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Elternabend!

Der erste Elternabend! Der Abend an dem endlich Klarheit und Klartext verkündet und gesprochen werden soll.

Wochenlang haben wir uns im Tal der Spekulationen befunden.

Psst, wir sprechen über die zukünftige Klassenlehrerin von Merle.

Psst, nur damit es auch jeder weiß, dass ist bis zum letzten Moment ein strenggeheimes Supergeheimnis der Schulleiterin.

Selbst die zukünftigen Klassenlehrerinnen erfahren es erst in der allerletzten Minute.

Und nun endlich ist es soweit. Zusammen mit geschätzten achtzig anderen nervös dreinblickenden Eltern, habe ich mich auf die schmalen Holzbänke, die in der Schulaula extra zu diesem Zwecke aufgestellt wurden, gequetscht. Die Schulleiterin begrüßt uns, die Spannung steigt. Ich schaue mich um. Entdecke hier und da ein bekanntes Gesicht. Nicke freundlich nach links und nicht weniger freundlich nach rechts. Versuche cool und gelassen zu bleiben. Doch in meinem Hirn überschlagen sich die Gedanken. Neben der Schulleiterin stehen drei Lehrerinnen. Haarscharf kombiniere ich warum diese drei motiviert dreinblickenden Damen dort oben stehen. Es besteht kein Zweifel; eine von denen da oben wird es werden.

Die nächsten vier Jahre werde ich einen dieser Namen jeden Tag zu hören bekommen.

„Frau X hat gesagt....“, oder „Frau Y meint aber...“ und manchmal auch „Frau Z ist so fies...“

Ich schicke ein schnelles Stoßgebet in Richtung Himmel. Bitte, lass es nicht die Wackerwahn werden.

Die hat schon meinem Sohn, in seinen ersten zwei Schuljahren, jede Lust und Motivation am Lernen geraubt. Zum Glück hat er dann in der dritten Klasse eine andere Lehrerin bekommen. Doch die steht leider nicht zur Wahl.
Die Schulleiterin verteilt die Klassenlisten an die drei Lehrerinnen.

Die erste Dame – leider nicht Frau Wackerwahn, dann hätte das bange Warten wenigstens ein schnelles Ende - beginnt die zukünftigen Schüler und Schülerinnen der 1a vom Zettel laut abzulesen.

Frau Schnickschnack scheint eine beliebte Lehrerin zu sein, denn die zu den Namen verkündeten dazugehörigen Eltern, brechen in wahre Jubelschreie aus.

Am Ende meiner Bank entdecke ich sogar zwei Mütter die sich glücklich in den Armen liegen.

Als die Liste zu Ende gelesen ist, sitze ich immer noch auf der schmalen Holzbank, während 26 strahlende Eltern hinter Frau Schnickschnack fröhlich im zukünftigen Klassenzimmer der 1a verschwinden.

Nun kommt Frau Käsebier an die Reihe. Ich habe mir schnell von meiner Nachbarin zu links anvertrauen lassen, dass sie wohl das kleinere Übel im Vergleich zu Frau Wackerwahn sein soll. Also drücke ich die Daumen, bis meine Fingerkuppen ganz weiß sind.

Es nützt nichts. Auch diese Liste ist leer gelesen und ich sitze noch immer auf der Bank. Vorsichtig schaue ich mich unter den Zurückgeblieben um. Auf ihren Gesichtern erkenne ich die gleiche Verzweifelung und Ratlosigkeit die sich gerade in mir breit macht.

Die Wackerwahn beginnt vorzulesen – schon diese Stimme lässt mich innerlich zusammen zucken.

Warum liest die eigentlich die Namen noch vor? Es ist doch alles klar.

Jede oder Jeder der noch immer hier auf diesen harten Holzbänken hockt, weiß doch ganz genau, dass wir gerade den absoluten Hauptgewinn gezogen haben.

Sie liest und liest und liest und dann hat sie alle Namen vorgelesen und ich sitze immer noch auf der Bank. Mensch, ist das hier die versteckte Kamera oder was? Langsam komme ich mir etwas veralbert vor. Ich schaue mich wieder um. Außer mir sitzt wahrhaftig niemand mehr auf den Bänken. Was ist hier los?

„Und was ist mir mir?“, will ich völlig verunsichert von der Schulleiterin erfahren.

Sie schaut mich verwundert an. „Frau Szillat, nein, Sie brauchten doch heute noch nicht zu kommen. Merle hat doch erst im Juli die Schuluntersuchung. Und solange wir nicht wissen, ob sie eingeschult werden kann, teilen wir sie auch noch keiner Klasse zu.“

Ist doch Logisch! Oder nicht?

Ich freue mich schon auf den nächsten Elternabend.


Eure Antje

 

Foto: pixelio.de

 

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