Hoppsala
 

Die Struktur von hoppsala.de alle Inhalte

Du bist hier: Home »» Pädagogik »» Erziehung & Entwicklung

Suchen

Home

Journal

Pädagogik

Erziehung & Entwicklung

Kleinkinder

Kindergartenalter

Schulanfänger

Schulkinder & Teens

Besser Lernen

Medienerziehung

Leseförderung

Ängste bei Kindern

Sexualpädagogik

Pädagogische Konzepte

Debatte

 

Junge Familie

Gesundheit

Ernährung

Freizeit & Feste

Kindergeburtstage

DIY - Selbstgemacht!

Seite für Kinder

Bücher für Kids & Co

Gewinnspiele

Kontakt/Impressum

 

Aus der Bücherecke

Korbinian mit dem Wunschhut

lesen


Zurück zur letzten Seite Druckversion Seite empfehlen Einen Kommentar schreiben

 

Legasthenie

Was ist Legasthenie?

Als Marlon eingeschult wurde, war er ein aufgewecktes und fröhliches Kind. Seine Mutter Bärbel hatte im Laufe des ersten Schuljahres schon eine leise Vorahnung, denn Marlon tat sich mit dem Lesen sehr schwer und auch die Wörter schrieb er immer wieder anderes. „Das gibt sich schon noch“, meinte die Lehrerin, aber auch in der zweiten Klasse wurde es trotz Förderunterricht in Deutsch nicht besser.

Bärbel erinnert sich, wie ihr Sohn eines Tages weinend nach Hause kam und rief: „Mama, ich bin der Blödeste in der Klasse, die anderen lachen mich auch, wenn ich Vorlesen muss oder etwas an die Tafel schreibe. Alles was ich mache, ist falsch!“ Marlon war verzweifelt und wollte partout nicht mehr zur Schule.

„Mir war klar, dass wir sofort Handeln mussten“, erzählt Bärbel. Nach endlosen Gesprächen mit den Lehrern und unterschiedlichen Tests stand fest: Marlon ist Legastheniker.

Legasthenie ist eine Lese- Rechtschreibstörung. Betroffen sind etwa fünf Prozent aller Kinder. Wenn ein Kind mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens hat, leidet es aber nicht automatisch an einer Lese-Rechtschreibstörung. Von einer Legasthenie spricht man, wenn die Lese- und/oder Rechtschreibleistungen eines Kindes deutlich schlechter sind, als man es gemäß seiner allgemeinen Intelligenz und seinem Alter von ihm erwarten würde.

Wenn euer Kind beispielsweise in den Fächern Mathematik und Sachkunde gute Leistungen, erzielt, aber im Fach Deutsch regelmäßig sehr schlechte Beurteilungen bekommt, könnte dies ein Anzeichen für eine Legasthenie sein.

 

Kann man eine Legasthenie an konkreten Fehlern erkennen?

Es gibt keinen typischen Rechtschreib- oder Lesefehler, an dem man einen Legastheniker zweifelsfrei erkennen kann. Allerdings gibt es eine Reihe von Fehlern, die viele Legastheniker besonders häufig machen. Ähnlich aussehende Buchstaben werden oft miteinander vertauscht, ebenso die Reihenfolge der Buchstaben eines Wortes. Oft lassen Legastheniker ganze Buchstaben oder Wortteile weg. Sie können häufig ähnlich klingende Buchstaben nicht unterscheiden. Auch wenn die Rechtschreibregeln bekannt sind, können Legastheniker sie meist nicht umsetzen.

Beim Lesen sind die betroffenen Kinder oft sehr langsam. Es kommt vor, dass die einzelnen Laute nicht miteinander verbunden werden und die Kinder ganze Buchstaben oder Wortteile weglassen. Auch kann es passieren, dass die Buchstabenfolge vertauscht oder ganze Wortteile ersetzt. Oft verstehen die Kinder den selbst gelesenen Text nicht.

 

Ist mein Kind dumm?

