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21.08.2017

Fünf Tipps für Eltern zu Computerspielen

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Chaos im Kinderzimmer - kann man das vermeiden?

Kinder sind unordentlich. Oder besser: Ihre Ordnungsvorstellungen weichen von denen ihrer Eltern oft erheblich ab. Nervige Diskussionen über das Thema Ordnung lassen sich in einem Haushalt mit Kindern kaum vermeiden, aber es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Thema zu entschärfen.
 
„Muttertaub“, so nennen Pädagogen das Phänomen, wenn routinierte Kinder bei Ermahnungen die Ohren auf Durchzug schalten. Ständiges Meckern bringt überhaupt nichts, wenn nicht Taten folgen.
Unordnung entsteht, wenn man Dinge nach Gebrauch nicht dahin zurücklegt, wo sie hingehören.

Zuallererst sind die Eltern Vorbild: Erwachsene, die es mit der Ordnung nicht so ernst nehmen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder ähnlich verfahren.
 
 
Vorwürfe bringen nichts

„Wie sieht es hier denn aus?“ Renate ist geschockt! Das Zimmer ihrer Tochter ist übersät mit Playmobil, Puppen und schmutziger Kleidung. Auf der Kommode liegt noch eine Bananenschale.

Ein Bild, das viele Eltern zur Genüge kennen und zur Verzweiflung treibt. Ein Glück, dass die Kinderzimmer eine Tür zum Schließen haben. Trotzdem ist es nicht ganz einfach, über kindliches Chaos hinwegzusehen. Erwachsene können sich eben nicht so ganz vorstellen, dass sich ein Kind in einem völlig unaufgeräumten Zimmer wohl fühlen kann, doch die meisten Kinder scheint dies nicht zu stören.

Grundsätzlich gilt: Vorwürfe bringen nichts! Versucht, euer Kind mit guten Argumenten zu überzeugen. Wenn der Weg zum Bett nicht frei ist, kann abends auch keine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen werden. Und: Unordnung kann unangenehme Folgen haben. Doch wenn Mutter immer die Steine aus dem Weg räumt, bekommt das Kind diese Folgen nicht zu spüren. Wer tausendmal gepredigt hat, dass der nasse Badeanzug zum Trocknen aufgehängt werden muss, sollte irgendwann auch mal darauf bestehen, dass dann eben der feuchte Badeanzug wieder angezogen wird. Ansonsten bleibt es bei dem Glauben: Mutter wird es schon richten.

 

Ganz wichtig: Konsequent bleiben

Lasst euer Kind spüren, was ein Chaos anrichten kann. Vielleicht vermisst es irgendwann eine Lieblings-CD oder vielleicht ist plötzlich ein Spiel unvollständig oder es fehlen wichtige Bausteine.

Oft sind alle Dinge im Kinderzimmer bereits so durcheinander, dass sich das Kind selbst nicht mehr wohl fühlt. Es verlagert dann gerne Aktivitäten in andere Räume. Da wird auf einmal in der Küche gemalt und gebastelt. Das geht natürlich nicht, erst wird das eignene Zimmer aufgeräumt!

Ihr könnt dem Kind auch ruhig offen sagen, dass ihr euch in dem Chaos nicht wohl fühlt und es vielleicht seine Freunde auch nicht tun werden…

 

Ordnungswahn muss nicht sein, aber …

Ordnungswahn an der falschen Stelle kann das Spiel der Kinder auch zerstören. Wenn Kinder mitten im Spiel sind oder es zu einem späteren Zeitpunkt am Tag fortsetzen wollen, sollten Eltern nicht auf das Aufräumen pochen. Ihr solltet auch überdenken, ob ihr mit eurem Ordnungsfimmel nicht möglicherweise das Problem seid.

Wem es zu chaotisch wird, der sollte zu diesem Thema vielleicht eine Familienkonferenz einberufen. Bei einem ruhigen Gespräch können Kinder verstehen lernen, dass Ordnung auch etwas mit Rücksichtnahme zu tun hat. Achtet hier auf die richtige Ansprache. Tipps für die richtige Kommunikation mit Kindern bekommt ihr hier >>

Jetzt kommt das Aber: Jedes Chaos hat seine Grenzen, spätestens da, wo hygienische Regeln überschritten werden und die Gesundheit gefährdet ist. Verdorbene Lebensmittel gehören in den Müll, nasse Kleidung darf nicht auf dem Teppichboden liegen und herumliegende benutzte Taschentücher erhöhen die Ansteckungsgefahr für den Rest der Familie - das kann jeder lernen …

Und auch was die Gemeinschaftsräume der Familie anbelangt, muss den Kindern klar sein:  Alle leben hier zusammen und sollen sich wohl fühlen können – es geht hier um ein Miteinander. Für jeden Einzelnen ist es eine Kleinigkeit, seine Dinge in Ordnung zu halten und nach Gebrauch wieder wegzuräumen - das gilt selbstverständlich auch für die Eltern. Wenn der Papa ständig seinen Teller stehen lässt oder die Mama ihre Jacke über den Stuhl wirft. Ihr könnt von eurem Kind keine Ordnung verlangen, wenn ihr sie selbst nicht haltet.

