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Gauklerferien mit Liedermacher Geraldino

Jupiih, die Freude war groß!! Spannende und abenteuerliche Tage sollten uns bevorstehen. Viel Zeit bis zur Abreise blieb uns allerdings nicht, denn schon zwei Tage später sollte unsere Reise gen Frankreich für mich und meine beiden Kinder André (9) und Julia (6) losgehen.

Als wir die Reiseunterlagen in den Händen hielten und mir nach und nach bewusst wurde, dass wir selbst für die Pflege des Pferdes, das Anlegen des Zaumzeuges, das Anspannen und das Kutschieren verantwortlich sein würden, wurde mir die ganze Sache etwas mulmig. Es schlichen sich leise Zweifel ein, ob es richtig sei, als jemand, der zwar Pferde mag, aber nicht die geringste Ahnung von diesen Vierbeinern hat, eine solche Tour zu unternehmen. Ich las eifrig in den Reiseunterlagen. Die Tour beginnt, stand dort geschrieben. "Die Tortur beginnt!", witzelte mein Mann. Ach was, ich war wild entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen!

Insgesamt waren wir 17 Erwachsene und 20 Kinder, die am Nachmittag bzw. Abend vor der Tour in Fontenois-la-ville, einem kleinen Ort in den Vogesen zwischen Belfort und Nancy, eintrafen. Wir lernten Geraldino, den sympathischen Kinderliedermacher aus Nürnberg, der für gute Stimmung während unserer Ferientage sorgen sollte, unsere supernette Reiseleiterin Claudia (die uns während der nächsten Tage immer und überall mit Rat und Tat zur Seite stand und obendrein mit Tee, Brühe oder Kartoffeln versorgte) sowie die anderen Mitreisenden kennen. In einem Treck, bestehend aus 5 Zigeunerwagen, die recht komfortabel mit Gasherd, Kühlschrank und Betten ausgestattet waren, und zwei Planwagen sollte es am nächsten Morgen losgehen.

Nach dem Frühstück erfolgte eine kurze Einweisung durch Claude Rauber, einen sehnigen, etwas knurrigen, aber dennoch nicht unsympathischen Franzosen. Der französischen Sprache nicht mächtig lauschten wir seinen Erklärungen, die er mit Händen und Füßen untermauerte. Zum Glück gab es Marie und Marcella, die die notwendigen Handgriffe übersetzen konnten. Sollte das Pferd stehen bleiben, musste man "O-la!" rufen und sollte es laufen, rief man "Jüü!". Ich fragte mich, ob das französische Pferd auch auf deutsche Kommandos hören würde.

Und dann war es schließlich so weit. Suzette - auf Deutsch Susilein, unser karamellbonbonfarbenes Pferd mit dem marmorierten Fell und der hellen Mähne, dem kurzen Schweif und einem beachtlichen Hinterteil, wurde vor unseren Planwagen gespannt. Marcella, die auf unserem Planwagen mitfuhr, fragte Andreas, einen anderen Mitreisenden, ob er sich mit Pferden auskenne. "Nein, nur mit Meerschweinchen", lautete die lapidare Antwort. Noch etwas unsicher hielt er als Kutschernovize die Zügel. Bremse lösen, und los ging es. Die ersten Meter wurden wir noch begleitet, aber schon sehr bald waren wir auf uns allein gestellt. Bereits nach kurzer Zeit überholten wir einen Wagen vor uns.

Doch schon nach wenigen Metern blieb Suzette stehen und weigerte sich weiterzugehen. Was mochte sie haben? Machte ihr die Hitze zu schaffen? Musste man die Pferde etwa schon nach wenigen hundert Metern tränken? Wenn ja, wie sollte man denn da eine Tagesetappe von bis zu 25 km bewältigen? Trotz unserer Bemühungen und guten Zuredens blieb unser Pferd stur, wir konnten Suzette nicht dazu bewegen, weiter zu gehen. Erst unser Hilferuf per Handy bei der Station brachte Hilfe. Claude war schnell zur Stelle und erklärte uns, dass Suzette immer ein Leitpferd brauche. Als dann Etoile wieder die Führung übernahm, war Suzette kaum zu bremsen. (Das muss einem ja auch mal gesagt werden!)

Die erste Etappe unserer Rundreise war 8 km lang. Es ging auf und ab auf asphaltierten Sträßchen und Feldwegen, vorbei an Maisfeldern und Wiesen. Kleine Holzwegweiser mit der Aufschrift "Roulez nature" wiesen uns den Weg. Wer hier einen Supermarkt, eine Apotheke oder gar eine Bank suchte, der wurde enttäuscht. Hier gab es Natur pur! Wir orientierten uns nach dem Routenplan, der uns vor der Reise ausgehändigt worden war. Mittags wurde an einem See eine Rast gemacht. Mit seinen Liedern, Aktionen und einem riesigen Schwungtuch sorgte Geraldino trotz sengender Hitze für gute Laune bei den Kids. Am späten Nachmittag trafen wir in la Basse Vaivre auf dem Hof von Claude Rauber ein. Nachdem die Pferde versorgt waren und wir unsere Zelte aufgestellt hatten und uns in einem aufgestellten Container geduscht hatten, wurden wir von Claude zum Abendessen empfangen. Es gab selbstgebackene Pizza aus dem Steinofen, gebacken vom Chef höchstpersönlich. Ganz nach Wunsch wurde der Teig belegt - mit Käse, Schinken, Champignons oder auch vegetarisch. Mmmmmh, lecker! Und zum Nachtisch gab es Eis für alle. Très bien! Der erste aufregende Tag ging zu Ende.

