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Wie viel Frust verträgt ein Kind?

Dem Sieger die Beute, dem Verlierer Enttäuschung. Niemand verliert gerne. Besonders ungern verlieren Kinder. So kann der familiäre Gesellschaftsspieleabend schon einmal unvermittelt mit Tobsuchtsanfällen und Wutausbrüchen auf Seite der Jüngsten enden.

Sollte man zur Vermeidung seine Kindergewinnen lassen oder ist das genau der falsche Weg?

Der Erste zu sein oder ein Spiel zu gewinnen, bedeutet im Mittelpunkt zu stehen. Für einen kurzen oder auch längeren Moment gilt einem Sieger die Aufmerksamkeit aller Mitspieler. Dieses Gefühl gefällt jedem von uns, auch Erwachsenen. Niemand, auf deranderen Seite, verliert gerne. Es ist gar nicht so leicht, sich als Verlierer zu fühlen. DieseEmotionen müssen Kinder aushalten können.


Kindern fällt es leichter, verlieren zu lernen, wenn sie ein positives Selbstwertgefühl haben

Statt über die Wutanfälle der schlechten Verlierer zuschimpfen, versucht mit unseren Tipps das Selbstwertgefühl eures Kindes zu stärken. Dann kann es auch einmal gelassen eine Niederlage wegstecken – oder zumindest das Spiel zu Ende spielen.

Gesellschaftsspiele haben in vielen Fällen einen integralen Faktor. Das Verlieren.Natürlich finden sich auch Spiele, in denen alle Spieler am Tisch gemeinschaftlich amselben Strang ziehen, doch diese sind entweder sehr pädagogischer Natur und bereitennicht jedem Spaß oder richten sich eher an erwachsene Spieler, da sie einevergleichsweise komplexe Note durch den Ablauf eines Zeitschema oder ähnlichergegnerischer Komponenten haben. Das Verlieren und Gewinnen bei Brettspielen alsHauptspielantrieb macht Gesellschaftsspiele allerdings für Kinder schnell zu einerfrustrierenden Angelegenheit. Kinder haben, im Vergleich zu den meisten Erwachsenen,eine relativ geringe Frust- und Wutschwelle. Wenn „das Maß voll ist“ äußert sich dieser Umstand eben in den Eingangs erwähnten Wutausbrüchen. Und das Maß füllt sich rapide, wenn man als Kind Runde um Runde bei Tutti-Frutti zu spät auf die Klingel haut, bei Mensch-ärgere-dich-nicht rausgeworfen wird oder mitansehen muss, wie beim Monopoly das Geld immer nur in den Taschen der Eltern und Geschwister landet. Frustration wiederum führt irgendwann zu Resignation. Kinder, die immer nur verlieren,verlieren auch den Spaß an einem bestimmten Spiel und werden sich in Zukunft nurschwer davon überzeugen lassen dieses auch zu spielen.


Brettspiele als Beispiel für ein Zusammenleben und Zusammenarbeiten

Hier allerdings anzunehmen, dass Regelbiegungen offensichtlicher Natur ein wirklichlangfristig sinnvolles Unterfangen darstellen, geht gewaltig fehl. Das Einhalten von Spielregeln am Spieltisch mit Freunden und Familie isteine Art „Gesellschaftsvertrag“ und dient als Beispiel für das Leben abseits des Spieltisches. Kinder lernen durch Brettspiele relativ schnell, dass es Regeln gibt, andie man sich für einen fairen Ablauf halten sollte und die zum Schutz von allenBeteiligten dienen. Zusätzlich lernen Kinder durch Brettspiele mit Freude und Frust, mit Erfolg und Misserfolg umzugehen. Nicht nur bei sich selber, sondern eben auch bei ihrenMitspielern. Durch Gesellschaftsspiele ist es möglich spielerisch eine weitere, sehrwichtige Lektion zu lernen, nämlich bei der Sache zu bleiben und nicht mitten im Spiel einfach vom Tisch aufzustehen, weil man zum Beispiel schon wieder verliert oder auf einmal keine Lust mehr hat und die Konzentration schwindet. Insbesondere für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ist es wichtig, verlieren zu lernen und dasUmgehen damit, da es ihnen im Kindergarten oder der Vorschule auch nichtmöglich sein wird einfach auf ihr Zimmer zu gehen wenn sie mal verlieren. Tröstende Mütter sind ebenfalls außerhalb der elterlichen Wohnung nicht immer zu finden. Macht eurem Kind also klar, dass ihr es auch liebt, wenn es mal verliert. Dadurch stärkt ihr die Selbstsicherheit eures Kindes und zeigen ihm, dass ihr es, sowohl als "Gewinner" oder "Verlierer" gleich doll liebhabt.

