In Zeiten einer Europameisterschaft hat man es als frisch gebackene Mutter nicht gerade leicht, die Spiele zu verfolgen. Normalerweise interessiert sich der junge Nachwuchs noch nicht für Poldi, Schweini und Co. Bei Lotta ist das anders und das hat einen Grund: Freimilch.
Dieser Ausspruch meiner Hebamme sowie der Rat: „Bleibt die ersten Tage bis Wochen einfach im Bett!“, konnte ich aus den gegebenen Umständen (Lotta im Krankenhaus) nicht wirklich umsetzen. 40 Tage kamen mir sowieso viel zu lang vor. Auch das auferlegte Sitzverbot, damit der Schnitt besser heilen würde, ignorierte ich weites gehend und sollte daraus lernen...
Die ersten Tage mit Lotta zu Hause waren ganz schön spannend. Alles muss sich erst einmal einspielen und wir mussten uns gegenseitig noch einmal in anderer Umgebung kennen lernen. Für den Rest dieser Woche hatte mein Freund noch Urlaub, aber die Kleine konnte ohne Probleme uns beide sicher auf Trab halten.
Die nächsten Sekunden, Minuten und auch folgenden Stunden und Tage nach der Geburt werden mir wohl als die schrecklichsten meines Lebens in Erinnerung bleiben. Lotta lag einige Sekunden auf meinem Bauch, da wechselte das absolute Hochgefühl schlagartig in grenzenlose Panik um. Lotta bewegte sich nicht, lag schlaff auf mir und war ganz blau.
Bereits am 08.05.2008 gab es Vorzeichen, dass die kleine Lotta sich auf den Weg machte. Ich hatte noch einen Termin beim Frauenarzt. Das CTG schrieb immense Kontraktionen, von denen ich zunächst nur ein leichtes Ziehen im Bauch verspürte.
Am 11. Mai zu vorgerückter Stunde hat die kleine Lotta eine Woche vor ihrem errechneten Geburtstermin das Licht dieser Welt erblickt. Erst schien alles bestens, doch dann gab es auf einmal Komplikationen ...
Wie, noch 12 Tage? Das sind keine 2 Wochen. Schock.
Natürlich wäre ich auch langsam froh, wenn der Mount Everest vor mir schmelzen würde, aber 12 Tage hört sich arg kurz an. Das Problem was sich gerade vor mir aufbaut ist der Geburtsakt. Der soll nämlich arge Schmerzen bereiten.
Wisst ihr, was das wahrhaftig Herausragende einer Schwangerschaft ist? Nein? Wenn ihr mich jetzt sehen könntet, dann wüsstet ihr es. Es ist: der Bauch!
Unsere Autorin Stefanie Reinke erwartet im Mai ihr erstes Kind. Sie wird uns in den kommenden Wochen und Monaten etwas an ihrem Leben teilhaben lassen und regelmäßig darüber berichten, wie sie die letzte Zeit der Schwangerschaft erlebt und vor allem, wie die erste Zeit mit Lotta sein wird.
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