Am nächsten Morgen kurz nach acht Uhr stand Frühsport mit Geraldino auf dem Programm. Bewegungsspiele wurden gemacht, der Kreislauf in Schwung gebracht, gesungen und nach "Laurenzia, liebe Laurenzia mein" gab es am nächsten Tag so manchen Muskelkater.

Dann hieß es Zelte abbauen, Schlafsäcke zusammenrollen, Packen, alles auf dem Planwagen verstauen, Pferde von der Koppel holen, füttern, striegeln, einspannen und auf zur nächsten Etappe.

Am dritten Tag waren wir schon sehr routiniert im Umgang mit Suzette. Parkende Autos, entgegenkommende Fahrzeuge, enge Kurven, Brücken - alles kein Problem mehr. Bei Steigungen stiegen die Erwachsenen vom Wagen, damit sich Suzette bei der Hitze nicht so anstrengen musste. Schließlich wog der Planwagen leer schon 800 kg, ein Zigeunerwagen sogar 1 Tonne.

An diesem Tag war ein schöner, terrassenartig angelegter Hof mit viel Platz in Le Grand Thon unser Reiseziel. Der charmante Gastgeber, Monsieur Aubert, erlaubte es den Kindern sogar, sich in seinem privaten Swimmingpool abzukühlen. Später stand eine tolle Modenschau auf dem Programm. Es wurden Kostüme herbeigeschafft, die Rucksäcke der Eltern geplündert, und dann präsentierten 20 Kinder als Supermodels auf einem Laufsteg aus Decken und Hängematten die neueste französische Haute Couture mit Geraldino als witzigen Moderator. Harte Kerle, die sich in Mädchenkleider gezwängt hatten, graziöse Damen und fremdartig anmutende Kreationen - es wurde so gelacht, dass kein Auge trocken blieb.

Nach unserer längsten Tagesetappe von 25 km, die jedoch fast ausschließlich bergab ging, trafen wir gegen Abend zur Freude aller Kinder auf dem Reiterhof in Les Ecuries de la Forge ein. Hier wollten wir für zwei Tage verweilen. Die Kinder rannten sofort in den Stall um die Ponys und Pferde zu begutachten. Am Abend stand eine "gruselige" Nachtwanderung auf dem Programm, auf einem Hügel am Fuße eines "Gespensterschlosses" gab es für die Kleinen eine Gute-Nacht-Geschichte, und zum Abschluss der Nachtwanderung nahmen Hartgesottene in der Dunkelheit bei Fackelbeleuchtung ein erfrischendes Bad im Fluss.

Am nächsten Tag standen Ausritte für die Kinder und Erwachsenen auf dem Programm. Den ganzen Tag über bastelte Geraldino an einem tollen Showprogramm für den Abend: Er suchte waghalsige Akrobaten, Artisten, Jongleure, Sänger, Tänzer und freute sich über jeden, der in irgendeiner Form zum Gelingen des bunten Abends beitragen wollte. Geraldino, aber nicht minder die anderen Künstler, wussten das Publikum mit einer bunten Mischung zu begeistern: Tollkühne Radfahrer präsentierten ihre einstudierte Nummer, eine Menschenpyramide wurde gebildet, Jochen und Marita begeisterten mit einer Salsa-Tanzeinlage, Marcella und Filiciano sangen ein afrikanisches Lied, ich trug mein Gedicht vom nackten Regenwurm vor, man konnte eine witzige Radiosendung live verfolgen, die Holzpuppe Wassili, die sich unsterblich in Marcella verliebt hatte, präsentierte ihre Kunststücke, ein Clown versuchte sich als Hula-Hoop Künstler und der nette Geraldino sang seine Lieder oder verwandelte sich zur Freude aller in den "grottenhässlichen" Zopfschreck. Den krönenden Abschluss fand der Abend in der Disco unter freiem Himmel. DJ Geraldino ließ die Herzen der Kinder und Erwachsenen mit seinen fetzigen Songs höher schlagen. Wieder einmal ging ein unvergesslicher Tag zu Ende.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück stand die Schlussetappe zurück zur Ausgangsstation nach Fontenois la Ville an. Ein ganz besonderer Urlaub ging zu Ende. Ein wenig wehmütig, aber auch erleichtert, dass wir alles heil überstanden hatten, machten wir uns mit einer Fülle von Eindrücken auf den Weg nach Hause. Unterwegs sangen die Kinder immer wieder das zusammen mit Geraldino komponierte Lied: "Wir sind in Frankreich" und fragten: "Machen wir im nächsten Jahr noch einmal Urlaub mit Geraldino?"

Das Fazit der Reise lautet: Wer auch mit wenig Komfort auskommt, dafür aber Spaß an Pferden hat, Gaudi und Abenteuer pur sucht, für den sind die Gauklerferien mit Geraldino genau das Richtige. Wer allerdings auf Bequemlichkeit und einen "gewissen Luxus" nicht verzichten möchte, der ist besser beraten, seinen Urlaub in einem Hotel oder einer Clubanlage zu verbringen.

Irmgard Partmann

Weitere Infos unter www.renatour.de

 

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