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Olivenöl

Immer wieder sind Kochkursteilnehmer überrascht, wenn ich auf gute Olivenöle hinweise, die es nicht in Supermärkten zu kaufen gibt. Olivenöl ist in das Interesse des gesundheitsbewußten Verbraucher durch die Empfehlung der "gesunden mediterranen Küche" gerückt. Warum kann ich zur gesunden Ernährung nun nicht einfach das preiswerteste Olivenöl einkaufen? Deutschland produziert selbst kein Olivenöl. Butter, Schmalz und Sonnenblumenöle sind hierzulande immer noch die am häufigsten verwendeten Fette. Der deutsche Konsum mit etwa 1 Liter Olivenöl pro Kopf jährlich ist sehr gering gegenüber 20 Litern und mehr in Italien oder Griechenland.

Von dem nach Deutschland verkauften Olivenöl "extra vergine" deckt Italien Dreiviertel des Marktes ab. Nach Auskunft des ICE, des Italienischen Instituts für Außenhandel, gehen 55% der Olivenöle in Discountmärkte, wobei Aldi mit 30% marktführend ist. Und 86% aller Olivenöle, die in Deutschland verkauft werden, sind Billigöle, nur 14% gehören der gehobeneren Klasse an, hierzu zählen auch alle kontrolliert-biologischen Olivenöle in den Bioläden.

Die Billigöle werden überwiegend aus spanischen und nordafrikanischen Ölen gemischt. Sie sind vor allem deshalb so billig, weil die Ölbauern die hohen Kosten für die Ernte sparen und einfach warten, bis die überreifen Oliven vom Baum fallen. Die wochenlang auf dem Erdboden bei Regen (Oliven werden von November bis Januar geerntet) faulenden Fallobst-Oliven haben einen Ölsäurengehalt von bis zu 17% (ein "extra vergine Öl muß weniger als 1% Ölsäure enthalten, Spitzenöle haben maximal 0,5%!) und gelten bei Experten als für den Verzehr nicht geeignet.

Es ist heute technisch kein Problem, diese verdorbenen Fusel-Öle zu Pseudo-"extra vergine"-Ölen zu schönen: Sie werden entsäuert, erhitzt, gebleicht, mit einem aus der Schokoladenindustrie als Abfallprodukt entstandenen Haselnußöl gestreckt und mit Chlorophyll schließlich grünlich verschönert. Zwei Tropfen echtes Olivenöl runden diese Brühe ab. Im Duft und Geschmack sind die üblichen Fehltöne, zum Beispiel stichig, ranzig oder weinig, nicht einmal festzustellen. Aber das Öl duftet und schmeckt nicht im Geringsten nach Olivenöl. Was den Verbraucher sogar freut, den es soll schon das "gesunde" Olivenöl sein, aber bitte nicht mit diesem typisch-strengen Geschmack im Salat.

Wie kann sich der gesundheitsbewußte, auf Qualität wertlegende Verbraucher vor diesen Atrappen schützen? Ganz einfach: das Etikett besonders kritisch prüfen. Bei den Billigölen ist nämlich bei genauem Hinsehen Erstaunliches festzustellen: Sie weisen fast nie eine Hersteller aus, sondern nur einen Abfüller oder Importeur, der meistens in Livorno oder Lucca in der Toskana seine Niederlassung hat und natürlich Wert auf den Eindruck legt, sein Olivenöl sei in Italien hergestellt.

Wichtige Unterschiede zeigen sich beispielsweise an der Bezeichnung"Prodotto confezionato di", dies heißt auf Deutsch: Das Produkt, das Öl ist nur abgefüllt und nicht selbst hergestellt worden. "Prodotto e confezionato di" sagt dagegen klar, daß das Öl vom Hersteller selbst erzeugt wurde. Verweise auf "Anbaugebiete" in Europa oder am Mittelmeer sagen hingegen nichts darüber aus, wer das Öl hergestellt hat.

Da es nachweislich in Italien keine Ölmühle gibt, die ein Olivenöl für einen Preis herstellen kann, der sich für die Dreiviertel-Literflaschen im Laden bei rund zwei Euro einpendelt - direkt ab Ölmühle wird der Liter offenes Öl nicht unter vier und fünf Euro gehandelt! - , sind solche billigen Öle natürlich nicht in Italien hergestellt.

Wie soll man sich beim Einkauf entscheiden? Stellen Sie sich vor, Sie suchen eine gute Flasche Wein, im Regal finden Sie aber nur Flaschen mit dem Etikett: "Wein, abgefüllt und verpackt in Deutschland". Läuft Ihnen dabei das Wasser im Mund zusammen? Genau so ist es oft beim Olivenöl.

Eine Verbesserung der Situation wird es nicht durch schärfere Gesetze geben, sondern nur durch die Entscheidung der Verbraucher, mehr Geld für Olivenöl auszugeben und No-Name-Produkte zu boykottieren. Suchen Sie auf dem Flaschen-Etikett - wie beim Wein - nach dem Hersteller und seiner Adresse, im Idealfall finden Sie Hinweise auf die Olivensorte, Erntemethode, Jahrgang der Ernte, vielleicht auch die Siegel DOP (Denominazione d´Origine Protetta) oder "biologico" (aus kontrolliert-ökologischer Erzeugung). Keine der Flaschen mit Billigölen erfüllt diese Ansprüche! Bezeichnungen wie "kaltgepreßt" und "erste Pressung" sind gängige Äußerungen und sagen nichts über Qualität und Geschmack aus, denn es gibt Öle aus "zweiter Pressung" gar nicht im Handel, jedenfalls nicht offiziell, sie sind in den gepanschten Ölen jedoch häufig nachweisbar.

Olivenöl aus kontrolliert-biologischem Anbau, egal von welchem Hersteller zählt immer zu den Spitzenölen und ist in jedem Naturkostladen oder Bioladen erhältlich. Mindestens ein Eßlöffel Olivenöl am Tag unerhitzt versorgt unseren Körper mit wichtigen Vitaminen für den Fettstoffwechsel, schmeckt würzig lecker und bereichert unseren täglichen (Salat-)Eßgenuß! Probieren Sie auch mal gutes Olivenöl als Hautöl zum Beispiel nach dem sommerlichen Sonnenbad oder nach dem Duschen. Etwas natürlicheres gibt es nicht! Schöne Haut von Innen und von Außen!

Guten Appetit wünscht Ihr Rainer Bergmann, Praxis für Gesundheits- und Ernährungsberatung: www.vollwert.net

Text: Rainer Bergmann
Foto: "mediengestalterei", photocase.de

 

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