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Die Trotzphase - so meistert ihr sie...

Der fast dreijährige Max stampft mit dem Bei auf den Boden. "Ich will aber das Auto haben!" Mama Sabine versucht, den Jungen von dem Regal wegzuziehen, doch das ist nicht so einfach! Max ist mittlerweile richtig doll wütend und er brüllt so laut, dass Sabine die Blicke der Menschen förmlich spürt. Diese Situation erlebt sie mit ihrem Kind häufig und insbesondere in der Öffentlichkeit macht es ihr zu schaffen. Wenn sie konsequent bleibt und den Jungen brüllen lässt, dann sind ihr die vorwurfsvollen Blicke der Mitmenschen sicher. Oder soll sie wie so oft einfach nachgeben, doch dann ist ebenfalls nur für kurze Zeit Ruhe vor dem nächsten großen Sturm …

Bei der Kindesentwicklung gibt es einen so genannten Übergangsabschnitt, der etwa vom 2. Lebensjahr ab beginnt und als Trotzalter bezeichnet wird. Hier macht sich erstmals der kindliche Selbstbehauptungswille bemerkbar.

Dieser Abschnitt wird in der Entwicklungspsychologie als Trotzphase beschrieben. Als zweite Trotzphase wird die Pubertät bezeichnet.

Die Trotzphase ist sowohl für Eltern und als auch für die Kinder sehr anstrengend aber auch wichtig, denn in dieser Zeit lernt das Kind, seinen Willen zu steuern.

Kinder in der frühen Trotzphase befinden sich in einem Zwiespalt zwischen Trennungsangst und Abenteuergeist. Auf der einen Seite möchten sie die Welt entdecken, andererseits brauchen sie gleichzeitig die Nähe der Eltern. Und das verunsichert! Die Kinder sind von diesem Zwiespalt hin- und her gerissen, was zu inneren Spannungen führen kann, die sich dann in heftigen Gefühlsausbrüchen entladen.

Kindergarten- und Vorschulkinder erleben häufig noch einen Zwiespalt zwischen Wollen und Können. Sie entdecken ihren eigenen Willen, doch nicht jede Idee und jedes Bedürfnis lässt sich erfüllen.

Und hier haben wir auch schon die Antwort für Sabine. Max muss in dieser Zeit lernen, dass er seinen Willen nicht immer und überall durchsetzen kann!

Manche Kinder und Eltern durchleben eine sehr heftige Trotzphase.

 

Wir haben hier ein paar wertvolle Tipps für euch, wie ihr diese Phase besser übersteht:

 

  • Freiräume und Grenzen: Je mehr Freiräume euer Kind bekommt, desto weniger Trotzanfälle sind zu erwarten und je weniger Verbote ihr aussprecht, desto besser wirken sie in der Regel.

    Wenn ihr anfangt, bei jeder Kleinigkeit über eure Kind zu bestimmen und an ihm herumzunörgeln bzw. am laufenden Band ein „Nein, das darfst du nicht“ auf den Lippen habt ist klar, dass das  Kind irgendwann einfach nicht mehr zuhört und sich sogar gegen die Einschränkungen und Verbote auflehnt.

    Klar – ein Kind darf nicht alles und sinnvolle Regeln und Gebote sind für gutes Zusammenleben wichtig, aber macht dem Kind immer klar, warum es dies oder jenes gerade nicht darf!

    Und wenn es beispielsweise einen regen Entdeckungs- und Bewegungsdrang verspürt und ihr das aber in der Wohnung nicht haben wollt, dann geht doch einfach mal an die frische Luft!

  • Ein Kind braucht Freiraum, damit es seinen eigenen Willen entwickeln kann. Sich für sich selbst einzusetzen, sein Anliegen durchzusetzen, aber auch zurückstecken zu können, sind wichtige und positive Fähigkeiten. Sie müssen erst gelernt werden.

  • Ob beim Spiel oder Freizeitgestaltung – versucht, eurem Kind Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Ein zwei- oder dreijähriges Kind wird durch eine zu große Auswahl an Möglichkeiten schnell überfordert. Gebt ihm ein paar Alternativen vor, zwischen denen es gezielt wählen kann. Und wenn noch Geschwisterkinder oder Freunde dabei sind, wird verhandelt. So haben alle das Gefühl, an dem Entscheidungsprozess aktiv mitgewirkt zu haben. Ein tolles Gefühl für die Kleinen! Denn Kinder brauchen die Erfahrung, dass sie mit ihrem Willen etwas bewegen können.

  • Ein ganz wichtiger Punkt ist auch die Förderung der Selbstständigkeit. Kinder ab ca. zwei Jahren möchten am Liebsten alles alleine machen. Überlasst ihm daher so viele Aufgaben wie möglich und lasst es die Dinge, die es schon kann, selbst erledigen, auch wenn es manchmal länger dauert… Soviel Zeit sollte sein, denn so beschäftigt ihr Kinder sinnvoll und fördert es zudem. Außerdem stärkt das Selbermachen das Selbstbewusstsein des Kindes.

