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Erziehung ist kein Kinderspiel

Starke Kinder brauchen starke Eltern

Das Erziehung kein Kinderspiel ist, werden die meisten Eltern bereits festgestellt haben. Wer kennt das nicht: Der Nachwuchs fängt bei einem Einkauf im Supermarkt plötzlich an zu krakelen: "Papa, ich will jetzt ein Eis, sofort!" Auf die Antwort, "Nein, es gibt jetzt kein Eis", bekommt man ein "Du bist blöd, ich will aber eins" oder ähnliches zu hören.

Ein solches Schauspiel - im Supermarkt oder wo auch immer - hat schnell ein großes Publikum, das die Situation interessiert beäugt. Unter diesem Druck fällt es vielen Eltern oftmals schwer, konsequent zu bleiben.

Doch gerade das sei wichtig, so die Meinung vieler Experten. "Eltern haben das Recht und auch die Pflicht, streng zu sein", so die Meinung des Kinderpsychologen Wolfgang Bermann aus Hannover. In seinem altbewährten Ratgeber "gute Autorität" geht Bermann auf die Grundsätze einer zeitgemäßen Erziehung ein. Nach seiner Ansicht brauchen Kinder nicht mehr Grenzen, sondern Führung, Verlässlichkeit und liebevolle Fürsorge. Und genau das versteht Bergmann unter Autorität.


Zurück zum Szenarium im Supermarkt:

Autoritäres Verhalten nach Bergmann wäre keinesfalls ein großes Gebrülle, womöglich verbunden mit Drohungen oder sogar Schlägen - diese Zeiten sind (hoffentlich) ein für alle mal vorbei. Auch ständiges Nachgeben, wie es ängstliche und angepasste Eltern häufig tun, schafft Kindern nur eine kurzzeitige Befriedigung. Vielmehr ist es wichtig, dass die Kinder Sie und ihr Wort respektieren, so wie auch Sie ihren Nachwuchs respektieren sollten.

Diese "Elternkompetenz", auf die wir uns laut Experten wieder verstärkt besinnen sollen, erreichen wir nicht als "Freund" oder "Trainer" unserer Kinder. Diese brauchen ein Umfeld, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Und ein solches Umfeld kann nicht mit eindeutigen Spielregeln, gegenseitigem Respekt und ganz viel Liebe erreicht werden.


Und wie genau soll ich mich jetzt bei einer solchen Szene verhalten?

Ein allgemeingültige Handlungsanweisung kann Ihnen da keiner geben. Ein Kind, das bislang gewohnt war, zu bekommen was es will, wäre wahrscheinlich mit einem konsequentem "Nein" oder einer weiteren Option "heute gibt es kein Eis, aber am Wochenende können wir gerne mal wieder ins Eiskaffee" zufrieden. Dennoch: bleiben Sie konsequent und ertragen das Gejammer mal eine Weile.


Nachgiebige Eltern

Jeder von uns hat seinen Kinder auf langes Quängeln hin schon mal den Fernseher angemacht, eine Kleinigkeit im Supermarkt gekauft oder einen Bonbon gegeben. Es ist auch richtig, hin und wieder den Wünschen der Kinder nachzugehen, nur sollte es nicht aus Bequemlichkeit geschehen bzw. zur Gewohnheit werden. Klar, es ist der einfache Weg, den Wünschen nachzugeben, statt konsequent zu bleiben und einer Konfrontation gegen über zu stehen.


Noch ein Szene:

Neulich besuchte mich eine Bekannten mit ihrer Tochter. Meine beiden Söhne und ich freuten uns auf den Besuch.

Ich hatte mich auf einen gemütlichen Nachmittag eingestellt und freute mich darauf, mal wieder ein paar Worte mit der Bekannten zu wechseln. Aber es sollte anders kommen. Die vierjährige Tochter meiner Bekannten machte zum einen keinen Schritt ohne die Mutter. Beim Kaffeetrinken blieb sie die ganze Zeit bei uns sitzen, so dass wir uns nach einer Weile entschlossen, auf einen Spielplatz zu gehen.

Aber dort wurde es nicht besser. Wir saßen auf einer Bank direkt vor dem Sandkasten, aber Jenny wollte die Mama unbedingt im Sandkasten sitzen haben. Also quengelte sie. Auch Versuche wie: "Ach Liebes, wir sitzen doch hier vorne", halfen nichts und die "liebe" Tochter quengelte weiter und weiter, solange, bis Ela nachgab. (Das dauerte übrigens nicht sehr lange)

Das Verhalten an sich hat mich schon sehr stutzig gemacht. Richtig erschreckend fand ich dann aber die Reaktion der kleinen Jenny, als sie ihren Willen nicht bekam, da mein jüngster Sohn ihr bei etwas zuvor kam. Das Mädchen fing an zu schreien und versetzte dem wesentlich kleineren Jungen einen so heftigen Tritt in den Allerwertesten, dass es nicht mehr schön war (abgesehen davon, dass so etwas nie schön ist). Ela sah sie vorwurfsvoll an und sagte: "Aber Ela, so etwas macht man doch nicht." Die Tochter brüllte und schrie weiter und bewarf meine Kinder mit Sand.

Das war dann das Ende des Nachmittags.

Das hier die Autorität gänzlich fehlt, brauch nicht weiter zu erörtert werden.

"Moderne oder Gute Autorität ist verlässlich und dauerhaft, sie fördert die Bindung zwischen Eltern und Kindern und gewährt dem Nachwuchs Schutz.", so Bergmann.

Gute Autorität steht im krassem Gegensatz zu der viel proklamierten Formel "Kinder brauchen Grenzen". Kinder brauchen starke Eltern, die verlässlich und liebevoll sind. Dann werden sie selbst auch stark.

Und Starke Kinder sind weder rücksichtslos noch umtrieben und laut, jedenfalls nicht unentwegt....


Elternratgeber...

... sind sicherlich keine Allheilmittel und oft auch mit Vorsicht zu lesen. Jeder von uns ist individuell und nicht immer kann eine generell beschrieben Verhaltensweise auf unsere speziellen Probleme angewandt werden. Aber manchmal bieten sie doch ganz nützliche Anregungen und wir haben die Möglich, etwas klarer zu sehen. Erziehung ist einfach kein Kinderspiel.

Werfen sie doch einfach mal einen Blick in unsere Bücherecke...

Text: KR
Foto: photocase.de; flame

 

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Nutzer-Kommentare zu diesem Beitrag

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