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Ab welchem Alter soll ein Kind in die Kita?

Viele meiner Freunde und Bekannte sind der Meinung, dass es viel zu früh sei, ein Kind mit 1 Jahr ganztägig in eine Kita zu geben.

Ich bin selbst in einer solchen Einrichtung tätig und habe so einen guten Einblick der dort betreuten Kinder und mache mir aufgrund der Diskussionen mit meinen Freunden und Bekannten so meine Gedanken um das Pro und Contra dieses Themas.

 

Die Pros:

  • der Rollenwandel der Frau in der heutigen Gesellschaft / persönliche Verwirklichung

    Es ist in der heutigen Gesellschaft nicht unbedingt mehr so, dass eine Frau, sobald sie Mutter wird, automatisch zuhause bleibt, ihren Beruf aufgibt und nur noch für den Haushalt, das Kind und dessen Erziehung zuständig ist.

    Die Frau von heute hat sich aus den Zwängen der Rolle als Hausfrau und Mutter gelöst; spätestens seit Ende der 60er Jahre, als die Auswirkungen der Frauenbewegung und des neuartigen Verhütungsmittels "Pille" in der Gesellschaft immer deutlicher zu spüren waren, haben sich für Frauen viele neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung ergeben. Es ist heute nichts ungewöhnliches mehr, wenn eine Frau ihrem Beruf nachgeht UND eine Familie gründet. Das bedeutet auf der anderen Seite natürlich, dass für die Zeit/für die Rolle, die die Frau früher in der Familie hatte, nun Institutionen einspringen müssen, die eine Betreuung des Nachwuchses gewährleisten.

    Hier treten nun die sog. Kitas auf den Plan: Sie bieten bei Bedarf eine ganztägige Betreuung schon von Kleinstkindern an. Diese ermöglichen nun der Mutter, ihr Kind betreut zu wissen und gleichzeitig dem eigenen Beruf nachzugehen.

  • der wirtschaftliche Aspekt / die finanzielle Absicherung der Familie

    Gerade in der heutigen Zeit sind Institutionen wie eine Kita aus dem Versorgungssystem nicht mehr wegzudenken; viele Mütter sind alleinerziehend und dementsprechend allein verantwortlich für das Einkommen der Familie.

    Weiterhin lässt es gerade die aktuelle Wirtschaftslage oft nicht zu, dass nur ein Verdiener die Familie versorgen kann; heutzutage sind immer häufiger zwei Einkommen nötig, um die Familie finanziell abzusichern, das heißt die Frau wird als Mitverdienerin dringend benötigt.

    Kitas ermöglichen es also den Frauen, sich an der finanziellen Versorgung der Familie zu beteiligen; sie sind nicht automatisch mit der Gründung einer Familie "ans Haus gebunden" und somit aus dem Berufsleben ausgeschlossen. 


  •  die Entwicklung des Kleinkindes und seiner Spielkameraden in der Kita

    Kinder, die schon recht früh in einer Kita betreut werden, haben schon früher die Chance erste Schritte in Bezug auf die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz zu machen als Kinder, die erst mit 3 Jahren in eine Kita oder einen Kindergarten kommen. Das Zusammensein mit vielen anderen Kindern bietet einerseits vielfältige Kontakte mit anderen Kindern, die es ermöglichen, das soziale Verhalten, bzw. die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (z.B. Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, partnerschaftliches und rücksichtsvolles Verhalten) zu trainieren beziehungsweise auch zu fördern. Die Kita bietet mit ihrem Angebot an Betreuung, Spielideen und Fördermöglichkeiten eine Vielfalt an Möglichkeiten, die in dieser Form zuhause in der eigenen Familie nicht unbedingt möglich sind.

    Andererseits bieten solche Kleinkinder auch den älteren Spielkameraden in der Kita viele Möglichkeiten. Diese lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen, bzw. Rücksicht zu nehmen und die Kinder können den kleineren Kindern Dinge beibringen, die sie selbst in der Kita gelernt haben. Viele Kinder, die vielleicht zuhause keine Geschwister haben, können im Zusammensein mit kleineren Kindern so die Rolle der älteren Schwester/des älteren Bruder erleben.

    Betrachtet man sich diese drei Beispiele, so zeigt sich deutlich, dass die Kitas mit ihrem Betreuungsangebot eine unentbehrliche Unterstützung der Familie sind. Auf der wirtschaftlichen Seite, der entwicklungspsychologischen Seite, aber auch in Bezug auf die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft bzw. auf die veränderten Familienformen der heutigen Gesellschaft ist die Kindertagesstätte heute nicht mehr wegzudenken.

    Wie die obigen Beispiele zeigen, gibt es viele Vorteile dieser Betreuungsform. Aber es gibt es aber auch einige Nachteile. Anhand von drei Gegenargumenten möchte ich nun einmal die Contraseite der frühen Betreuung eines Kindes in der Kita verdeutlichen.

