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Lernschwierigkeiten und was man dagegen tun kann

Was sind überhaupt Lernschwierigkeiten?

Unter diesem Begriff versteht man, dass subjektive Leistungsvoraussetzungen zur Bewältigung gestellter Lernanforderungen fehlen bzw. ungenügend ausgeprägt sind, so dass der Lernende bestimmte Lerninhalte auch mit großer Anstrengung nur teilweise oder gar nicht bewältigt.

Zu den subjektiven Leistungsvoraussetzungen werden der aktuelle Entwicklungsstand von Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen sowie sozialcharakterliche Besonderheiten wie Selbststeuerung, Leistungsmotivation u. ä. gezählt.

Obwohl das Persönlichkeitseigenschaften des Lernenden sind, handelt es sich bei Lernschwierigkeiten weder um eine Einschätzung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes noch um eine Krankheit.

Ursachen für Lernschwierigkeiten sind im komplexen Zusammenwirken zwischen psychischen, physischen und sozialen Faktoren des Schülers auf der einen Seite und den im Bildungs- und Erziehungsprozess gesetzten Bedingungen auf der anderen Seite zu suchen.

Lernschwierigkeiten können prinzipiell in jedem Fach, Lernbereich oder Stoffgebiet auftreten. Am bekanntesten und für die Schullaufbahn des betroffenen Kindes am bedeutendsten sind jedoch extreme Lernschwierigkeiten in folgenden Fächern:

  • im Mathematikunterricht: Rechenschwäche / Dyskalkulie
  • im Deutschunterricht: Lese-Rechtschreib-Schwäche / Legasthenie

 

 

Wie könnt ihr bei eurem Kind eine Rechenschwäche erkennen?

Typischen Erscheinungsformen einer Rechenschwäche:

  • Schwierigkeiten bei der Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Es werden regelmäßig Fehler bei den Grundrechenarten gemacht.
  • Schwierigkeiten bei der Zehnerüberschreitung, die Finger werden immer wieder als Unterstützung dazu genommen.
  • Das Kopfrechnen ist schwach. Das Kind versucht langsam zu rechnen, um die
    Fehlerzahl gering zu halten, gerät aber dadurch immer wieder in Zeitnot.
  • Es versucht durch Auswendiglernen die Aufgaben nach einem Schema abzuarbeiten, scheitert oft daran, wenn die Aufgaben umgestellt werden.
  • Die Zahlen und Rechenzeichen werden falsch abgeschrieben.
  • Das Kind macht regelmäßig viele Flüchtigkeitsfehler, in Wirklichkeit gar keine sind.

 

Wie können ihr bei eurem Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche erkennen?

Typischen Erscheinungsformen einer Lese-Rechtschreibschwäche:

  • Verwechselt Buchstaben, z. B. b und d oder a und o
  • Groß- und Kleinschreibung funktionieren nicht zuverlässig
  • Wortendungen werden falsch abgeschrieben
  • es treten Doppelungs- und Dehnungsfehler auf, z.B. dopel, Denung
  • Die Reihenfolge der Buchstaben im Wort wird nicht richtig eingehalten, bis hin zum Buchstabensalat
  • Aufsätze fallen oft monoton und kurz aus
  • Aufgrund der Leseschwäche werden Bücher gemieden
  • Wortendungen werden oft überlesen, bzw. Wörter werden falsch gelesen
  • das Kind flüchtet zum Bild, z.B. Comic oder Fernseher

 

Wird bei Lernschwierigkeiten Hilfe außerhalb der Schule gesucht, so ist es wichtig, dass dies kompetente Hilfe ist. Einem Kind, das sich wegen andauernder schulischer Misserfolge für einen Versager hält, hilft es nicht dauerhaft, wenn nur sein Selbstwertgefühl gestärkt wird nach dem Motto: "Ich kann immer noch nicht richtig rechnen, aber ich fühle mich gut dabei."

Lernschwierigkeiten in einem Fach lassen sich nur überwinden, wenn mit dem Kind intensiv an den grundlegenden Inhalten des Faches gearbeitet wird. Eine solche Arbeit hat Erfolg, wenn die individuellen Lernvoraussetzungen des Kindes berücksichtigt und entwickelt werden. Dies leistet eine integrative Lerntherapie, deren Ziel es ist, den Anschluss des Kindes an den Regelunterricht wieder herzustellen und die belastenden emotionalen und sozialen Begleitsymptome zu überwinden. Hier muss jedoch vor "Schwarzen Schafen" bei den Anbietern solcher Therapien gewarnt werden. Derzeit darf sich in Deutschland noch jeder unabhängig von seinem Ausbildungsstand selbst zum Lerntherapeuten ernennen. Dies ist sicher mit ein Grund dafür, dass die Ursachen für Lernschwierigkeiten oft allein beim Kind gesucht werden und Ursachenzuschreibungen erfolgen, die wissenschaftlich klingen (z.B. "Teilleistungsstörungen", "kortikale Assoziationsdefizite", "linkshirniges Denken"), deren Art der Feststellung aber häufig im Dunklen bleibt, so dass die Diagnose selbst kaum überprüft werden kann .

