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Mama, ist er jetzt ein Engel?

Ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt als sein Kind zu verlieren. Wenn man hilflos mit ansehen muss, wie ein so kleiner Mensch, der doch eigentlich erst am Anfang seines Lebensweges steht, gehen muss. Im Falle einer Krankheit vielleicht auch gehen darf?
Dieser Junge, von dem ich spreche hatte den Namen eines Siegers. Er hieß Viktor.

Viktor litt an einem Gehirntumor - das wusste man schon lange. Wir wussten auch alle, dass er wohl sterben würde, aber keiner hat geahnt, dass es so schnell gehen könnte und jeder hat gehofft, dass es doch noch Rettung geben wird. Ein Spiel mit der Zeit. Die Lebenden haben verloren.
Erst vor kurzem wäre er acht geworden.

Wir kennen diesen Jungen und seine Familie seit ein paar Jahren. Er lief bestenfalls auf Krücken, meistens mit einem so genannten Rollator, einen Helm auf dem Kopf zum Schutz beim Fallen. Im ersten Moment ein seltsamer Anblick. Ungewohnt. Vewirrend. Man verkrampft.

Doch sobald ich dem kleinen Kerl das erste Mal in die Augen gesehen habe, war das wie weggeblasen. Sie waren hellblau, groß und dermaßen verschmitzt, dass man einfach immer lachen musste, wenn er einen ansah. Ich habe noch nie einen so fröhlichen und tapferen Menschen kennengelernt wie diesen Jungen. Und es hat mich immer wieder verblüfft, wie natürlich all die anderen Kinder mit ihm umgehen - er war so, wie er war und so war es gut. Alle mochten ihn und jeder liebte sein Lachen - das mich immer ein bisschen an den kleinen Prinzen erinnert hat.
Ich denke, wir können so viel von unseren Kindern lernen. Auch ihr Umgang mit dem Tod ist viel natürlicher als unserer. Wir haben viel geweint, alle hier. Die Kinder wollten wissen, wo der kleine Sonnenschein jetzt ist, ob er als Engel direkt neben Gott sitzt, vielleicht sogar der Lehrling von Gott ist, da er doch so jung schon gehen musste. Ob er da oben auch so fröhlich lachen kann, ob er unser kurz vorher gestorbenes Kaninchen wiedertrifft und ob ihm denn jetzt noch was wehtut?

Sie glauben an das, was man selbst so gerne glauben möchte, sind überzeugt, dass es ihm gut geht und dass sie ihn wiedersehen - irgendwann. Und bis dahin genießen sie das Leben. Auch seine Geschwister - sie lachen weiter, möchten auf die Kirchweih, zanken sich wie eh und je - genau so als wäre das Leben unendlich. Ich versuche, von all diesen Kindern zu lernen. Aber es fällt mir schwer. Als Erwachsener ist man sich nicht nur der Endlichkeit des Lebens so bewusst, man kann auch - ein bisschen - den Schmerz nachempfinden, den die beiden Menschen fühlen, die ihr Kind verloren haben. Ich werde den Anblick der Eltern auf der Beerdigung ihres Sohnes niemals vergessen.

Ich habe mir so fest vorgenommen, von nun an jeden Moment mit meinen Kindern zu genießen. Aber das geht nicht. Der Alltag holt einen immer wieder ein. Stress in der Arbeit, Streit mit dem Partner, Unstimmigkeiten im Umkreis, Kinder, die nach der 100sten Aufforderung immer noch keine Anstalten machen, ins Bett zu gehen und die dann am nächsten Morgen unausgeschlafen und schlecht gelaunt sind. Genau wie ich. Und schon wieder wird geschimpft und schon wieder sind alle Vorsätze dahin....
Doch zum Glück gibt es für uns ein Morgen. Und ich werde es erneut versuchen und ich hoffe, dass dieser kleine Junge, der jetzt von seinem Leiden erlöst ist, mir - wie schon so oft - wieder dabei hilft, die Dinge im richtigen Verhältnis zu sehen. Zu lernen, wirklich Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Nachts, wenn ich in die Sterne schaue und über vieles nachdenke, habe ich ihn ein paar Mal schon lachen hören. Ich habe dann geweint, aber ein bisschen musste ich auch mitlachen....

 

Simone Blaß

Foto: Paul-Georg Meister, pixelio.de

 

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