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Evas Suche nach dem Glück

Eva Hermanns Wunsch nach einer neuen Weiblichkeit treibt momentan alle Frauen auf die Barrikaden. Die ehemalige Fernsehansagerin fühlt sich indes missverstanden und aus dem Zusammenhang interpretiert. Grund genug für hoppsala, das Eva Prinzip einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

 

Die Problematik

Das Problem kennen wir alle: In dem Versuch, Privatleben, Kinder und Beruf unter einem Hut zu bringen, reiben sich viele Frauen auf. Laut Frau Hermann entscheiden sich neuerdings immer mehr Frauen grundsätzlich gegen Kinder, weil sie fürchten, dass Selbstverwirklichung und Familie nicht zusammenpassen.

Als fataler Irrtum werden vor allen die Emanzipation und der Wunsch nach Selbstverwirklichung angeprangert. Dank Alice Schwarzer klagen wir dauernd unsere Wünsche und Bedürfnisse ein und werden zu streitbaren Zicken. Als Beweis werden ichbezogene Karrierefrauen vorgestellt, die von Wellnessurlaub zur nächsten Reise hetzen, um die innere Leere in sich zu übertünchen. Wer Kinder hat, gibt diese sofort in Krippen ab, um sich wieder in das Berufsleben stürzen zu können. Die abgeschobenen Kinder verkümmern inzwischen seelisch.

Dank den Schriften von Alice Schwarzer und Simone de Beauvoir stehen sich die Geschlechter unversöhnlich gegenüber. Der Mann wird von der Frau umerzogen und kann sich nicht mehr männlich gerecht entfalten. Als Folge bleibt dem armen Teufel nichts anderes übrig, als sich eine neue Frau zu suchen, die seine Wünsche teilt? 

 

Unsere Gegenwart ein Trümmerhaufen

Über 270 Seiten lang werden im „Eva Prinzip für eine neue Weiblichkeit“
von allen dargestellten Situationen nur die negativen Seiten aufgedeckt. Dazu passend werden Experten zitiert, die diese Meinung teilen. Das ist vergleichbar, als würde jemand die These aufstellen, die Deutschen sind alle gläubig, weil es hier so viele Kirchen gibt. Es ist diese blauäugige Milchmädchenrechnung, die das Buch als ganz schwer verdauliche Kost präsentiert. Dabei wird gezielt mit Ängsten der Mütter gespielt, wenn erzählt wird, wie sehr ein Kind unter dem Aufenthalt in einer Krippe leidet. Da wird aus Einzelfällen eine Regel gemacht, die so einfach nicht stimmt.

Auch schleichen sich merkwürdige Ungereimtheiten ein. Zum einen haben wir Frauen offensichtlich nichts anderes im Sinn, als uns zu verwirklichen. Kinder passen nicht in dieses Leben. Auf der anderen Seite verspüren wir aber auch diesen Wunsch nach Kindern, die allerdings unser Partner nicht teilt. Laut Frau Hermann verhüten Millionen Frauen und leiden, auf Wunsch ihrer Männer. Ja, was denn nun?

 

Das Eva Prinzip

Das Buch scheint eine ermüdende und humorlose Innenansicht einer Frau zu sein, die mit sich und der Welt unzufrieden ist. Als Therapie muss es für alles was schief läuft Schuldige geben. In diesem Fall steht die Emanzipation vor Gericht, die Frauen in ein falsches Frauenverständnis gedrängt hat. Die Lösung ist die Rückkehr zur neuen Weiblichkeit, in der die Familie wieder einen zentralen Platz erhält. Familiäre Bindungen sind wichtiger als materielle Wünsche. Dem Eva Prinzip widmet das Buch zwei Seiten. Und lässt praktisch alle Fragen offen: Wo finde ich einen Mann, mit dem ich mehrere Kinder haben kann, ohne von der Sozialhilfe leben zu müssen. Wovon lebe ich als Rentnerin, wenn ich keine Beiträge eingezahlt habe. Was mache ich nach zehn oder mehr Jahren Berufspause, wenn die Kinder mich nicht mehr brauchen.

 

Die Freiheit auf das persönliche Paradies

Eva Hermann stellt in ihrem Buch einige interessante Fragen. Leider gehen alle guten Ansätze völlig in einer Weltanschauung unter, die eine normale Frau nicht kennt. Eine allein erziehende Mutter mit wenig Einkommen kennt nur die Pflicht. Für Selbstverwirklichung bleibt kein Cent übrig. Und immer mehr Familien können es sich nicht mehr leisten, wenn nur einer verdienen geht. Dabei geht es schon lange nicht mehr um übertriebenen Luxus. Und selbst wenn, wir leben in einem reichen Industrieland, es ist utopisch, von uns zu verlangen, auf alle unsere Errungenschaften zu verzichten und wie in der Steinzeit zu leben.

Eva Herman malt ein negatives Frauenbild, das nur auf einen geringen Bruchteil der Frauen zutrifft. Der Rest hat, ganz ehrlich gesagt, ganz andere Sorgen. Und so erstrebenswert eine Rückbesinnung auf die Werte der Familie auch klingen mag, das Leben ist viel zu komplex und vielschichtig geworden, als das sich auf diese Weise die Probleme unserer Zeit lösen lassen. Es ist naiv zu glauben, wenn Frauen sich verändern, käme der Stein ins Rollen. Die Männer sind glücklich und zufrieden, die Kinder sind glücklich und zufrieden, die Gesellschaft ist glücklich und zufrieden. Eva versucht den Apfel vom Baum der Erkenntnis zurück zu geben, aber dieses Paradies haben wir in diesem Leben für immer verloren. Also stellen wir uns den Problemen jeder auf die Weise, die unseren Charakter und unseren Werten entsprechen. (af)

 

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