Wenn ein Kind an Legasthenie leidet, dann merkt es selbst, dass es anders ist als die anderen. Hinzu kommt, dass es von den Mitschülern belächelt oder gar verspottet wird. Klar, dass die Kinder sich selbst sehr dumm und minderwertig vorkommen. Doch Kinder mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung sind nicht dümmer als andere.

Sie können in anderen Bereichen ebenso gute oder gar bessere Leistungen vollbringen wie andere Kinder auch. Ihre Intelligenz ist meist durchschnittlich gut.

Woher die Ursachen für diese Störung herrühren, ist noch nicht genau bekannt. Man geht von einer Gehirnentwicklungsstörung aus, die für die Schwierigkeiten der Kinder verantwortlich ist. Legasthenie ist oft auch erblich bedingt. Bei Kindern mit Lese- Rechtschreibstörung verläuft die Verarbeitung von Sprache und Bildern schwieriger und langsamer als üblich. Es kommt erschwerend hinzu, dass diese Kinder oft auch Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren.

 

Wenn der Verdacht besteht …

Wenn der Verdacht besteht, euer Kind könnte einer Lese-Rechtschreibstörung leiden, solltet ihr zunächst mit den Lehrern sprechen und abklären, ob die Leistungen des Kindes in Deutsch tatsächlich stark vom Klassendurchschnitt abweicht.

In den meisten Schulen wird mittlerweile Förderunterricht für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik angeboten. Darüber können die Lehrer Auskunft erteilen. Sollten die Lehrer bestätigen, dass bei eurem Kind gravierende Störungen vorliegen, sind umfangreiche Untersuchungen beim Schulpsychologen und/oder bei einem Facharzt erforderlich, um zu einer eindeutigen Diagnose zu kommen.

 


Wie wird Legasthenie genau diagnostiziert?

Die Diagnose ist aufwändig und wird in der Regel von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie durchgeführt. Er benötigt dazu auch die Mithilfe der Eltern, da diese ihr Kind am besten kennen.

Von Bedeutung sind

  • Informationen über die Entwicklung des Kindes 
  • Einzelheiten über verschiedene weitere Schwierigkeiten

Es werden weiterhin umfangreiche körperliche Untersuchungen gemacht, die Auskunft darüber geben sollen, ob physiologische Gründe für die Schwierigkeiten des Kindes vorliegen.

Auch Lese- und Rechtschreibtests werden mit den Kinder durchgeführt und zu guter Letzt wird ein Intelligenztest durchgeführt.

 

 

Ist Legasthenie heilbar?

Die Betroffenen werden immer Schwierigkeiten mit dem Schreiben und/oder Lesen haben, allerdings können die Kinder durch geeignete schulische Förderung und durch weitere therapeutische Maßnahmen  - sofern erforderlich - große Fortschritte erzielen.

Im Erwachsenenalter wird sich eine Legasthenie im günstigen Fall kaum noch bemerkbar machen, aber ganz heilbar ist sie nicht.

 

Gibt es schulische Erleichterungen für mein Kind?

Marlon besucht heute ein Gymnasium. Er sitzt zwar deutlich länger an seinen Hausaufgaben als seine Mitschüler, aber es macht ihm Spaß und er hat bereits große Fortschritte erzielt.

Besondere schulische Erleichterungen gibt es in erster Linie für Kinder mit Lese-Rechtschreibstörungen, da hier Nachteile für nahezu alle Fächer entstehen.

In Bayern wurde 1999 ein neuer Erlass des Kultusministeriums herausgegeben, in dem Legastheniker von Leistungserhebungen frei gestellt werden, die nur der Überprüfung der Rechtschreibkenntnisse dienen. Diktate und Nachschriften werden demnach nicht benotet.

Bei anderen Prüfungen im Fach Deutsch darf die Rechtschreibung bei den betroffenen Schülern nicht mit in die Bewertung einfließen. Das Gleiche gilt für die Benotung in anderen Fächern. Die Erarbeitung neuer Lerninhalte soll stärker mündlich und nicht nur schriftlich erfolgen. Auch in Fremdsprachen dürfen Rechtschreibfehler nicht bewertet werden.