 

Die Contras

  •  Ein höherer Betreuungsaufwand

    Betrachtet man im Vergleich einmal den Betreuungsaufwand für ein 1-jähriges Kind und den für ein 4-jähriges Kind, so ergeben sich hier einige gravierende Unterschiede, die schnell zu Spannungen innerhalb einer Gruppe führen können:

    Eine Tatsache ist, dass z.B. ein 1-jähriges Kind aufgrund seines jungen Alters gerade bei den Primärbedürfnissen (Essen, Schlafen, Sauberhalten) noch einigen Mehraufwand bedeutet als ein älteres Kind: Diese Kinder müssen mehrmals täglich gewickelt werden, brauchen Hilfe beim An- und Entkleiden und wahrscheinlich auch beim Essen, ermüden schneller bei Aktivitäten wie z.B. Spaziergängen (müssen also dann getragen, bzw. im Wagen geschoben werden) und bedürfen allgemein einer größeren Aufmerksamkeit als die Älteren (z.B. Verletzungsgefahren in der Kita). Sicher sind die Kitagruppen auf kleinere Kinder eingestellt und die Tagesplanungen, bzw. die Anzahl der Betreuer dementsprechend angepasst, aber trotz alledem bedeutet dieser Mehraufwand und damit die größere Hinwendung zu den kleineren Kindern oft Stress für die Größeren:

    Einerseits fühlen sich diese u.U. vernachlässigt, bzw. sind die Spielangebote für die Älteren wegen den kleineren Kindern auch etwas "eingeschränkt" und es besteht die Gefahr, dass sie sich unterfordert fühlen.

    Die Betreuer stehen tagtäglich vor der schwierigen Aufgabe, dieses Ungleichgewicht auszubalancieren. 

     
  • Die Entwicklung eines Kleinkindes

    Berücksichtigt man die Fachliteratur, so muss man sich bei der Frage nach einer frühen Betreuung eines Kleinkindes auch fragen, ob diese nicht eventuell der Entwicklung des Kleinkindes schadet:

    Im ersten Lebensjahr stehen neben den primären Bedürfnissen (d.h. alle physiologischen Bedürfnissen wie z.B. Schlaf, Nahrung, Ausscheidung, Wärmebedürfnis, etc.) vor allem auch die sozialen Bindungen an erster Stelle. Diese sind in dieser Zeit vor allem die Mutter und der Vater. Anhand dieser Bindungen erfährt das Kind Sicherheit und Schutz und fühlt sich "geborgen", um seine ersten Schritte in die für ihn so neue und schwierige Welt zu machen. Sein Informations- und Erkundungsbedürfnisses lässt es seine Umgebung erkunden und kennen lernen. Kann man es dann z.B. einem gerade 14 Monate alten Kind schon zumuten, sich mit vielen, neuen Menschen auseinander zusetzen und in eine völlig andere soziale Gruppe als der Kleinfamilie integriert zu werden? Wie sieht es mit der Trennung von der Mutter aus? Wie nimmt das Kleinkind die ganztägige Trennung von der Mutter wahr, mit der es im ersten Lebensjahr erst eine feste Bindung aufgebaut hat? Können dadurch nicht z.B. Verlustängste entstehen, die das Kind während seiner weiteren Entwicklung unwiderruflich prägen? Haben solche Kinder überhaupt die Zeit und Ruhe, jeden ihrer weiteren Entwicklungsschritte zu durchlaufen?

    Mit Sicherheit muss berücksichtigt werden, dass nicht jedes Kind sich in demselben Tempo wie das "Lehrbuch" entwickelt, manche sind mit 1 Jahr weiter als andere mit 18 Monaten. In diesem Punkt sollte genauestens und individuell berücksichtigt werden, wie weit das Kind sich bereits entwickelt hat und ob es schon reif genug für eine Kita ist.

    Aber trotz alledem ist es wichtig zu beachten, dass gerade in den ersten 2-3 Lebensjahren Entwicklungsschritte ablaufen, die prägend sind für das gesamte weitere Leben. Für diese Zeit braucht ein Kind verlässliche, überschaubare Bedingungen, um sich zu entwickeln. Kann dies eine Kita, in der es regelmäßig zu Veränderungen kommt (sei es personell oder durch Veränderungen in der Kindergruppe selbst) leisten? Können sich die Erzieher bei der großen Anzahl von Kindern genug Zeit nehmen, mit diesen Kleinkindern zu arbeiten?


  • Die Altersmischung

    Was bedeutet eine Mischung von kleineren und älteren Kindern für die Kitagruppe? Neben den Vorteilen, die ich im ersten Teil meines Berichtes geschildert habe, können auch Nachteile entstehen:

    Einerseits kann es sein, dass die älteren Kinder durch das Spielangebot für die jüngeren unterfordert werden und ihre Fähigkeiten nicht weiterentwickeln können. Ebenso kann der umgekehrte Fall eintreten: Die jüngeren Kinder werden durch das Spielangebot für die älteren Kinder überfordert, bzw. verstehen sie noch nicht und können ihre Fähigkeiten dementsprechend nicht weiterentwickeln.

    Hier ist es nötig eine gesunde Balance zwischen Spielangeboten für jüngere und ältere herzustellen und die jeweiligen Gruppen angemessen zu fördern.

 

Fazit

Ob es nun sinnvoll ist, sein Kind schon in einem frühen Alter in eine Kita zu geben, oder nicht, ist nicht pauschal zu beantworten. Es kommt auf die Kinder und auch auf die Lebensumstände an!

 

 

Literatur:

  • Hildegard Rieder-Aigner; "Handbuch Kindertageseinrichtungen"; Walhalla Fachverlag
  • Kita aktuell; Zeitschrift für die LeiterInnen der Tageseinrichtungen für Kinder; Ausgabe NRW, 6. Jahrgang; März 1997, Nr.3; Carl Link Verlag
  • Kita aktuell; Zeitschrift für die LeiterInnen der Tageseinrichtungen für Kinder; Ausgabe NRW, 6. Jahrgang; Oktober 1997; Nr. 10; Carl Link Verlag
  • Leokadia Brüderle; Bettina Petzold; "Frauenleben zwischen Beruf und Familie"; Weinheim, München; Juventa Verlag, 1992
  • Christine Feldmann-Neubert; "Frauenleitbild in Deutschland 1948-1988; dt. Studienverlag, Weinheim 1991

 

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