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Geschichte der Piraterie

Antike

Die ältesten Aktivitäten zu See, die als Piraterie bezeichnet werden können, ereigneten sich um 1200 v. C., die Zeit des Seevölkersturms. Es hatten sich mehrere damals zur See fahrende Völker im östlichen Mittelmeerraum zu einer Art Koalition zusammengeschlossen, die von nun an viele angrenzende Städte und Reiche plünderten und zerstörten. Unter anderen soll auch der bekannte Stadtstaat Ugarit in diesem Zuge vernichtet worden sein. Und auch Zypern wurde 200 Jahre lang von den Seevölkern kontrolliert. Ausgangspunkt dieser ersten Piraten war Lykien in der heutigen Türkei. Da es jedoch zu dieser Zeit noch kein internationales See- und Völkerrecht gab, muss hier mit dem Begriff „Piraterie“ vorsichtig umgegangen werden.

Homer berichtet in seinen Epen von Piraten im 8. Jhdt. v. C., die Schiffe und Städte des antiken Griechenland ins Visier genommen hatten. Um sich vor ihnen zu schützen, wurden Städte meist in einiger Entfernung zur Küste errichtet. Doch auch hier wussten sich die Piraten zu helfen: Sie arbeiteten mit Teilen der küstennahen Bevölkerung zusammen. Insbesondere die Küste der Ägäis war von den Angriffen betroffen. Die Kreter unter ihrem König Minos waren die ersten, die die Seeräuberei zu dieser Zeit erfolgreich bekämpfen konnten. Anders als in späteren Zeiten wurde Piraterie zu dieser Zeit allerdings nicht als unehrenhaft bewertet. Ganz im Gegenteil: Piraterie wurde als ehrenhafte Methode, seinen Reichtum zu mehren, angesehen!

Die aus Kleinasien stammenden Phokaier betrieben im 6. Jhdt. v. C. im westlichen Mittelmeer ausschweifend Piraterie. Sie waren durch die Ausdehnung des persischen Reiches aus Kleinasien vertrieben worden und siedelten sich fortan hauptsächlich in Alalia auf Korsika an. Von dort aus machten sie sich den Seehandel zwischen den Etruskern und den Karthagern zum Ziel und störten ihn massiv. Die vormals eher gegeneinander agierenden Etrusker und Karthager starteten daraufhin eine gemeinsame Gegenaktion und zwangen die Phokaier 540 v. C. zur Aufgabe.

Besonders in der Zeit der Perserkriege im 5. Jhdt. v. C. bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts v. C. hatte die Piraterie in der Antike ihre Hochzeit. Während dieser Zeit herrschte permanent der Kriegszustand auf dem Land, so dass wenige Möglichkeiten blieben, die Seefahrt zu sichern. Und das machten sich natürlich die Piraten zunutze. Sie kontrollierten beispielsweise den Sklavenhandel in dieser Zeit.

Als die Römer im 3. Jhdt. v. C. begannen, ihr Reich auch außerhalb Italiens zu vergrößern, wurden auch sie Ziel der Piraten. Allerdings konnten die Römer durch ihre sehr gute politische Struktur und Ordnung die Gefahr schnell bannen, indem sie zügig geeignete und taktisch ausgeklügelte Gegenmaßnahmen entwarfen.

 

Das Chinesische Meer: Die Wōkòu im 13. Jhdt.

Die Wōkòu waren Piraten, die sich hauptsächlich aus japanischen Soldaten, den „Ronin“, und Händlern sowie chinesischen Schmugglern und Ganoven zusammensetzten. Sie griffen besonders die Handelsschiffe im Gelben Meer und die Küsten Koreas und Chinas an. Später breiteten sie ihren Aktionsraum weiter aus und segelten sogar auf großen Strömen wie den Yangtze aufwärts.

 

Hansezeit: Vitalienbrüder, Likedeeler und friesische Piraterie

Vitalienbrüder (auch: Vitalier, Viktualienbrüder) nannten sich die Seefahrer, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts angeheuert wurden, um die Lebensmittelversorgung Stockholms bei der Belagerung durch Dänemark sicherzustellen und die feindlichen dänischen Schiffe zu versenken sowie den dänischen Seehandel zu stören. Ab Mitte der 1390er Jahre wurden sie zu Seeräuber und Freibeuter, die von nun an die Nord- und Ostsee unsicher machten und der Hanse über mehrere Jahre lang enormen Schaden zufügten. Sie gaben sich auch einen neuen Namen und nannten sich jetzt „Likedeeler“ (= Gleichteiler), da sie ihre Beute immer gerecht und gleich aufteilten. Ab 1392 war die Insel Gotland ihr Hautquartier, von wo sie 1398 durch einen Angriff des Deutschen Orden vertrieben wurden. Nach der Vertreibung verlegten die Likedeeler ihren Tätigkeitsschwerpunkt in die Nordsee und unterhielten mehrere Stützpunkte in Ostfriesland. Es dauerte über 30 Jahre, bis die Hanse die Likedeeler unter Kontrolle hatte. Der bekannteste Likedeeler war der berühmte Pirat Klaus Störtebeker. Ihre Losung lautete: „Gottes Freund und aller Welten Feind!“

Nach dem Ende der Likedeeler war die Piraterie in Friesland allerdings noch lange nicht beendet. Bis Mitte des 16. Jhdt. gelang es nicht, sie einzudämmen.

 

Die Blütezeit der Freibeuter: 16.-18. Jhdt.

