Hoppsala
 

Die Struktur von hoppsala.de alle Inhalte

Du bist hier: Home »» Journal »» Ein Plausch mit ...

Suchen

Home

Journal

Kurz gemeldet

Aktionen & Aktuelles

Servicethemen

Kolumne

Ein Plausch mit ...

Familie & Beruf

Familienleben

Junge Erwachsene

Reportage

Beziehungsweise ...

Life & Balance

Generation 60+

Für die Frau

Autorenspecials

Services

Reise

 

Pädagogik

Junge Familie

Gesundheit

Ernährung

Freizeit & Feste

Kindergeburtstage

DIY - Selbstgemacht!

Seite für Kinder

Bücher für Kids & Co

Gewinnspiele

Impressum

 

Aus der Bücherecke

Aus der Praxis einer Kinderärztin

lesen


Zurück zur letzten Seite Druckversion Seite empfehlen Einen Kommentar schreiben

 

Kinderbuchautorin Ursel Scheffler

Eigentlich ist es gar nicht möglich die Kinderbücher von Ursel Scheffler nicht zu kennen. Die 1938 in Nürnberg geborene Autorin hat an die 200 Bücher geschrieben, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden.

 

Portrait

Als Kind wollte Ursel Scheffler Detektiv oder Urwaldforscher werden, später Archäologin. Berufsziele, die sich zumindest teilweise in ihren Werken verwirklicht haben. Zunächst dachte Frau Scheffler allerdings nicht daran, ihre Fantasie durch das Schreiben auszuleben. Sie studierte Sprachen und Literatur, die Magisterarbeit behandelte das Thema Französische Märchen.

Mit der Heirat und den drei Kindern verschob sich ihr Interesse in Richtung Kinderliteratur. Aber noch dachte sie nicht daran Autorin zu werden. Wie so oft half auch hier das Schicksal nach. Ihre Geschichte "Räuber Tomate" gefiel der Kindergärtnerin ihrer Tochter so gut, dass sie das Manuskript zum Ellermann Verlag schickte. Allerdings dauerte es noch zwei Jahre bis die Geschichte veröffentlicht wurde.

Inzwischen hat Frau Scheffler nicht nur eine Vielzahl von Kinderbüchern geschrieben, sie hat auch eine Serienfigur geschaffen, die sich seit 20 Jahren auf dem Kinderbuchmarkt behauptet. Kommissar Kugelblitz ist witzig, nicht so perfekt und ermittelt in der ganzen Welt. Klug kombinieren ist ihm wichtiger als brutale Aktion. Weitere Serienhelden sind die Hafenkrokodile, Paula oder Ätze das Monster.

Frau Scheffler lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Obwohl ihre Kinder inzwischen erwachsen sind, schreibt das Kind in ihr weiter. Ihr Hobbys sind Lesen, Fahrradfahren, Reisen und Fotografieren.

Weitere Informationen über Frau Scheffler und ihre Kinderbücher stehen unter www.scheffler-web.de 

 

Das Interview


Für eine "Krimi-Lesung" der Criminale in München haben Sie eine Kurzgeschichte für Erwachsene geschrieben. Ein einmaliger Ausflug oder können sich in Zukunft auch Erwachsene auf spannende Geschichten von Ihnen freuen. Liegt vielleicht schon ein fertiger Roman in der Schublade?

  • Ursel Scheffler: "Schuster bleib bei deinen Leisten!" meint mein Krimi-Berater Kugelblitz, der wohl Angst hat, dass ich ihm dann untreu werde. Ein paar Ideen hätte ich schon in der Gehirn-Schublade, aber keinen fertigen Roman ...

 

Sie haben weit über 200 Kinderbücher geschrieben. Warum sind Sie diesem Genre immer treu geblieben?

  • Ursel Scheffler: Weil Kinder und Bücher für mich zu den wichtigen Dingen im Leben gehören und weil das Kind in mir nicht aufhört nach "mehr" zu rufen.

 

Überlegen Sie lange, bis Sie eine neue Geschichte schreiben oder fließen die Ideen einfach so aus der Feder?

  • Ursel Scheffler: Kurze Geschichten und die Ideen für Bilderbuchgeschichten entstehen oft spontan oder aus einem bestimmten Anlass. Längere Geschichten, Bände für Reihen, die sich um einen Charakter ranken, entstehen nach genauer Planung. Ehe ich anfange zu schreiben, entstehen erst die Personen und Schauplätze. Ich habe meist, ehe ich anfange, schon das Ziel der Geschichte im Blick. Ich erstelle eine Gliederung nach Stichpunkten, von der ich allerdings oft abweiche, wenn die Handlung eine andere Wendung nimmt, als ursprünglich geplant.

 

Wie entwickeln Sie die Charaktere einer neuen Geschichte. Gibt es Regeln, die es zu beachten gilt.

  • Ursel Scheffler: Im Kinderbuch ist es wichtig, dass man nicht zu viele Personen verwendet um die jungen Leser nicht zu verwirren. Ich verwende viel Sorgfalt auf die Auswahl der Namen, die oft schon etwas über den Charakter der Person aussagen (Ätze, Kugelblitz). Es ist wichtig, dass die Charaktere stimmig und unverwechselbar sind und dass sich die Handlung im Spannungsfeld zwischen positiven und negativen Figuren entwickelt.