Darüber hinaus sollen Legastheniker mehr Zeit für die Bearbeitung von Prüfungsaufgaben erhalten und - wenn notwendig - weitere Unterstützung beispielsweise durch das Vorlesen der Aufgabenstellung erhalten und zwar über die gesamte Schulzeit hinweg.

Bärbel erzählt, dass es ein wirklich großer Aufwand ist, die Lehrer aufzuklären und sie mit ins Boot zu nehmen. „Die Vorbehalte gegenüber Legasthenikern sind oft noch groß“, so Bärbel.

Und trotz der „Erleichterungen“ hat Marlon nicht immer einen leichten Stand, denn Gelesen und Geschrieben wird in fast allen Fächern. Während sich seine Klassenkameraden darüber freuen, wenn sie mal nur ein paar Seiten lesen müssen, sitzt Marlon den ganzen Nachmittag daran.

Mittlerweile darf er einen Laptop um Unterricht benutzen, das erleichtert ihm einiges ungemein.

 

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Wenn dein Kind Legastheniker ist, braucht es eine besondere Unterstützung. Die Schulzeit ist für sie oft eine Leidenszeit, da wichtige Erfolgserlebnisse ausbleiben. Daher ist es besonders wichtig, dass die Kinder in außerschulischen Bereichen Bestätigung bekommen!

Auch wenn es für dein Kind wichtig und notwendig ist, mehr zu üben als andere Kinder, sollte genügend Zeit für andere Dinge, die ihm Spaß machen!

Die Hausaufgaben eines Legasthenikers sollten durchgehend begleitet werden. Das erfordert von beiden Seiten viel Einfühlungsvermögen und viel Geduld! Tägliche Streitereien wegen der Hausaufgaben können eine harte Bewährungsprobe für die Mutter-Kind-Beziehung werden. Sollte dies der Fall sein, dass sucht nach Entlastungen. Vielleicht gibt es jemanden eurer Familie oder im Freundeskreis, der die Hausaufgabenbetreuung an einige Tagen übernehmen kann.

Das legasthene Kind braucht in der Regel länger, um Lernfortschritte zu erzielen. Ihr müsst euch diesem Lerntempo anpassen und auch schon kleinste Lernfortschritte loben. Setzt euch und eurem Kind kleine, erreichbare Ziele!

Wenn das Kind bereits beim Abschreiben häufig Fehler macht, ist es doch schon eine gute Leistung, wenn es beispielsweise drei Wörter richtig abschreibt. Dafür sollte es entsprechend gelobt werden, denn das schafft Selbstvertrauen und mit viel davon im Gepäck gehen die Kinder viel motivierter an die Bearbeitung der nächsten Aufgabe heran.

Die Aufgabenschwierigkeit sollte erst dann gesteigert werden, wenn das Kind den vorhergehenden Schritt sicher beherrscht.

 

Mehr Infos zum Thema bekommt ihr unter:

 

Buchtipps:

  • Firnhaber, Mechthild: Legasthenie und andere Wahrnehmungsstörungen. Fischer TB, 8.95 Euro. >> bestellen
  • Schulte-Körne, Gerd: Elternratgeber Legasthenie. Knaur, 16,95 Euro. >> bestellen

 

Hier findet Ihr weitere Artikel aus unserem Bereich Erziehung & Entwicklung

nach oben

Zurück zur letzten Seite
Druckfähige Version dieser Seite
Diese Seite empfehlen
Meinung zu diesem Artikel schreiben

Yoga & Spirit

Auf unserer Partnerseite so-ham.de findest du viele Inspirationen rund um Yoga und Achtsamkeit. Gönn dir eine Auszeit auf




Quicklinks



 

© hoppsala.de | Entwicklung: HEIM:SPIEL | Datenschutz