 

Früh übt sich: Spielerisch das Aufräumen lernen

Wie viel Aufgaben Kinder übernehmen können, hängt natürlich vom Alter ab. Kinder unter 5 Jahren können nur spielerisch ans Aufräumen herangeführt werden. Mit dem alleinigen Aufräumen eines ganzen Zimmers wären sie überfordert. Aber: Sie können prima für Ordnung in bestimmten Bereichen (vielleicht in der Bauecke oder der Puppenecke) sorgen. Erklärt eurem Kind, was wohin geräumt wird: „Die Puppe schläft in ihrem Puppenbett, die großen Bausteinen wohnen in dieser Kiste, ...“

Räumt gemeinsam mit eurem Kind auf und lobt es immer wieder und zeigt deutlich eure Freude über das aufgeräumte Zimmer - das motiviert!
Werden die Kinder älter, kann ihnen Jahr für Jahr mehr Verantwortung übergeben werden. Spätestens mit 14 Jahren sollten Kinder dann in der Lage, selbstständig Ordnung zu halten. Einzelne Tätigkeiten wie die Reinigung des Raumes werden oft noch von den Erwachsenen übernommen.

Und sollte es bei eurem Kind doch etwas länger dauern als bei anderen, ein kleiner Trost: Die meisten Menschen schaffen es, irgendwann einmal ein Mindestmaß an Ordnung zu entwickeln. Oft geschieht dies ganz plötzlich und unerwartet – z.B. wenn die erste Freundin oder der erste Freund zu Besuch kommen will ;-)

Wenn sich doch mal zu viel Chaos angesammelt hat, ist es auch für Schulkinder schwer, hier wieder ein System zu finden. In diesem Fall sollten Eltern ihre Unterstützung anbieten. Hilfreich ist ein Verstausystem, zum Beispiel stapelbare Kisten, Schubladenschränke, genügend Regalfläche; für Kleinkram, mit dem ständig gespielt wird, eignet sich ein großes Tuch, das bei Nichtgebrauch zusammengerafft und in einer Kiste oder einem Korb gelagert wird.

 
 
Regeln conrtra Chaos

Das Festlegen von Regeln erspart allen den täglichen Kleinkampf. Legt diese gemeinsam mit der Familie fest. Die Regeln variieren natürlich von Familie zu Familie.

  • Vereinbart einen festen Tag zum Aufräumen. Mit Musik geht übrigens alles besser! Als Motivationshilfe gibt’s für alle fleißigen Räumer hinterher ein leckeres Eis…
  • Gegessen wird nur im Esszimmer bzw. in der Küche. Wer sich doch mal einen Apfel oder einen Becher Saft mit auf´ s Zimmer nimmt, sorgt dafür, dass die Reste entsprechend entsorgt bzw. zurück gestellt werden.
  • Schmutzige Wäsche gehört in den Wäschekorb, ansonsten wird sie nicht gewaschen.
  • Das Bad wird verlassen, wie man es vorgefunden hat.
  • Jacken gehören an die Garderobe.
  • Der Tornister hat ebenfalls einen festen Platz, und zwar nicht mitten im Flur …
  • Der Schreibtisch ist zum Spielen tabu – hier werden Hausaufgaben gemacht.
    An die „Aufräumregeln“ müssen sich selbstverständlich alle Familienmitglieder halten. Einigt euch gemeinsam auf etwas, was dem „Regelsünder“ bei Missachtung blüht ;-) Vielleicht fällt dann Lieblingsserie flach der die Computerzeit wird für einen Tag gestrichen.

 

Wenn wichtige Termine dazwischen kommen, dann dürfen natürlich auch mal Ausnahmen gemacht werden!

 

Buchtipp:

Ulrike Fischer: Lina, Wuschel und das Chaoszimmer:

„Aufräumen ist eine doofe Erfindung der Erwachsenen!“ findet Lina. Sie spielt viel lieber in Mamas Nachthemd Prinzessin, kocht eine Schokoperlensuppe mit Brausepulver für ihre Stofftiere und baut hohe Legotürme, bis zu kippen. Lina fühlt sich eigentlich ganz wohl in ihrem Chaos, bis sie eines Tages jemanden vermisst ...

>> mehr
 

 

 

Weiterführende Informationen:

Jan-Uwe Rogge
Der große Erziehungsberater
Von der Geburt bis zum Beginn der Pubertät
Rowohlt, 2003
ISBN 349805760X
Preis: 19,90 Euro

Jan-Uwe Rogge
Ohne Chaos geht es nicht
13 Überlebenstipps für Familien
Rowohlt, 2000
ISBN 3498057545
Preis: 14,90 Euro

Hermann Krekeler
Chaos im Kinderzimmer
Wenn Kinder nicht aufräumen wollen
Kösel, 1995
ISBN 3466303915
(Das Buch ist vergriffen, gebraucht aber bei verschiedenen Internetbuchhändlern zu bekommen.)

 

 

Weitere Tipps rund um das Thema „Ordnung im Familienalltag“ findet ihr auch im Online-Familienhandbuch.

 

dr; ker

 

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