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Kinder besser verstehen - Gesprächsregeln

„Ich-Botschaften" senden

Wenn wir erfahren wollen, was im anderen vorgeht, kommen wir mit Vorwürfen und Ver-allgemeinerungen nicht weit. „Du bist immer so schlecht gelaunt“: Wer sich so angegriffen fühlt, wird sich verteidigen oder verschließen, aber kaum bereit sein, sein Innenleben nach außen zu tragen. Konstruktiver sind Ich-Botschaften: „Ich habe das Gefühl, dass es dir in letzter Zeit nicht so gut geht.“

Ich-Botschaften sind besonders geeignet, Problemsituationen zu entschärfen, denn sie „schaffen dem Kind... die Möglichkeit, freiwillig die Situation zu verändern“, schreibt die Familientherapeutin Paula Honkanen-Schoberth. Sie weist aber auch darauf hin, dass „das Wort ICH aus einer Botschaft nicht automatisch eine Ich-Botschaft“ macht. „Ich fin-de dich blöd“ ist nur ein umformuliertes „Du bist blöd“. Wesentlich für eine Ich-Botschaft ist der Ausdruck einer eigener Empfindung. Sie ist keine Garantie für ein effektives Ge-spräch, aber eine gute Grundlage.


 
Eine unterschätzte Kunst: das Zuhören

Zum Zuhören gehört weit mehr, als aufmerksam den Worten des Gegenübers zu lau-schen. Allzu schnell glauben wir zu wissen, was das andere gemeint hat. Dabei fallen wir oft bloß den eigenen Denkmustern zum Opfer, und das Missverständnis ist perfekt.

Kindern zuzuhören heißt in erster Linie, aufmerksam und geduldig zu bleiben: „Erwachsene erfahren ein Gespräch mit Kindern im Vergleich zu einem Gespräch unter Erwachsenen oft als unpräzise, von einem Punkt zum anderen hüpfend“, so Delfos. Auch hier gilt es, Gewohnheiten zu hinterfragen und sich auf eine verspielte Denkweise einzulassen. Kindern zuzuhören heißt auch auf Zwischentöne zu achten und nachzufragen, ob wir etwas richtig verstanden haben. Dadurch kommen wir so manchen Fehlinterpretationen zuvor und regen unsere Kinder zum Weiterspinnen eines Gedanken an. Das kann sehr spannend sein - wenn wir uns darauf einlassen.

Zuhören bedeutet auch, Verständnis und Interesse zu signalisieren. Nonverbale Reaktionen wie Nicken, Lächeln usw. gehören zu unserem intuitiven Verhaltens-repertoire. Wer sie bewusst einsetzt, kann ein Gespräch beleben - vorausgesetzt, unsere Signale sind aufrichtig und nicht gespielt.

Thomas Gordon spricht vom „aktiven Zuhören“ als einem kommunikativen „Türöffner“: Wer gut zuhören kann, wird auch viel erfahren.

 

Feedback geben und fordern

Wir sollten dem Kind Feedback geben, ihm also mitteilen, was wir verstanden haben. „Ich habe das Gefühl, dass dich das richtig geärgert hat.“ Hilfreich kann es sein, Empfindun-gen zu äußern: „Ich freue mich, dass du mir davon erzählt hast.“ Auch wir Eltern sind auf Feedback angewiesen, damit wir unsere Wirkung besser einschätzen können. Wir sollten Kinder ausdrücklich dazu auffordern, ihre ehrliche Meinung über unser Gespräch zu äu-ßern. Wir sollten allerdings darauf gefasst sein, dass wir nicht  nur Positives zu hören bekommen. Was zählt, ist der kindliche Mut zur Aufrichtigkeit. Auf Kinder, die uns ehrlich ihre Meinung sagen (ohne dabei absichtsvoll zu verletzen), können wir stolz sein, denn sie werden auch in ihrem späteren Leben für ihre Rechte und Überzeugungen eintreten.

 

Das Kind weder zutexten noch ausquetschen

Wer seinem Kind Moralpredigten hält, verdonnert es zu Passivität und Hilflosigkeit. Was soll es denn antworten auf die drohende Frage: „Haben wir uns verstanden?“ Auch Aus-fragen ist in der Regel kontraproduktiv. Wer sich verhört fühlt, wird sich kaum vertrauensvoll öffnen. Konsequenz: Das Kind wird unzugänglich. „Notwendig ist ein echter Austausch, bei dem das Kind und der Erwachsene die Rollen wechseln, also jeder einmal zuhört und einmal spricht“, konstatiert Professor Manfred Heinemann von der Mainzer Uni-Klinik für Kommunikationsstörungen.

 

Über das Reden reden

„Nicht zu wissen, worauf ein Gespräch abzielt, kann ein Kind verunsichern und Angst hervorrufen“, betont Martine F. Delfos. So sollten wir Kinder unbedingt schon vorab über unsere Absichten und das Gesprächsziel informieren: „Ich möchte gerne erfahren, wie es dir geht.“ Auch im Verlauf des Gesprächs macht es Sinn, Kommunikationsstrategien zu thematisieren („Ich frage dich das, weil....“) Das schafft Vertrauen und zeigt dem Kind, dass wir es in den Prozess einbeziehen und bereit sind, unser Verhalten zu erläutern. Ein Gespräch lässt sich gut mit einem kurzen Dank beenden: „Ich habe eine Menge erfahren und danke dir für deine Offenheit.“

 

Weitere Beiträge aus der Reihe "Kinder besser verstehen":

Felicitas Römer

 

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