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Was Eltern tun können, wenn ihr Kind nicht richtig spricht

Sind Ihnen als Eltern schon manches Mal Zweifel gekommen, ob mit der Sprachentwicklung Ihres Kindes alles in Ordnung ist? Vielleicht haben Sie festgestellt, dass Ihr Kind nicht richtig reagiert, wenn Sie etwas zu ihm sagen. Oder es spricht undeutlich und bildet falsche Laute. Oder es spricht noch überhaupt nicht, während andere Kinder im gleichen Alter schon längst munter drauflos plappern. Und nun stehen Sie ratlos da und fragen sich: Was tun?

Genau diese Erfahrung habe ich vor fast zehn Jahren selbst gemacht. Als unser zweites Kind zwei Jahre alt war, suchte ich mehrmals den Kinderarzt auf, weil ich mir Sorgen um seine sprachliche Entwicklung machte. Und jedes Mal bekam ich zu hören: „Abwarten und geduldig sein! Das Sprechen kommt bald von ganz allein!“ Die Vorhersage bewahrheitete sich leider nicht. Das Blatt wendete sich erst, als ich mit meinem knapp dreijährigen Sohn auf eigene Initiative die Stimm- und Sprachabteilung der Universitätsklinik aufsuchte. Dort war die Diagnose rasch erstellt: Sprachentwicklungsstörung. Endlich kam der Stein ins Rollen. Kurz darauf kam mein Kind in logopädische Behandlung, später schlossen sich weitere Maßnahmen an, die allesamt sehr gute Erfolge erzielten.

Heute bin ich froh, dass ich mich von den gut gemeinten Ratschlägen meiner Verwandten und Bekannten und den Beschwichtigungsversuchen der Kinderärzte damals nicht beirren ließ. Denn im Lauf von sechs Jahren Förderung hat mein Sohn bedeutende Sprachfortschritte gemacht und sich insgesamt prächtig entwickelt. So sind ihm leidvolle Erfahrungen erspart geblieben, wie sie viele Kinder in seiner Situation durchmachen müssen: im Kindergarten gehänselt zu werden, in der Schule überfordert zu sein.

Meine guten Erfahrungen habe ich inzwischen in einem Buch zusammengefasst. Es trägt den Titel „Wie Kinder richtig sprechen lernen. Sprachförderung – ein Wegweiser für Eltern.“ (Klett-Cotta, 2004). Ich möchte damit alle Eltern, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, ermutigen: Lassen Sie sich, wenn Sie ernsthafte Zweifel haben, nicht vertrösten, und schieben sie nichts auf die lange Bank. Es lohnt sich, rechtzeitig aktiv zu werden – Ihr Kind kann davon nur profitieren.

 

Ab wann besteht Grund zur Sorge?

Allgemein heißt es, dass ein Kind im Alter von 18 Monaten über einen aktiven Wortschatz von durchschnittlich zehn Wörtern verfügt. Viele Kinder sind in diesem Alter jedoch schon wesentlich weiter. Aber selbst wenn ein eineinhalbjähriges Kind noch kein einziges Wort beherrscht, besteht noch nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass bei manchen Kindern der Knoten erst später platzt und ihre Sprachentwicklung dann dafür einen umso größeren Sprung macht. Warten Sie also erst einmal in Ruhe ab. Nur wenn Ihr Kind mit zweieinhalb Jahren noch immer eindeutig hinter den Gleichaltrigen zurückliegt – wenn es zum Beispiel in diesem Alter noch keine Zweiwortsätze bilden kann –, wird es allmählich Zeit, an eine genaue fachärztliche Abklärung zu denken. Dafür stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen: Sie können sich an Ihren Kinderarzt, einen HNO-Arzt, einen Phoniater (Facharzt für Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen) oder an eine Universitätsklinik (Abteilung für Stimm- und Sprachstörungen) wenden. Dort erhalten Sie auch die ärztliche Verordnung für eine gegebenenfalls anstehende Therapie.

 

Welche Therapie- und Fördermöglichkeiten gibt es?

Wenn bei Ihrem Kind tatsächlich Sprachschwierigkeiten festgestellt wurden, lohnt es sich, die nachfolgenden Möglichkeiten sorgfältig zu prüfen, um in Absprache mit dem Arzt eine passende Auswahl treffen zu können.

 

Logopädie: Das ist die erste und naheliegendste Möglichkeit, die Sprachentwicklung des Kindes zu fördern. In der logopädischen Therapie wird auf spielerische Weise versucht, die Sprechfreude des Kindes zu wecken, damit es über die Kommunikation seinen Wortschatz und sein Sprachverständnis erweitern kann.

Ergotherapie: Sprachstörungen beruhen häufig auf Wahrnehmungsstörungen, das heißt einer gestörten Verarbeitung von Sinnesreizen. Die Ergotherapie behandelt solche Störungen im Bereich der Grob- und Feinmotorik und der Körperwahrnehmung. Auf diese Weise verbessert sich meistens auch die Sprache.

Heilpädagogik: Sie ist angezeigt, wenn das Kind neben Sprachschwierigkeiten auch noch Entwicklungsstörungen in anderen Bereichen – zum Beispiel in der Wahrnehmung und in seiner seelischen Entwicklung – aufweist. Die Kosten werden nicht durch die Krankenkasse, sondern durch das Jugendamt erstattet.

Psychomotorik: Bei Bewegungsauffälligkeiten, sozialen Kontaktschwierigkeiten und Sprachproblemen bietet sich die psychomotorische Förderung an, die gewöhnlich in Gruppen stattfindet. Hier werden Kinder durch gemeinsames Spielen, kreatives Gestalten und Bewegungsspiele ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert.

Rhythmik: Rhythmische Erziehung fördert mittels Musik, Sprache und Bewegung unter anderem die Hörwahrnehmung, das Rhythmusgefühl und die Motorik – und damit die Sprachentwicklung. Sie findet üblicherweise in Gruppen statt.

Audio-Psycho-Phonologie: Es handelt sich hierbei um eine besondere Therapie zur Verbesserung der Hörwahrnehmung – eine Art „Horchtraining“, das über Kopfhörer vermittelt wird. Die Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

Förderung im Kindergarten: Individuelle Förderung für Kinder mit Sprachschwierigkeiten bieten Integrationskindergärten, heilpädagogische Tagesstätten und vor allem Sprachheilkindergärten an. Dort werden die Kinder nicht nur in kleinen Gruppen betreut, sondern erhalten auch Therapie- und Förderstunden.

Förderung in der Schule: In so genannten Sprachheilschulen werden Kinder mit Sprachschwierigkeiten von speziell ausgebildeten Sprachheilpädagogen unterrichtet. Die Klassen sind wesentlich kleiner und neben dem Unterricht finden meist auch separate Therapiestunden in Kleingruppen statt.

Rita Steininger

 

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