Der Umgang mit Enttäuschung und eine angemessene Reaktion auf diese andauernde Misserfolge wirken sich allerdings auch alles andere als positiv auf die Psyche eines Kindes aus. Wenn der Frust Überhand nimmt und auf Seiten des Kindes sich in Form einer Verweigerungshaltung gegenüber von Gesellschaftsspielen äußert, ist weder Eltern, Kind noch Geschwistern geholfen. Dem Kind nicht, da es ununterbrochen unterliegt, den Eltern nicht, da der Spielabend ständig im tränenreichen Chaos endet und den Geschwistern nicht, da „ihr Spiel“ schon wieder nicht gespielt wird. In derartigen Situationen ist es nicht ganz einfach, auf enttäuschte Kinder einzugehen. Im einen Augenblick will es noch die ganze Weltverfluchen und alle sind blöd und doof und sowieso Schuld - und im nächsten will esgetröstet werden. Hierbei ist es wichtig mit dem Kind zu besprechen, dass Gewinnen und auch Verlieren zum Spielen wie auch zum Leben dazugehören und dass es nicht schlimm ist, denn jeder verliert mal.

Häufig erscheint ein plötzliches Biegen oder gar Brechen von Spielregeln ein einfacher Ausweg zu sein. Allerdings führt dies bei einem Kind amTisch zu einer verzehrten Wahrnehmung des Spieles, wenn die Eltern ständig Regeln zu seinen Gunsten auslegen, bei mehreren Kindern am Tisch verlagert sich die Frustration auf Seite der Kinder, die durch die Regelmanipulation benachteiligt werden. Auf der anderen Seite macht es durchaus Sinn Regeln an die kindlichen Spieler am Tisch anzupassen. Geht dafür vor Spielbeginn mit den kleinen Mitspielern die Regeln genau durch und stimmt darüber ab, welche Regeln wie gehandhabt werden sollen und welche völlig wegfallen sollen. Die Kinder lernen so sich mit dem Spiel auseinander zu setzen und fühlen sich den erwachsenen Spielern durch die Abstimmung gleichgesetzt.


Eine Chance für Kinder

Kinder haben besonders viel Freude an Spielen, bei denen sie offensichtlich ihren älterenMitspielern haushoch überlegen sind. Ein hervorragendes Beispiel für so ein Spiel ist dasklassische Memory. Jedes Kind freut sich ungemein, wenn die Mama oder der Papa auchnach längerer Bedenkzeit zum fünften Mal noch immer zu der falschen Karte greift,während sich vor ihnen die gesammelten Pärchen in die Höhe stapeln. Spiele wie Memory sind wichtig um die Motivation von Kindern zu steigern und vergangenePechsträhnen zu vergessen. Bei einem Spiele-Nachmittag sollte euer Kind auf jeden Falldie Gelegenheit bekommen das ein oder andere Spiel zu gewinnen - ob mit kleiner Hilfevon Mama und Papa oder ohne. Bei mehreren Kindern am Spieltisch solltet ihr solche Siegesmomente gut verteilen, so dass jedes der heranwachsenden Familienmitgliedersich als Sieger fühlen kann, ohne den Eindruck zu gewinnen nur aus Rücksichtnahme zugewinnen. Eine gute Auswahl an Gesellschaftspielen für Kinder findet ihr z.B. inspeziellen Shops, wie den Filialen von Spiele Max und Online-Portalen wie Gesellschaftsspiele.de.



Wichtige Punkte zusammengefasst:


  • Verlieren ja, aber auch Ärger hilft

    Wut über die Niederlage ist völlig normal. Verlangt deshalb nicht von eurem Kind, diesen Ärger zu unterdrücken. Erziehung bedeutet nicht, euer Kind zu ändern. Stattdessen geht es darum, euer Kind zu motivieren, den Ärger über die Niederlage auszuhalten und zu verarbeiten. Akzeptiert die Emotionen eures Kindes und schimpft nicht daüber. Erklärt eurem Kind, dass ihr seinen Ärger versteht. Schimpft doch einfach gemeinsam die Spielfiguren aus. Darf euer Kind seinen Frust herauslassen, wird es sich schnell wieder beruhigen. Versucht ihr stattdessen, euer Kind zu beschwichtigen, fühlt es sich missverstanden und ist noch enttäuschter.


