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Die Nubbelverbrennung (V)

Der Nubbel hängt während der Karnevalstage über der Kneipentüre oder aus dem Fenster und hat seinen großen Auftritt am Karnevalsdienstag, wenn er unter großem Wehklagen, das mehr und mehr in wüste Beschimpfungen übergeht, zu Grabe getragen wird. Dies geschieht um Mitternacht des Karnevalsdienstags. Hat man sich vorher noch beim Kölsch bützend und schunkelnd in den Armen gelegen, wird es plötzlich still. Es wird eine Litanei auf kölsch verlesen von Abschied und Trauer und einem geliebten Menschen, dem Nubbel, der sterben muss. Klagerufe werden laut bis die Stimmung umschlägt. Jetzt wird der Nubbel beschimpft als Herumtreiber, Faulenzer und Säufer, der den Tod verdient. Plötzlich sind sich alle einig, dass er den Tod durch Verbrennen erleiden muss. Mit dem Nubbel wird symbolisch der Karneval begraben.

Nubbel ist ein kölscher Begriff, der schon vor der Jahrhundertwende im Sprachgebrauch war. Er wird benutzt, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder will z. B. Nubbels Chris (irgendwer), dä es beim Nubbel (irgendwo), dat wor dä Nubbel (irgendwer).

Die Nubbelverbrennung gibt es noch gar nicht so lange. Vorläufer des Nubbels war der Zacheies, der zum Ausklang der Kirmes verbrannt wurde. Das erste, was in Köln über die Zacheiesverbrennung bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1913. Damals wurde seine Verbrennung anlässlich der ältesten rechtsrheinischen Kirmes, der Buchheimer Kirmes, angekündigt. Daraufhin wurde die Kirmes verboten. Erst ab 1950 gibt es eine Zacheiesverbrennung im Anschluss an die Kirmes von St. Severin. Von da hat sie sich dann verbreitet. Eine Strohpuppe wird zu Beginn der Kirmes auf dem Kirmesplatz oder vor einer Wirtschaft aufgehängt. Diese Puppe verkörpert die Kirmes. Am letzten Kirmestag wird sie verbrannt oder begraben. Dieser Zacheies wurde auch Nubbel genannt.

Den Nubbel im Zusammenhang mit dem Karneval gibt es noch nicht lange. Er muss mit dem Ausgang des Karnevals sterben. Vielleicht stellvertretend und als Sühne für alle „Sünden“ die im Karneval begangen wurden.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Franzosen Köln besetzt hatten, wurde zum Ende der Fastnacht die Zeremonie des „Begrabens“ vollzogen. Sie war wohl nur eine symbolische, von einer Strohpuppe ist hierbei nicht die Rede. Es bildete sich ein Trauerzug, der mit Trompetenbegleitung durch die Straßen zog.

Aus der Literatur ist über den Brauch der Nubbelverbrennung nichts zu erfahren. James Frazer schrieb allerdings 1880 in seinem Buch „Der goldene Zweig“ etwas über das Begraben des Karnevals. Laut diesem Buch gab es in den Ardennen einen Mann, der in Stroh gehüllt den Karnevalsdienstag als den letzten Tag des Karnevals verkörperte. Er wurde vor ein Scheingericht gestellt und zum Tode verurteilt. Man schoss mit Steinpatronen auf ihn bis er zusammenbrach.

Im Mittelalter wurde am Sonntag Lätare, der „Mittfastnacht“, eine Strohpuppe herumgeführt und anschließend verbrannt. So sollte symbolisch der Winter ausgetrieben werden.

Es ist anzunehmen, dass der Ursprung des Brauchs in den griechischen Mythen zu suchen ist, wo sich auch Priesterkönige zu ihrem eigenen Ruhm und zum Ruhm der Gottheit selber als öffentliches Opfer darbrachten. Heidnischer Kult ist über Jahrhunderte lebendig geblieben und lebt teilweise noch im heutigen Brauchtum fort. So erklärt sich auch das Verbot, den Zacheies damals in Buchheim zu verbrennen. Es war ein vergeblicher Versuch, dem immer noch unausrottbaren Heidentum in der heutigen Zeit Einhalt zu gebieten.

Der Nubbel ist der Sündenbock, an dem sich die allgemeine Aggressivität abreagieren kann. Der Nubbel, der sowohl keiner wie jeder sein kann, passt hier hin. Jeder von uns könnte das Opfer sein. Darum wird das Karneval feiern gegen Ende auch immer intensiver und leidenschaftlicher, denn jeder weiß, am Aschermittwoch ist alles vorbei.

Doris Richter

 

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