe dar, wie es das Etikett vermuten läßt" (ebd., 1994).

Nach Urban sind ein schnelles Auffassungsvermögen, ein hohes Lerntempo, die Fähigkeit zu reflexivem und logischem Denken, hohe Konzentrationsfähigkeit und auch flüssiges Sprechen mit einem ungewöhnlich breiten Wortschatz kennzeichnend für einen Vorsprung in der kognitiven Entwicklung (vgl. Urban, 1996). In anderen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung (z.B. Emotionalität, Sozialverhalten, Psychomotorik) dagegen sind die Kinder ihrem Alter entsprechend entwickelt, wenn nicht sogar retardiert, worauf häufig die sogenannten Asynchronien in der Entwicklung zurückzuführen sind.

Problematisch ist laut Klement an solchen Listen allerdings, daß ihre Verfasser suggerieren, daß bei einer bestimmten Anzahl bzw. Kombination erkannter Eigenschaften das Kind als begabt zu diagnostizieren sei (vgl. ebd., 1993). Häufig sind diese Checklisten allerdings sehr beliebig zusammengestellt und verschiedene Bereiche der Begabung werden vermischt und nicht genügend voneinander getrennt (vgl. Rost, 1994). So äußert sich Langeneder folgendermaßen zu diesem Kritikpunkt: "Immer wieder findet man ähnliche Verhaltensmerkmale, ohne daß deren theoretische oder empirische Basis zum Vorschein kommt" (Langeneder, 1997). Feger kritisiert weiterhin, daß die Formulierungen dieser Checklisten häufig nicht sehr präzise sind, so daß es zu Unklarheiten kommen kann (vgl. ebd., 1988). Trotz der häufig zu allgemein gehaltenen Formulierungen sind sie dennoch bei Eltern und Lehrern als vorläufige Ratgeber äußerst beliebt.

Um hochbegabte Kinder überhaupt identifizieren zu können bzw. eine Auswahl von Kindern zu treffen, die möglicherweise für eine Identifikation in Frage kommen, muß man sich zunächst darüber informieren, welche für eine Hochbegabung typischen Eigenschaften diese Kinder aufzeigen können und welche Eigenschaften besonders häufig auftreten. Auf gar keinen Fall aber darf man in die Versuchung kommen, hochbegabte Kinder in ein festes Schema einordnen zu wollen und ihre Persönlichkeit auf einige herausstechende Merkmale zu beschränken. Hochbegabte Kinder sind genauso verschieden wie durchschnittlich begabte Kinder: auch hochbegabte Kinder weisen ganz individuelle Charakterzüge und Verhaltensweisen auf, die sich nicht alle anhand eines Merkmalskatalogs identifizieren lassen. Dennoch häufen sich einige Eigenschaften unter den als hochbegabt identifizierten Kindern, die bei durchschnittlich begabten bzw. weniger begabten Kindern weniger häufig bzw. selten auftreten. Natürlich treffen nicht alle Merkmale bei allen hochbegabten Kindern zu, wenn jedoch ein Verdacht besteht, sind die Checklisten für ein Screaning sicherlich als hilfreich zu betrachten, vorausgesetzt, der Einsatz dieser Listen bleibt kritisch. So sollte man sich immer ins Gedächtnis rufen, daß diese Merkmale sich nur unter dem Einfluß von positiven Umwelterfahrungen und positiven Sozialisationsbedingungen durchsetzen. Bezüglich der Persönlichkeitsfaktoren kommt wohl dem Aspekt Motivation besonders große Bedeutung zu. Sobald viele Merkmale bei einem Kind auffallen, sollte ein Intelligenztest zur genaueren Diagnose herangezogen werden. Generell hat sich in der Praxis die Kombination der beiden Verfahren, d.h. von Checklisten für die Vorauswahl und IQ-Tests für die endgültige Auswahl, bewährt.

Eine Liste über die als "typisch" anerkannten Merkmale hochbegabter Kinder bezüglich des Lernens und Denkens, der Arbeitshaltung und Interessen und des Sozialen Verhaltens befindet sich in der Broschüre vom Bundesministeriums (BMBF, 1999). Mit dem Ziel, möglichst viele Kinder zu identifizieren, wäre also zu fordern, daß eine Identifikation immer über die Verknüpfung von mehreren Verfahren miteinander "durchgeführt" werden sollte. Ergänzend zu Informationsquellen wie Checklisten, Schulnoten und Intelligenztests sollten auch die gezeigte Leitungsbereitschaft, Motivation und Kreativität in anderen Bereichen (z.B. Hobbies) in die Beurteilung mit einbezogen werden. Auch wenn für Klement die Checklisten als Identifikationsinstrumentarium versagen, da sie keine verbindliche Diagnose ermöglichen, so müßten sie allerdings dem "erkenntnisleitenden Interesse" (ebd., 1993) entgegenkommen.

Leider basieren häufig Entscheidungen, ein Kind auch im außerschulischen Bereich zu fördern, auf der Tatsache, daß es auch in schulischen Bereichen durch eine besonders hohe Begabung und besonders hohe Leistungen aufgefallen ist. Was aber ist dann mit all den besonders begabten Kindern, die zu sogenannten Leistungsversagern bzw. Underachievern geworden sind? Sie zeigen keine außergewöhnlichen Leistungen in der Schule und unterscheiden sich nicht von dem durchschnittlich begabten Kind, häufig werden sogar ihre schlechten Leistungen als Minderbegabung ausgelegt. Für die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Hochbegabtenidentifikation, die auf anderen Kriterien basiert, als auf der schulischen Leistung, spricht also die Tatsache, daß viele Hochbegabte im schulischen Bereich nicht oder zu spät erkannt werden. Nach Hany ist die Identifikation von Hochbegabung der erste Schritt zu einer Hochbegabtenförderung. Die Identifikation von Hochbegabung soll dazu beitragen, Probleme, die mit einer Nichterkennung zusammenhängen, zu verringern bzw. zu lösen (vgl. ebd., 1987). Frühzeitige Begabungsdiagnostik und entsprechende Förderung kann den Problemen, die teilweise aus den schulischen Gegebenheiten resultieren, entgegenwirken. So ist es verständlich, daß Stapf eine frühe Identifikation hochbegabter Kinder als hilfreich und günstig für deren Entwicklung beurteilt (vgl. ebd., 1990). Allerdings wird von anderen Autoren angemerkt, daß die verläßliche Identifikation um so schwieriger ist, je jünger die Kinder sind. So fordert Heinbokel, daß die Identifikation nicht nur so früh wie möglich einsetzen sollte, sondern vor allem auch systematisch und kontinuierlich erfolgen sollte, um Fehlentwicklungen zu vermeiden (vgl. ebd., 1996).

Christiane Ontrup

 

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