 

Wie finden Sie heraus, ob eine Geschichte stimmig ist oder ob die Charaktere rund genug sind? Kommt es durchaus vor, dass Sie eine neue Geschichte mehrmals überarbeiten müssen?

  • Ursel Scheffler: Ich überarbeite jede Geschichte mehrfach. Erst wird sie immer länger und dann wird wieder gekürzt. Ich lege viel Wert auf die sprachliche Sorgfalt. Unsere Sprache hat so großartige Ausdrucksmöglichkeiten! Trotzdem muss man darauf achten, das für Kinder der Wortschatz und der Satzbau unverschnörkelt, klar und verständlich sind.

 

Woran können Jungautoren erkennen, ob sie eine gute Geschichte geschrieben haben. Können Sie aus Ihrer langjährigen Erfahrung heraus sagen, welche Geschichten oder Charaktere bei LektorInnen oder LeserInnen keinen Anklang finden.

  • Ursel Scheffler: Langweilige Geschichten haben keine Fans. Auch nicht unter den Lektoren. Die Jungautoren sollten sich ein bisschen Spannung für den (vielleicht überraschenden) Schluss ihrer Geschichte aufheben, auf den sie mit List und Tücke zusteuern. Es darf nicht schon im ersten Satz klar sein, wie die Geschichte endet.

 

Kommissar Kugelblitz ermittelt im Gegensatz zu den meisten Kinderbuchhelden schon seit 20 Jahren in über 25 Bänden. Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser Figur?

  • Ursel Scheffler: Er ist so herrlich unperfekt, hat viele Schwächen, Witz und Humor.
    Die Leser werden einbezogen und dürfen KK bei seinen Ermittlungen helfen. Am Ende verrät eine codierte Geheimschrift, ob die Jung-Assistenten richtig geraten haben. Die wird mit einer roten Folie entschlüsselt. Das macht den Lesern Spaß.

 

Dagegen schnüffeln die "Hundehelden" Harry und Fox leider nur durch wenige Bände. Hatten Sie kein Interesse diese Serie fortzusetzen oder gibt es so etwas wie ein Diktat vom Verlag?

  • Ursel Scheffler: Für Harry & Fox - eine Krimiserie für jüngste Leser - ist eine Neuauflage vom Verlag geplant und versprochen. Auch neue Fortsetzungen. Jetzt hat allerdings die Verlagsleitung gewechselt. So muss man abwarten.

 

Viele träumen davon als Autor reich und berühmt zu werden. In dem Kinderbuchgenre gelingt es allerdings nur wenigen Ausnahmen. Ist es für Sie eher ein Fluch oder ein Segen, nicht wie zum Beispiel Hera Lind im Rampenlicht zu stehen und ständiger Gast von Talk-Shows zu sein.

  • Ursel Scheffler: Gast von Talkshows zu sein ist nicht mein Traumziel. Ich treffe mein Publikum bei Lesungen und in Schulen, Buchhandlungen oder Büchereien. Da können wir richtig miteinander reden und nicht "talken". Das finde ich viel schöner, auch wenn es nicht so spektakulär ist.
    "Trotzdem könnte ich mir eine Krimi-Talkshow mit Kindern gut vorstellen!", sagt Kommissar Kugelblitz, der mir über die Schulter schaut. "Da könnte ich mit meinen jungen Lesern "live" ermitteln, wäre sicher ein spannendes Experiment!" Tscha, ab und zu sind wir geteilter Meinung!

 

Heutzutage stellt sich immer mehr die Frage, ob man seinem künstlerischen Talent frönen oder angesichts der starken Konkurrenz das Schreiben aufgeben soll. Können Sie zum Schluss unseren Teilnehmern der Schreibwerkstatt etwas Aufmunterndes mit auf den Weg geben?

  • Ursel Scheffler: Als ich anfing zu schreiben, ging ich über die Frankfurter Buchmesse und war beim Anblick der vielen Bücher ganz entmutigt. Bei genauerem Hinsehen hab ich aber bemerkt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Ich finde, wenn man etwas zu sagen hat, soll, muss man schreiben! Aber wenn man damit reich werden will, ist das der falsche Ansatz. Dann sollte man sein Glück lieber als Fußballspieler, Rennfahrer oder Popsänger versuchen.

    Für die Schreibwerkstatt gilt genau das Gleiche wie für die Sportler: nicht jeder, der in ein Fitness-Studio geht oder an einem Marathonlauf teilnimmt wird Weltmeister. Aber man kann seine Fantasie, sein Sprachtalent genauso trainieren wie seine Muskeln und große Freude daran haben. Miteinander etwas Schöpferisches gestalten ist eine schöne Herausforderung, für die ich allen Teilnehmern der Schreibwerkstatt den verdienten Erfolg wünsche.

Wir danken Frau Scheffler ganz herzlich für das tolle Interview. AF

 

 

Hier findet Ihr weitere Artikel aus unserem Bereich Ein Plausch mit ...

nach oben

Zurück zur letzten Seite
Druckfähige Version dieser Seite
Diese Seite empfehlen
Meinung zu diesem Artikel schreiben

Yoga & Spirit

Auf unserer Partnerseite so-ham.de findest du viele Inspirationen rund um Yoga und Achtsamkeit. Gönn dir eine Auszeit auf




Quicklinks



 

© hoppsala.de | Entwicklung: HEIM:SPIEL | Datenschutz