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Mobbing unter Schülern

Mobbing bedeutet Psychoterror. Nicht die alltäglichen Konflikte, sondern gezielte Verleumdungen, Demütigungen bis hin zu Drohungen und Gewaltanwendungen sind Mobbing. Das Phänomen tritt nicht nur in der Erwachsenenwelt auf; betroffen sind zunehmend auch Kinder und Jugendliche. Die betroffenen Kinder fühlen sich hilflos, ausgeliefert und allein gelassen. Sie sehen keine Chance der Situation zu entkommen, denn in der Schule sieht man sich täglich wieder. Aus anfangs eher harmlosen Hänseleien entsteht soziale Ausgrenzung und seelische Qual. Es gibt keine Mitstreiter; wer solidarisiert sich schon mit einem Außenseiter.

Wer andere mobbt, versucht durch gezielte Verletzung an Macht und Einfluss zu gewinnen. Mobbing lebt von der permanenten Steigerung. Meist beginnt es harmlos. Zeigt das Opfer jedoch keinen Widerstand, kommt die "Spirale der Grausamkeit in Fahrt". Woher kommt die Verrohung der Sitten? Das Verhalten der Kinder spiegelt die Welt der Erwachsenen wider, sagen Experten wie der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. In der Ellbogen- und Individualitätsgesellschaft aufgewachsen, ist sich jeder selbst der nächste und Solidarität mit Schwächeren die Ausnahme.

 

Typisch "Mobber"

Viele "Mobber" weisen ein hohes Erziehungsdefizit auf. Sie drangsalieren andere, weil sie keine soziale Normen verinnerlicht haben. Diese Kinder sind häufig ohne festes Wertesystem aufgewachsen und vielfach auf sich alleine gestellt. Ihnen wurden keine klaren Grenzen aufgezeigt. Sie überschreiten sämtliche Grenzen, bis ihnen klargemacht werden kann, bis hierher und nicht weiter. Erst wenn sie ihre Grenzen erfahren haben, kann Ruhe einkehren.

"Mobber" zeichnen sich in der Regel nicht durch ausgeprägtes Selbstbewusstsein aus, auch wenn sie sehr selbstbewusst auftreten. Sie sind meist emotional wenig gefestigt und haben ein schwaches Selbstwertgefühl. Mobbing ist ein gezieltes Mittel um eigene Defizite zu vertuschen wie mangelnde Leistung in der Schule oder fehlende Zuwendung im Elternhaus. Um sich selbst als stark empfinden zu können, suchen sie sich Schwächere als Opfer aus.

 

Opferbereitschaft signalisieren

Kriminologische Untersuchen ergaben: Es gibt ein Persönlichkeitsprofil, das darüber entscheidet, ob ein Kind immer wieder zum Opfer wird. Typische Opfer demonstrieren durch gebückte Haltung, ängstliche Blicke, leise Stimme, vermeiden von Blickkontakt, kleinlautes Reden, usw. Unterwürfigkeit und damit Opferbereitschaft. Spüren Mobber Widerstand, lassen sie meist von ihren Opfern ab, verlieren an Lust und Mut zum Psychoterror. Bestimmtes Auftreten und eine sichere Körpersprache wirken daher abschreckend.

 

Immer mehr Kinder sind betroffen

Mobbing stellt inzwischen ein ernsthaftes Problem unter Schülern dar. Laut einer Studie der Uni Koblenz verunglücken jährlich 370 000 Schüler. 26 Prozent der Unfälle sind auf Gewalttätigkeiten wie schlagen, treten, boxen, werfen mit Gegenständen, usw. zurückzuführen. Die durch den von Mitschülern ausgeübten Psychoterror verursachten seelischen Schäden sind dabei nicht berücksichtigt, wahrscheinlich aber noch weitaus gravierender.

 

Was tun die Schulen?

Allein in NRW gibt es bereits über 700 so genannte Streitschlichter-Projekte. Nach dem Motto Schüler helfen Schülern, vermitteln im Streitfall die Schüler selbst untereinander. Das Prinzip scheint zu funktionieren, denn einige der Projekte sind bereits von Erfolg gekrönt.

 

Was sind Anzeichen für Mobbing bei (m)einen Kind?