  • Gerade in der trotzanfälligen Phase ist es wichtig, dass ihr eurem Kind etwas Zeit gebt, sich auf etwas einzustellen. Euer Kind spielt gerade toll in seinem Zimmer und dann stellt ihr stellt fest, dass der Kühlschrank leer ist und ihr dringend noch einkaufen müsst. Es wäre unschön, das Kind abrupt aus seinem Spiel zu reißen. Stattdessen könnt ihr es eine Zeit vorher darauf hinweisen, dass ihr gleich noch zum Einkaufen müsst. Kurz vorher erinnert ihr es nochmals daran. Sicherlich ist die Begeisterung nicht immer groß, aber das Kind ist durch die klare Ansage darauf vorbereitet und füllt sich nicht übergangen.

    Regeln und klare Ansagen gelten natürlich für alle. Wenn ihr ankündigt, dass es in 15 Minuten zum Einkaufen geht, solltet ihr euch auch nicht von einem unvorhersehbaren Anruf einer Freundin davon abhalten lassen. Wieso darf Mama so lange telefonieren, während das Kind sein Spiel unterbrechen muss? Das wäre kontraproduktiv. Gleiche Regeln für alle!

  • Wenn ihr genau wisst, welche Situationen bei eurem Kind zu Trotzanfällen führen, dann versucht einfach, diese Situationen zu vermeiden. Ist es denn wirklich notwendig, den langen Einkauf immer mit dem Kind zu erledigen oder gibt es andere Möglichkeiten? Kann vielleicht eine Freundin oder die Oma mal auf das Kind aufpassen, während ihr schnell ein paar Erledigungen macht?
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    Wenn ihr merkt, dass das Kind mit bestimmten Situationen nicht zurecht kommt, dann versucht es mit Ablenkungen. Sabine könnte Max mit einer Mit einer Brezel oder einem Keks von den vielen Reizen im Supermarkt ablenken.

  • Es ist auch nicht selten, dass der Trotz des Kindes den eigenen Trotz herausfordert. Stellt euch bei den Auseinandersetzungen mit dem Kind doch lieber einmal mehr die Frage, ob die aufgestellten Regeln auch wirklich sinnvoll sind. Oder sind sie nur dafür da, euren eigenen Willen durchzusetzen? Es wäre sicherlich auch mal eine tolle Geste, nachzugeben. Und keine Angst! Wer einmal nachgibt und eine unsinnige Regel wieder verwirft, der verliert nicht gleich die Autorität vor seinem Kind! 


Trotzanfälle lassen sich dennoch nicht immer vermeiden.

 

 

So reagiert ihr während eines Wutausbruches eures Kindes richtig:

  • Bleibt konsequent, auch wenn es schwer fällt! Im Fall Sabine würde das bedeuten, dass sie Ihrem Sohn keinesfalls das Auto kauft.

  • Versucht, die Ruhe zu bewahren. Das ist oft schwerer, als es sich anhört! Denn wer kann ruhig bleiben, wenn sich das Kind wie Max im Supermarkt schreiend auf den Boden wirft, nur weil es etwas nicht bekommt? Es fällt schwer, in diesem Moment die oft schockierte und verständnislose Reaktion der Umwelt außer Acht zu lassen, wenn man dem Tobsuchtsanfall des Kindes hilflos ausgeliefert ist. 

    Und genau dieses fühlt auch das Kind  - es ist seinen eigenen Aggressionen ausgesetzt, fühlt sich hilflos und das macht es nur noch wütender!

  • Dennoch: Bewahrt so gut es geht die Ruhe! Bleibt konsequent, erklärt dem Kind klar und deutlich, warum es seinen Willen nicht durchsetzten kann und beachtet die Gaffer nicht. Vielleicht lenkt ihr das Kind auch mit einer Salzbrezel oder einem mitgebrachten Spielzeug ab.

 

 

Streiten und versöhnen – so klappt es

Wenn sich der Wüterich wieder beruhigt hat, ist er oft sehr anschmiegsam und braucht Nähe und Ruhe. Auch wenn Ihr von den Ereignissen noch schrecklich aufgewühlt seid, solltet ihr runterkommen, denn es tut für beide gut, wieder Ruhe einkehren zu lassen.

Sobald sich die Gemüter dann beruhigt haben, solltet ihr mit eurem Kind nochmals über die Situation sprechen, insbesondere dann, wenn ihr sehr unbeherrscht reagiert habt! Entschuldigt euch bei dem Kind, wenn ihr überreagiert habt - das Kind braucht gerade jetzt das Gefühl, von euch geliebt zu werden.

Und dann ist alles wieder gut! Erstmal. Bis zum nächsten Mal...

Wir wünschen euch Nerven wie Drahtseile und dennoch eine wunderschöne und unvergessliche Zeit mit dem kleinen Trotzkopf!

Und: Alles nur eine Phase und die geht irgendwann vorbei ;-)

 

 

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