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Heimliche Mitbewohner in Haus und Garten - so bekommt ihr die Hochsommer-Plage in Griff Kaum sind Birnen, Bananen und Co. in der Schale drapiert, greifen sie an: Ein ganzer Schwarm kleinster Fliegen taucht wie aus dem Nichts auf. Er lässt sich auf den Früchten nieder, um an dem austretenden Saft zu naschen und Eier auf der süßen Unterlage abzulegen – nicht nur ein paar, sondern gleich rund 400 Stück pro Weibchen. Dieses Tier steckt dahinter Es handelt sich um Vertreter der allseits bekannten Taufliegen (Drosophilidae), fälschlicherweise oft als „Fruchtfliegen“ bezeichnet. Diesen Namen haben Zoologen jedoch einer anderen Gruppe von Zweiflüglern gegeben. Ursprünglich lebten die etwa 2,5 mm kleinen Insekten nur in Afrika südlich der Sahara. Vor 10.000 Jahren wanderten sie dann mit der Ausbreitung der Landwirtschaft als Kulturfolger in Europa und Asien ein. In der kalten Jahreszeit sind die rotäugigen Winzlinge hierzulande kaum zu sehen, aber ab August treten sie häufig auf. In der Zeit des reifen, besonders des überreifen Obstes haben sie Hochkonjunktur – nichts lieben sie mehr als den bei der Zersetzung austretenden Saft. Aber nicht nur Süßes „macht sie an“: Beim Gärprozess von Obstsaft entstehen nämlich auch Alkohol und Essig, zwei Stoffe, deren Duft Taufliegen magisch anlockt. Im Haus findet man „Essig-“ oder „Gärfliegen“ deshalb nicht nur an Früchten, Fruchtsäften, Küchenabfällen oder Kompost, sondern auch an Wein-, Essig- und Bierresten. Ihrem Nachwuchs bietet das sich zersetzende Pflanzenmaterial des faulenden Obstes den idealen Nährboden. Muss ich etwas tun, und wenn ja, was? Taufliegen sind harmlos und übertragen keine Krankheiten. Allerdings kann Obst schneller verderben, wenn es mit den Insekten in Berührung kommt, denn die Tiere verbreiten die für Fäulnisprozesse verantwortlichen Hefen und Bakterien durch wechselseitiges Belaufen. Entzieht den Tieren die Nahrungsgrundlage: - Obst und Saft sollten in der „Taufliegenzeit“ gut verschlossen und möglichst im Kühlschrankaufbewahrt werden. Außerhalb des Kühlschranks lagerndes Obst könne Sie mit einer Obsthaube schützen.
- Geschirr mit Resten von Wein, Sekt, Bier, Saft und Salatsaucen bietet den Taufliegen Nahrung. Es sollte deshalb ebenso wie offenes Leergut umgehend gespült werden.
- Entfernt Obst- und Gemüseabfälle sofort aus der Wohnung und leert Müll- und
vor allem Komposteimer regelmäßig.
Wer der Fliegenschar trotz dieser Maßnahmen nicht Herr wird, kann Fallen aufstellen. Dabei werden den nimmer satten Obstfliegen ihre Nahrungsvorlieben zum Verhängnis: Mischen Sie etwas Essig (z. B. Balsamico-, Obst- oder Weinessig - Essigessenz funktioniert dagegen nicht!) mit ein wenig Saft und einem Spritzer Spülmittel und füllen Sie den „Fliegen-Cocktail“ in ein Glas. Verschließt das Glas mit einer perforierten Folie. Essig und Fruchtsaft locken die Taufliegen an. Das Spülmittel nimmt der Flüssigkeit die Oberflächenspannung: Fliegen, die trinken möchten, gehen unter. Wenn ihr zu den Menschen gehört, die keiner Fliege etwas zu Leide tun mögen, könnt ihr auch so vorgehen: Legt eine Bananenschale in einen Plastikbeutel und lasst den Fliegen ein paar Stunden Zeit, sich dort zu versammeln. Nun könnt ihr die Tüte schließen und die Tiere ins Freie bringen. Quelle: Wie die Fruchtfliegen Europa besiedelten CORDIS-Website: Das Portal zur europäischen Forschung und Entwicklung Europäische Kommission CORDIS, 2011-04-28 Text: dgk Foto: Rainer Sturm / pixelio
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