  • Eine deutliche Wesensveränderung von offenem zu verschlossenem Kind
  • Die schulischen Leistungen lassen stark nach
  • Das Kind will nicht mehr zur Schule, täuscht Krankheit vor
  • Es hat Verletzungen, aber keine Erklärungen dafür
  • Es bringt keine Freunde mehr mit nach Hause
  • Das Kind tyrannisiert jüngere Geschwister
  • Es erzählt nichts mehr von der Schule
  • Es hat zerrissene Bücher oder Kleidung

 

Was tun, wenn das eigene Kind gemobbt wird?

Wenn man den Verdacht hat, dass das eigene Kind von seinen Mitschülern gemobbt wird, sollte man Ruhe bewahren und das Kind behutsam mit dem Verdacht konfrontieren. Vor allem: Nicht ohne Einwilligung des Kindes handeln und dem Kind Beistand zusichern. Eltern können ihren Kindern helfen, indem sie deren Selbstbewusstsein stärken. Notfalls mit einem Selbstverteidigungskurs. Überaus wichtig ist Vertrauen und das Gefühl von Sicherheit, sowohl im Elternhaus als auch in der Schule Rückhalt zu haben. Gerade daran mangelt es den meisten Mobbing-Opfern.

Als Eltern ist es nicht ratsam, den Aggressor selbst zur Rede zu stellen oder mit den Eltern zu sprechen. Wer schlichtend eingreift, kuriert oft nur an der Oberfläche oder verschlimmert sogar das Problem. Beim nächsten Treffen schlägt der Täter aus Wut vielleicht noch härter zu. Die Eltern des Täters zu informieren ist in der Regel auch keine gute Idee. Stellen diese sich hinter ihr Kind, fühlt es sich in seinem Handeln bestätigt und macht weiter wie bisher. Effektiver ist, einen Lehrer ins Vertrauen zu ziehen, der die Angelegenheit stellvertretend regelt. Muss das Kind dennoch weiter leiden, hilft als letzte Konsequenz nur noch ein Schulwechsel.

 

Was können Eltern tun, damit ihre Kinder gar nicht erst Opfer oder Täter werden?

Eltern können mit ihren Kindern von klein auf Verhalten in Konfliktsituationen trainieren. Die Kinder müssen wissen, dass Schlagen kein probates Mittel ist, um sich durchzusetzen. Ebenso wichtig ist, dass sich die Kinder nicht verprügeln lassen, wenn Weglaufen oder Hilfe holen möglich ist. Kinder lernen im Allgemeinen zu selten, Auswege aus Situationen zu suchen, zu erkennen und zu nutzen. Am wichtigsten ist, dass Eltern ihre Kinder stark machen. Ein gutes Selbstbewusstsein ist der beste Schutz. Wer Rückgrat hat, wird selten Opfer, weil Mobber sich bekanntlich lieber die Schwachen vornehmen.

Auch wichtig: Kinder möglichst vor der Außenseiterrolle schützen.
Eltern sollten ihre Kinder ernst nehmen, ihnen Aufmerksamkeit schenken, sie sich ausprobieren lassen und auch mal ein Nein akzeptieren. Es ist entscheidend, dass Kinder lernen, zu sich selbst stehen und auch zu vermeintlichen Mängeln (wie beispielsweise eine Brille). Für Kinder sind klare Regeln und Grenzen wichtig. Eltern sollten auf die Einhaltung bestimmter Regeln achten und auch in der Lage sein, Konflikte bis zum Ende durchzustehen.

Doris Richter

 

Einige Kontaktadressen:

Schulpsychologische Dienste:
Die Beratung ist vertraulich, Telefonnummern gibt's beim örtlichen Schulamt.

"Die Nummer gegen Kummer"gibt anonyme Hilfe, bundesweit und gebührenfrei Tel. 0800/1110333  (Mo.- Fr. von 15-19 Uhr)

Schüler-Notruf-Center hilft Opfern via Internet unter

www.internet-notruf-deutschland.de/HomeD/ 

oder

www.offroadkids.de 

Schüler-Mobbing
http://www.mobbing.gch.de


Schüler-Notruf
http://www.schueler-notruf.de

 

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