Wie Ihr auch hier>> nachlesen könnt, waren Freibeuter staatlich legitimierte Piraten, d.h. Seeräuber, denen es von der Regierung oder einer Kommission mittels eines Kaperbriefes erlaubt war, feindliche Schiffe anzugreifen und zu plündern. Ihre Glanzzeit erlebten sie vom 16. bis zum 18. Jhdt. Insbesondere zu Kriegszeiten versuchten die kriegsführenden Parteien, nicht nur die Kriegsschiffe der Gegner zu zerstören, sondern auch ihren Handel zu unterbinden, um ihnen so wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Zu diesem Zwecke wurden dann die Freibeuter angeheuert. Da sie keinen Lohn bekamen, waren sie eine kostengünstige Alternative zur Kriegsmarine. Die von den Freibeutern gekaperten Schiffe wurden einem staatlichen Prisengericht übergeben und die Regierung behielt einen Teil der Beute, meist 10-20 %, ein. Den Rest teilten die Freibeuter unter der Mannschaft auf. Durch den Kaperbrief war es den Freibeutern nur erlaubt, gegnerische Schiffe anzugreifen. Griffen sie Schiffe der Regierung oder deren Verbündete an, wurden sie als Piraten angesehen und dementsprechend auch verurteilt.

Die englische Königin Elisabeth I. war eine berühmte Unterstützerin der Freibeuterei gegen Spanien, sogar in Zeiten, als zwischen beiden Ländern Frieden herrschte. Der bekannteste ihrer Freibeuter war Francis Drake.

 

Piraten in der Karibik

Wer an Piraten denkt, wird in den meisten Fällen an die Piraten in der Karibik denken. Dieses Motiv wurde auch schon häufig in Filmen (man denke nur an „Fluch der Karibik“), Büchern, Comics und sogar Computerspielen verarbeitet.

Die Entdeckung Amerikas und die daran anschließende Kolonialisierung und Ausbeutung der „Neuen Welt“ lockte auch viele Piraten in die Karibik. Die Handelsschiffe der Kolonialmächte mussten zum Abtransport ihrer Waren die Karibik mit ihren vielen Inseln durchqueren. Diese vielen Inseln dienten den Piraten wunderbar als Stützpunkte, von denen aus sie bequem ihre Überfälle planen und starten konnten. Besonders die Gold- und Silbertransporte aus den ertragreichen Silberminen auf dem amerikanischen Festland der spanischen Silberflotte waren Ziel der Überfälle der Piraten der Karibik. Aber auch Baumwolle, Tabak, Gewürze, Zuckerrohr und Kakao waren beliebte Beuteziele. Eine bekannte Gruppe der karibischen Piraten waren die Bukaniere, die von Hispaniola aus agierten. Der berühmteste aller Bukaniere war Henry Morgan. Mehr zu Bukanieren erfahrt Ihr hier>>. Eine weitere Gruppe waren die so genannten „Baymen“. Sie waren britische Piraten, die ihr Rückzugsgebiet an den Küsten Belizes fanden und von dort aus Raubzüge gegen spanische Schiffe unternahmen, bevorzugt im Golf („Bay“ - daher auch ihr Name) von Honduras.

Die Kolonialisierung Amerikas führte auch zu einer Rivalität der europäischen Seemächte England, Niederlande, Frankreich und Spanien. Um den Rivalen Schaden zuzufügen, wurde deswegen die Piraterie in der Karibik auch politisch unterstützt.

 

Mittelmeerpiraterie im 16.-19. Jhdt.: Korsaren, Barbaresken und Uskoken

Als Korsaren werden allgemein die Piraten und Freibeuter des Mittelmeeres vom 16.-19. Jhdt. bezeichnet. Als berühmteste Vertreter gelten die Barbaresken. Sie hatten ihre Hauptsitze in den Küstenstädten des Maghreb (Algier, Tunis und Tripolis) und starteten und organisierten von dort aus ihre Raubzüge. Von ihren islamischen Regierungen unterstützt und dazu ermächtigt, griffen sie besonders vom 16.-18. Jahrhundert christliche Schiffe an und plünderten sie. Da die Wirtschaftslage im Maghreb zu dieser Zeit besonders schlecht war, sie in den christlichen Ländern im nördlichen Mittelmeer hingegen florierte, war die Seeräuberei für die Maghreb-Staaten eine gute Einnahmemöglichkeit. Die Piraterie der Barbaresken bzw. der Korsaren nahm im Laufe der Zeit immer größere Ausmaße an und beschränkte sich nicht mehr nur auf den Mittelmeerraum, sondern verbreitete sich über den Atlantik bis nach Island. Einige Staaten, so die USA und die seinerzeit unabhängige Hansestadt Hamburg, verpflichteten sich sogar zu regelmäßigen Schutzgeldzahlungen an die Barbaresken, damit ihre Schiffe von den Barbaresken nicht angegriffen und geplündert wurden. Ab dem 17. Jhdt. begannen die europäischen Seemächte wie England, Frankreich und die Niederlande damit, sich gegen die Korsaren zu wehren, indem sie mehrfach Algier, Tunis und Tripolis angriffen. Auch die noch jungen USA stiegen später in diesen Kampf mit ein. Ein vollständiges Ende fand die Piraterie der Korsaren und Barbaresken allerdings erst ab 1830, als Algerien durch Frankreich erobert wurde.

Die Uskoken aus Kroatien waren eine weitere Gruppe der Korsaren. Sie überfielen und plünderten entlang der kroatischen Adriaküste Schiffe der venezianischen Besatzungsmacht. Mehr über die Uskoken könnt Ihr hier>> nachlesen.

 

 

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Sebastian Juris

 

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