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Vorzeitige Einschulung - ja oder nein?

Grundsätzlich beginnt die Schulpflicht für Kinder, die bis zum Beginn des 30. Juni das sechste Lebensjahr vollendet haben, am 1. August desselben Kalenderjahres. Ist ein Kind nach dem Stichtag geboren, dann beginnt die gesetzliche Schulpflicht für dieses Kind erst im Jahr darauf. 

Aus den unterschiedlichsten Gründen denken Erziehungsberechtigte bei den so genannten „Kann-Kindern“ an eine „vorzeitige Einschulung“. Die Meinungen zu diesem Thema gehen oft weit auseinander. Während Maria befürchtet, dass sich ihre Tochter im letzten Kindergartenjahr langweilen wird, weil sie bereits gut im Zehnerraum rechnen kann, gibt die Erzieherin zu bedenken, dass eine Überforderung im ersten Schuljahr unter Umständen die Lernfreude für die gesamte Schulzeit verderben kann.

Was soll Maria tun? Beide Befürchtungen sind berechtigt. 

Fest steht, dass Kinder gerade in jungen Jahren unglaublich lernfähig sind und die Schulpflicht in anderen Ländern früher beginnt. Allerdings besagen die Statistiken auch, dass unter den Sitzenbleiber viele vorzeitig eingeschulte Schüler sind.

Es gibt hier kein richtig und kein falsch, denn alle Aussagen treffen zu. Wenn ihr bei eurem Kind an eine vorzeitige Einschulung denken, dann solltet ihr nicht übereilt handeln, sondern alle Für und Wider sorgfältig abklopfen. Holt euch möglichst viele Meinungen ein.


Der Kinderarzt

Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung U9 findet in der Regel zwischen dem 60. und 64. Monat statt. Sie soll noch vor der Schulanmeldung abklären, ob sich das Kind gesund entwickelt hat. Diese Untersuchung ist besonders wichtig, wenn ihr an eine vorzeitige Einschulung eures Kindes denkt.

Die Untersuchung klärt, ob ein Kind in den ersten fünf Jahren seines Lebens die körperlichen und geistigen, die sozialen und emotionalen sowie sprachlichen Fähigkeiten entwickelt hat, um sich in der Schulkind problemlos zurecht zu finden.

Dabei ist die Mithilfe der Eltern unverzichtbar. Sie sollten den Kinderarzt ausführlich über ihr Kind informieren können und zum U9 Termin entsprechend vorbereitet sein. Dabei hilft euch der Fragenkatalog des Ratgebers Schulkind. Und: Es ist wichtig, die Fragen ehrlich zu beantworten und nicht aus verletzter Eitelkeit dem Kind mehr Fertigkeiten zuzuschreiben, als es wirklich besitzt.

Der Kinderarzt hat auch sicherlich einen guten Sachverstand und ausreichend „Vergleichsmöglichkeiten“ um euch einen wertvollen Rat geben zu können.

 

Die ErzieherInnen im Kindergarten

Die Erzieherinnen verbringen viel Zeit mit eurem Kind und kaum jemand kann so verlässlich über die emotionale und soziale Entwicklung sowie die Schulbereitschaft eines Kindes urteilen, wie sie. Denn die Erzieher wissen am Besten, wie sich ein Kind außerhalb der Familie verhält. Sie können die Eltern verlässlich über die Konzentrationsfähigkeit, den Arbeitseifer und die Ausdauer eines Kindes informieren. Ein Gespräch mit ihnen ist unerlässlich und den Worten sollte auch Gehör geschenkt werden.

 

Die künftige Schule

Wenn ihr euer Kind vorzeitig einschulen lassen wollt, dann ist ein Gespräch mit der künftigen Schule unerlässlich. Seid darauf vorbereitet, dass der jeweilige Direktor oder die Direktorin das Kind genau unter die Lupe nehmen wird, denn auch sie haben ein Wörtchen mitzureden. Eine Schule kann in einem solchen Fall das Kind ablehnen, wenn es der Ansicht ist, dass das Kind die nötige Schulreife noch nicht erreicht hat.


Die Familie

Sprecht möglicherweise auch mit anderen Familienmitgliedern oder engen Bezugspersonen des Kindes und bedenkt auch die Änderungen, die eine Einschulung mit sich bringt.

Beachtet auch, dass sich mit einer Einschulung eures Kindes möglicherweise einiges ändert. Die Schlaf-, Aufsteh- und Essenszeiten werden grundlegend verschoben und die Familie muss sich darauf vorbereiten, bestenfalls den morgendlichen „Schulstart“ einige Zeit vorher einüben.


