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Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland

Mit der Umwandlung des Erziehungsurlaubs in Elternzeit im Jahr 2001 hat Deutschland eines der fortschrittlichsten Gesetze Europas zur Gleichstellung der Geschlechter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verabschiedet. Trotzdem weist Deutschland einen deutlichen Rückstand bei der Integration von Frauen mit Kindern in den Arbeitsmarkt auf. Die Konsequenzen werden sichtbar in der seit Jahren rückläufigen Geburtenquote in Deutschland.
Während in finnischen Familien bald jede Woche auf ein drittes Kind angestoßen wird, werden in Deutschland statistisch nur 1,29 Kinder geboren, Tendenz fallend1. Nur Italien, Spanien und Griechenland weisen noch geringere Geburtenraten auf. 

 

 

Dieser Sachverhalt wird in einer Studie von 2004 genauer analysiert:

 

  • „Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deutschland im europäischen Vergleich“
    Der Vergleich mehrerer europäischer Länder zeigt Anhaltspunkte und Handlungsoptionen auf, wie Deutschland die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken und fördern kann. Hrsg.: fast 4ward, 2004
    Download (309 KB) PDF

 

 

Obwohl Deutschland im Punkt Elternzeit europaweit vorne liegt, scheint es hierzulande nicht genügend Anreize und Unterstützungen zu geben, um eine Familie zu gründen. Es spielen daher weitere Faktoren eine große Rolle, ansonsten gäbe es eine größere Gruppe berufstätiger Eltern/ Mütter. Die Studie stellt heraus, in welchen Bereichen andere europäische Länder eine familienfreundlichere Politik betreiben und leiten daraus Forderungen ab, die Deutschland erfüllen muss, um Eltern nicht mehr vor die Entscheidung „Familie ODER Beruf“ zu stellen. Bei den anderen Ländern handelt es sich um Länder, die zum einen eine höhere Geburtenrate als Deutschland aufweisen und zum anderen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als vorbildlich gelten.

Die Recherchen wurden im Rahmen des Projektes »fast 4ward durchgeführt. Die zentralen Ergebnisse sagen aus, in welchen Bereichen in Deutschland Defizite bestehen (1.). Daraus folgen dann die Maßnahmen, mit denen die Bedingungen in diesem Land für berufstätige Eltern und ihre Kinder besser werden könnten (2.).

 


1. Wo hapert es? - Handlungsbedarf in Deutschland

Die vorhandenen Freistellungsregelungen in Deutschland sind in Bezug auf Mutterschutz und Elternzeit im europäischen Vergleich großzügig bemessen. Auch bei der Gewährung des monatlichen Kindergeldes liegt Deutschland an der Spitze. Die Ausgaben für Familienpolitik belaufen sich auf insgesamt 150 Milliarden € im Jahr. Den größten Anteil an den Transferleistungen haben Kindergeld und steuerliche Maßnahmen. Nur knapp 5 Prozent dieser Summe (7,4 Milliarden €) werden für Kindergärten und Kinderkrippen aufgewendet.
Eine mögliche Erklärung für die nicht reibungslos funktionierende Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt in folgenden Punkten begründet:

• Durch das Ehegattensplitting werden Anreize für den Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt gesetzt. Geringfügig Beschäftigte erhalten steuerliche Vorteile. In Teilzeit- bzw. Vollzeitbeschäftigte leisten steuerliche Aufwendungen und Sozialabgaben, welche nicht gegen entstehende Kosten für Kinderbetreuung gerechnet werden können.

• Es fehlen Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und Ganztagsschulen/-horte. In anderen Europäischen Ländern, wie Belgien, Frankreich oder Schweden ist eine Tagesbetreuung für jeden verfügbar. Diese Länder verzeichnen eine hohe Beschäftigungsquote von Eltern und eine hohe Geburtenrate.

• Ein weiters Hemmnis ist die gesellschaftliche Akzeptanz von berufstätigen Müttern und erziehenden Vätern. Schnell wird von einer Rabenmutter gesprochen, wenn eine Frau trotz Mutterschaft ihrem Beruf nachgehen möchte. Umgekehrt müssen sich Väter, die sich verstärkt ihrer Familie widmen möchten, für ihr Vorhaben rechtfertigen (beim Arbeitgeber,
im Freundeskreis, etc.). Erleben Frauen schon einen Karriereknick, wenn sie sich entscheiden, in den ersten Monaten bei ihrem Kind zu bleiben, so »drohen« Vätern verstärkte Konsequenzen. Nur wenige Unternehmen bestärken ihre Mitarbeiter Elternzeit zu beanspruchen.

• Insgesamt scheint das Leben mit Kindern in anderen Europäischen Ländern viel selbstverständlicher zu sein. Damit verbunden ist die Einstellung z. B. der dänischen Frauen. Erstens: „Es ist wunderbar, ein Kind zu bekommen.“ Zweitens: „Deshalb gebe ich aber nicht alles auf und werde zur Nur-Hausfrau und Nur-Mutter. Ein halbes Jahr, spätestens ein Jahr nach der Geburt bin ich wieder im Job. Das Kind? Kommt in die Vuggestue, zu
Deutsch Wiegestube, also in die Tagesstätte.“

 

 

2. Wie könnte es besser gehen? - Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland können sein:

Ausbau von Ganztagskinderbetreuung
Die Integration von Müttern in das Erwerbsleben, so wie es in anderen Ländern vorgelebt wird, kann nur vollzogen werden, wenn ausreichend Kinderbetreuungsmöglichkeiten für jede Altersgruppe vorhanden sind.

Schaffung von Anreizen zur Erwerbstätigkeit
Die geringe Planungssicherheit für Unternehmen stellt ein großes Problem dar. Außerdem fehlen bei der langen Elternzeit Anreize zumindest in Teilzeit tätig zu sein. Es muss für Frauen finanziell attraktiv sein, am Erwerbsleben teilzunehmen. Ehegattensplitting fördert den Ausstieg aus dem Erwerbsleben.

Verkürzung der Elternzeit
Elternzeit sollte, wie auch in anderen Europäischen Ländern praktiziert, 18 Monate nicht überschreiten. Der zwischenzeitliche fachliche  Qualifikationsverlust ist zu hoch.

Reservierung von Elternzeit nur für Väter
Ein Teil dieser Zeit (z.B. 6 Monate) sollte für Väter reserviert werden und nicht übertragbar sein.

Erziehungsgeld nicht nur für gering Verdienende
Erziehungsgeld sollte ein Instrument sein, das allen an Elternzeit interessierten abhängig beschäftigten Müttern und Vätern einkommensunabhängig zur Verfügung steht. Die heutige
Regelung benachteiligt Höherqualifizierte und Führungskräfte.

Erziehungsgeld auch für selbständig tätige Frauen
Auch selbständige Frauen sollten – wie in den skandinavischen Ländern praktiziert – Anspruch auf Erziehungsgeld haben. Gerade Kleinstunternehmerinnen (Stichwort Ich-AG) sind bei Mutterschaft nicht sozial abgesichert. Einkommenseinbußen gerade in der ersten
Zeit nach der Geburt eines Kindes könnten durch den Bezug von Erziehungsgeld abgemildert werden.


(Quelle: fast 4ward, 2004 – www.erfolgsfaktor-familie.de, Stand: Feb. 2006)

 

 


Viele weitere familienpolitische Informationen gibt es auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

>> www.bmfsfj.de

 

Die Studie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deutschland im europäischen Vergleich“  (Hrsg.: fast 4ward, 2004) ist gratis als pdf-download erhältlich

>> downloadPDF
 

 

 

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