Haben sich bei einem Kind extreme Lernschwierigkeiten herausgebildet, so braucht das Kind Hilfe. Solche Schwierigkeiten verschwinden nicht von selbst. Auch Nachhilfe ist in vielen Fällen dann nicht mehr ausreichend. Der Umgang mit extremen Lernschwierigkeiten, wie Rechenschwäche oder Lese-Rechtschreib-Schwäche, ist in den einzelnen Bundesländern verschieden geregelt.

Oft müssen die Eltern die Kosten für eine integrative Lerntherapie selbst tragen. Zunehmend gibt es jedoch die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung vom Jugendamt zu erhalten.

Rat und Hilfe finden Eltern betroffener Kinder bei der Schulberatung, beim Schulpsychologischen Dienst, beim Jugendamt und in vielen Regionen auch bei Vereinen und Elterninitiativen. Immer häufiger gibt es an den Schulen auch speziell ausgebildete Beratungslehrer für Lernschwierigkeiten (insbesondere für Legasthenie und Dyskalkulie).

Viele Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche oder einer Rechenschwäche kämpfen gleichzeitig noch mit einer verminderten Konzentrationsfähigkeit, die sie in der Schule natürlich noch zusätzlich blockiert.

 

Wenn ihr bei eurem Kind bemerkt, dass es

  • sich stark ablenken lässt
  • sich schlecht konzentrieren kann
  • nicht an einer Sache bleiben kann
  • ständig etwas vergisst oder verliert
  • sich nicht ruhig verhalten kann
  • ständig Unruhe verbreitet
  • vermehrten Rededrang hat
  • oft ein unberechenbares Verhalten zeigt
  • eine mangelhafte Frustrationstoleranz mit Stimmungsschwankungen zeigt
  • rasch verunsichert und ängstlich ist
  • kindlicher und unreifer wirkt
  • oft mutlos bis depressiv wirkt
  • ungeschickte und tollpatschige Bewegungsabläufe hat
  • oft zu Wutausbrüchen und Aggressivität kommt
  • zu verträumt wirkt

 

solltet ihr den Kinderarzt oder einen Kinderpsychologen bzw. Kinderpsychotherapeuten aufsuchen und eure Beobachtungen schildern. Das Kind könnte eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität haben.

Bitte beachtet: Es müssen nicht alle oben genannten Punkte auf euer Kind zutreffen. Informiert euch über das jewelige Störungsbild, wenn der Verdacht bei eurem Kind besteht. Macht euch selbst zum Experten, denn so könnt ihr eurem Kind am besten weiterhelfen.

Doris Richter

 

Literaturtipps:

  • Margret Schwarz
    Rechenschwäche? Wie Eltern helfen können
    Urania Verlag
    ISBN: 3332012398 Preis: 11,90 Euro

  • Stanislas Dehaene 
    Der Zahlensinn oder Warum wir rechnen können
    ISBN: 3764359609 Preis: 34.50 Euro

  • Ingeborg Milz, Susanne, Ingrid Zoller
    Rechenschwächen erkennen und behandeln. Teilleistungsstörungen im mathematischen Denken
    Verlag Modernes Lernen
    ISBN: 3861450313 Preis: 21,50 Euro

  • Petra Küspert
    Wie Kinder leicht lesen und schreiben lernen
    Neue Strategien gegen Legasthenie
    Oberstebrink Verlag
    ISBN: 3934333044 Preis: 17,80 Euro

  • Reinhard Werth
    Legasthenie und andere Lesestörungen
    Wie man sie erkennt und behandelt
    C.H.Beck Verlag
    ISBN: 3406459625 Preis: 21,80 Euro

  • Andreas Warnke / Uwe Hemminger
    Ellen Roth / Stefanie Schneck
    Legasthenie
    Leitfaden für die Praxis
    Hogrefe-Verlag
    ISBN: 3-8017-1497-7 Preis: 19,95 Euro

 

 

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