Zusammengefasst:

 

Gründe, die für eine vorzeitige Einschulung sprechen: 

  • Das Kind hat Probleme im Kindergarten, weil es sich wegen Unterforderung langweilt
  • Das Kind möchte unbedingt in die Schule
  • Das Kind kann bereits lesen, schreiben und/oder rechnen
  • Die Freunde kommen in die Schule
  • Das Kind kann sich ausdauernd auf eine Sache konzentrieren, wenn die Arbeit (malen, lesen, Puzzles etc.) es interessiert und keine Ablenkung von außen kommt
  • Das Kind spielt eher mit Kindern, die etwas älter sind und wird von diesen auch akzeptiert
  • Das Kind hat ältere Geschwister, die die Schule besuchen und „lernt“ schon eifrig mit.

 

Gründe, die gegen eine vorzeitige Einschulung sprechen:

  • Das Kind fühlt sich richtig wohl im Kindergarten.
  • Die engsten Freunde bleiben auch im nächsten Jahr im Kindergarten.
  • Die Eltern zeigen mehr Enthusiasmus für die Einschulung als die Kinder.
  • Das Kind hat keine Kindergartenerfahrung oder trennt sich nur ungern von den Eltern.
  • Das Kind hat Probleme, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
  • Das Kind braucht ständig Anregung oder Aufmunterung von Erwachsenen, um sich zu beschäftigen.

 

Es wird oft gesagt, das Mädchen in dem Alter grundsätzlich reifer sind als Jungen und daher eher die nötig Schulreife besitzen als gleichaltrige Jungs. Auch bei den jüngeren Geschwisterkindern kommt eine vorzeitige Einschulung eher in Frage als bei Erstgeborenen oder Einzelkindern.

Schreibt alle Für und Wider dieser Entscheidung auf. Ganz besondere Beachtung solltet ihr dem Wunsch eures Kindes schenken. Es wäre zum einen schade, wenn es in seiner Wissbegierde und Euphorie gebremst werden würde und im anderen Fall traurig, wenn es aus falschem Ergeiz der Eltern zu früh in die Schule kommt und dadurch ggf. auch die Freude am Lernen verliert. Besonders wichtig ist die Einstellung des Kindes. Wenn ihr Zweifel daran haben, dass euer Kind schon frühzeitig reif für die Schule ist, solltet ihr von diesem Schritt Abstand nehmen.

Denn zahlreiche Studien zeigen: Vor allem die Jüngsten einer Klasse leiden öfters an psychischen Problemen. Unter Schülern, die im Laufe ihrer Schulkarriere einmal ein Jahr wiederholen mussten, ist die Anzahl der Frühstarter dreimal so hoch wie die der normal eingeschulten Kinder.

Es ist außerdem ein Unterschied, ob ein Kind mit Geburtstag im August relativ knapp an der Schulpflicht "vorbeigeschrammt" ist oder mit einem Geburtsdatum im letzten Quartal des Jahres doch sehr deutlich jünger als das Gros der Mitschülerinnen und Mitschüler sein wird. Ihr solltet auch bedenken, dass die Einschulung eines recht jungen Kindes anfangs noch unproblematisch sein mag, aber spätestens mit Beginn der Pubertät werden die Altersunterschiede zu Klassenkameraden deutlich werden, sowohl körperlich als auch in der gesamten Entwicklung. Insbesondere dann, wenn ihr ein sehr zartes, kleines Kind habt, stellt sich die Frage, ob ihr es nicht besser zu Hause fördern könnt.

 

Fazit

Die Entscheidung, ein Kind vorzeitig einzuschulen oder nicht, ist sicherlich nicht immer leicht. Geht einfach mit gesundem Menschenverstand daran und bewertet die getroffene  Entscheidung nicht über. Selbst wenn das Kind zunächst noch ein Jahr länger im Kindergarten bleibt, ermöglicht das vielerorts bereits angewendete „jahrgangsübergreifende Modell" eine gute Möglichkeit, eine Klasse zu überspringen und umgekehrt. Sollte sich die Einschulung doch als zu früh erwiesen haben, dann bleibt das Kind halt ein Jahr länger in der Grundstufe. Vor „Fehlentscheidungen“ kann man auch nach gründlichen Abwägungen nie gefeit sein.

Wir wünschen eurem Kind – ob früher oder später – einen guten Schulstart und viel Freude in der Schule!

 

Infos zum Thema im Netz:

 

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie haben ihr euch entschieden? Wir freuen uns über eure Erfahrungsberichte zum Thema „Vorzeitige Einschulung – ja oder nein?“. Schreibet an die redaktion@hoppsala.de.

 

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Nutzer-Kommentare zu diesem Beitrag

09.09.2011

Beitrag ist hilfreich (von Jacqueline)

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23.09.2006

Bestärkt! (von Jeannette Stolz)

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03.05.2006

Beitrag war eine echte Hilfe (von Silvia)

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