  • Durch Niederlagen lernen heißt auch verlieren lernen

    Da wir Eltern mit unseren Sprösslingen leiden, ist die Versuchung während eines Spielesgroß, die Kinder einfach gewinnen zu lassen. Aber das ist nicht die richtige Lösung. Streit und Enttäuschungen gehören zum Leben dazu. Das ist kein Drama für Kinder, sie müssen nur lernen, mit ihren Emotionen umzugehen. Dadurch entwickeln Kinder ihre Sozialkompetenz und lernen miteinander umzugehen. Dabei ist es wichtig, dass Kinder Spiele spielen, die ihrem Alter entsprechen. Es muss eine reelle Chance haben, dass Spiel aus eigener Kraft gewinnen zu können.


  • Spannung und Spielspaß helfen gegen Frust durch Niederlagen

    Wenn euer Kind in einer Trotzphase steckt, wird aus jeder Niederlage oft eine Tragödie. Vermeidet in dieser Zeit Spiele, die den Frust nur noch schüren. “Mensch-ärgere-dich” oder “Monopoly” erhöhen bei Verlierern beträchtlich die Aggressionen. Wählt Spiele, in denen alle miteinander spielen, zum Beispiel “Obstgarten” von Haba. Hier kämpfen alle Spieler gemeinsam gegen einen diebischen Raben. Auch ein hoher Spielspaß lenkt vom Gewinnen wollen ab, zum Beispiel bei “Kayanak” von Haba. Mit einer Magnet-Angel geht’s zum Eisfischen. Das macht den Kindern so vielSpaß, dass es sie meistens gar nicht interessiert, wer mehr Kugeln geangelt hat.


  • Spielregeln als gemeinschaftlicher Vertrag

    Haltet euch nicht pedantisch an den Regeln eines Spieles fest. Lockert dieRegeln ruhig bei jüngeren Kindern.
    Am besten überlegen sich alle gemeinsam,welche Regeln gelten sollen. Ein Spiel macht auch ohne aggressives Herauswerfen des Gegners Spaß. Manchmal entschärft sich auch ein Spiel, wenn Spieler ein Team bildenund sich gegenseitig unterstützen. Gemeinsam verlieren ist längst nicht so hart.


  • Nicht immer ist es sinnvoll ein Spiel zu spielen

    Achtet darauf, wann ihr mit euren Kindern Spiele spielt. Obwohl Freizeitvergnügen, verlangen Spiele von Kindern ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit. Sind die Kinder müde und erschöpft, können sie die Anspannung beim Spielen nicht gut verkraften. Dann wird jedes kleine Missgeschick beim Würfeln sofort zu einem Drama. Das ist verständlich, denn die Kinder investieren viel Zeit und Einsatz in das Spiel. Wird es verloren, fühlen sie sich um ihren Lohn betrogen. Ist euer Kind von der Schule erschöpft, solltet ihr lieber ein Buch vorlesen.


  • Auch mit der Wut und dem Frust Ihres Kindes müssen Sie umgehen lernen

    Reagiert auf Wutanfälle gelassen und wartet einige Minuten, bis sich euer Kind wieder beruhigt hat. Sprecht anschließend mit dem Kind über seine Gefühle. Überlegt gemeinsam, wie sich in Zukunft diese Anfälle vermeiden lassen. Vielleicht hilft es, für kurze Zeit das Spiel zu unterbrechen, in ein Kissen zuboxen oder im Kinderzimmer laut den Ärger herauszuschreien.Beim nächsten Spiel wird die Strategie eingesetzt, wenn sich wieder Ärger anbahnt. Übrigens können sich auch die Eltern eine Strategie überlegen, wie der Ärger auf eine Niederlage verarbeitet werden kann. Vielleicht schimpft ihr mit dem Würfel, wenn wiedereinmal nicht die passende Zahl kommt.


  • Verlieren können spricht für ein ausgewogenes Selbstwertgefühl

    Wer ein ausgewogenes Selbstwertgefühl besitzt, braucht nicht unbedingt die Anerkennung für den Sieg.
    Zeigt eurem Kind deshalb, wie sehr ihr es liebt und stärkt sein Selbstbewusstsein mit viel Lob. Gerade beim Spiele spielen erweisen sich gelegentlich Spielzüge als taktisch ungeschickt. Das merkt euer Kind ganz alleine, weist es nicht extra darauf hin. Leider wissen die meisten Menschen immer sehr genau, welche Fähigkeiten ihnen fehlen. Sorgt dafür, dass euer Kind dagegen sehr genau seine positiven Eigenschaften kennt.


Foto: istockphoto.com © Alina555

 

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