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Der Weißstorch ist einer unserer bekanntesten Vögel. Sicherlich hast du schon mal einen Storch über die Wiese stolzieren sehen – dann ist er in der Regel hungrig und auf der Suche nach Beute. Und wenn er was erspäht hat, stößt er blitzartig mit dem Schnabel auf seine Beute herab. Er kann aber auch - wie ein Reiher - mit angewinkelten Beinen an einem Mauseloch lauern und dann plötzlich zustoßen. In seichten Gewässern durchschnäbelt er das Wasser nach etwas Fressbaren. Der Weißstorch ernährt sich ausschließlich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Fischen und auch Aas. Er ist auf keine Nahrung spezialisiert, sondern frisst die Beute, die häufig vorhanden ist. Weißstörche sind von Süd- über Mittel- bis Osteuropa zu Hause. Sie sind aber nicht mehr so weit verbreitet wie früher, sondern kommen nur noch in einigen Regionen vor, weil sie immer weniger geeignete Lebensräume finden. Zum Leben brauchen sie feuchte Wiesen mit Teichen, Weihern und Baumgruppen oder Sümpfe. Wälder meiden sie. Im Frühjahr kommen die Störche aus ihren Winterquartieren zurück an ihre Nistplätze, die sie Jahr für Jahr wieder benutzen und mit Zweigen und Ästen weiter ausbauen. So entstehen im Laufe der Zeit mächtige, hohe Horste - so werden die Nester genannt - die bis zu eineinhalb Meter hoch und breit werden können. Da die Stimme des Weißstorchs nur schwach ausgeprägt ist, verständigt er sich durch Klappern mit dem Schnabel. Daher auch der Begriff Klapperstorch. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Wenn die Störche miteinander flirten, wird auch laut gemeinsam geklappert – ein typisches Balzritual. Nach der Paarung im April legt das Weibchen im Abstand von zwei bis drei Tagen drei bis fünf weiße Eier. Nach etwa 32 Tagen schlüpfen dann die Jungen, die bis zu 68 Tage im Nest bleiben. Beide Eltern kümmern sich rührend um den Nachwuchs. Im Juni oder Juli sind die Jungen dann flügge und verlassen das Nest, um langsam auf einigen Beinen zu stehen. Sie müssen schnell selbstständig werden, denn ab Ende August werden die Flügel ganz weit ausgebreitet, um die erste große Reise gen Süden anzutreten. Störche gehören zu unseren bekanntesten Langstrecken-Zugvögeln. Ab August und September machen sie sich auf in ihre Winterquartiere im tropischen Afrika südlich der Sahara. Alle Störche fliegen lieber über Land und vermeiden es, große Strecken über das Meer zu ziehen. Das liegt daran, dass sie nur über Land mit Hilfe der warmen Winde im Energie und Kraft sparenden Segelflug dahin gleiten können. Einige Störche legen bis zu 10 000 Kilometer zurück, und zwar zweimal im Jahr! Mythen rund um den Storch In Norddeutschland wird der Weißstorch auch "Adebar" genannt. Dieser alte Name bedeutet übrigens "Glücksbringer". Einer alten Sage nach werden die Kinder vom Storch gebracht und in Thüringen übernahm „Meister Adebar“ sogar die Aufgaben des Osterhasen. Noch heute erzählen einige Eltern ihren kleinen Kindern das „Märchen vom Klapperstorch“. Das ist aber eher ein Mythos, der erklären soll, wo die kleinen Kinder herkommen. Diese Erklärung ist nirgends zu einer eigenen Geschichte ausformuliert, nur der Inhalt, die Kunde davon, wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Legende vom Storch, der die Kinder bringt, ist wahrscheinlich auf altem Heilwissen zurückzuführen. Demnach bezieht sich die Sage nicht auf den Schreitvogel, sondern auf das Heilkraut Storchschnabel. Wenn einfach kein Kind kommen will, soll bei täglichem Verzehr ein Tee aus diesem Kraut helfen, den Kinderwunsch zu erfüllen. Oder ist doch wahrscheinlicher, dass dieser das auf die mythologische Vorstellung, dass die Kinder sich vor ihrer Geburt im Wasser befinden und der Storch als Sumpfvogel geeignet ist, sie von dort ins Leben zu tragen, zurück? Wie auch immer – fest steht, dass der Klapperstorch nicht für die Babys verantwortlich ist ;-) Wenn du mehr über den Storch erfahren möchtest, dann klicke auf www.kindernetz.de.
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