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So bleibt die Liebe jung

Auf Wolke Sieben schweben und mit Schmetterlingen im Bauch den Tag erleben. Der Anfang vieler Beziehungen ist vielversprechend und durch Glückshormone geprägt. Ein wunderschönes Gefühl, bei dem Fehler an dem anderen geflissentlich übersehen werden. Doch dieses Gefühl hält in der Regel kein Leben lang. Irgendwann hält der Alltag Einzug, die „Fehler“ des Partner werden sichtbar und nicht nur das: die Marotten fangen an, richtig zu nerven.

Besonders dann, wenn Kinder dazu kommen, wird es immer schwerer, dem Alltag ein Schnippchen zu schlagen. Am Anfang überwiegen die Glücksgefühle über das neue Vater- und Mutterglück, aber die neue Verantwortung und die zusätzlichen Aufgaben nehmen junge Eltern oft so sehr ein, dass sie sich als Paar aus den Augen verlieren.
 
Statt gemeinschaftlich etwas zu unternehmen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, gehen viele Paare irgendwann wieder mehr und mehr ihre eigenen Wege …

Hoppsala Chefredakteurin Kerstin Klimenta hat mit dem vielfach qualifizierten Diplom Psychologen und Pädagogen Albert Wunsch gesprochen, der in eigener Praxis auch als Paar-, Erziehungs- und Konfliktberater tätig ist.

 

Herr Wunsch, was raten Sie Paaren, die durch Nachwuchs immer weniger Zeit füreinander finden?

Albert Wunsch: Jeden Tag erhalten alle Menschen - demnach auch Paare und Eltern - neue 24 Stunden Zeit. Diese ist weder zu suchen noch zu finden, sie kommt von selbst. Es liegt – unter Berücksichtigung der wirklich notwendigen Zeiten - weitgehend an uns, wie wir diese verbleibende nutzen. Wenn z. B. der deutsche Durchschnittsbürger täglich 2,5 – 3 Std. vor TV-Geräten und privat ca. 1,5 Std. vor PC bzw. anderen Multimedia Geräten verbringt, wäre also reichlich Zeit fürs Paarleben zwischen entspannendem Miteinander und kraftgebendem Ausgleich vorhanden. Wichtig für Eltern ist: Auch wenn Kinder etwas Wunderbares für eine Beziehung sind, an erster Stelle steht die Partnerschaft. Schon alleine deshalb, weil ohne stabile und zufriedene Eltern den Kindern auf Dauer der Lebensraum fehlen würde. Ein Leitsatz: Beziehungsprobleme schaffen Erziehungsprobleme; Erziehungsprobleme schaffen Beziehungsprobleme.


Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, damit eine Beziehung auch nach Jahren noch funktioniert?

Albert Wunsch: Wenn eine Beziehung nur noch funktioniert - dass tun Maschinen (oder auch nicht) - ist es meist schon recht spät. Ziel kann nur sein, dass Sie lebendig bleibt. In erster Linie durch gemeinsame positive Erfahrungen. Dabei geht es nicht um ein 'Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität’, sondern um ein gut geerdetes Alltagsleben in gegenseitiger Unterstützung. Das können auch gemeinsam gemeisterte Belastungssituationen sein. Neben einer fairen Verteilung der anfallenden Arbeiten als Paar gehören auch ein paar Tipps für regelmäßige ‚Auftank-Situationen’ dazu. In meinem Buch: "Boxenstopp für Paare" habe ich dazu reichlich Anregungen zusammen getragen, ob dies der "emotionale Zwischendurch-Snack" ein „Positiv-Aperitif" oder der "ultimative Paar-Abend" ist. Und zur Reduzierung alltäglicher Missverständnisse oder Konflikte gibt es die "Hellseher-Stopp-Interventionen", die "Jetzt rede ich Zeit", oder die "Nicht mit der Tür ins Haus fallen Regel" ist. Und wollenden Menschen mit einer großen Neigung für Negativ-Anmerkungen gibt die "1 + 2 Formel", was heißt, dass erst dann einen neue negative Anmerkung geäußert werden darf, wenn zwei positive - echte - Rückmeldungen gegeben werden, einen Veränderungs-Impuls. .


Was raten Sie Paaren, die sich im Laufe der Jahre auseinander gelebt haben? Gibt es überhaupt noch Wege, wieder zueinander zu kommen?

Albert Wunsch: So wie Menschen bewusst oder fahrlässig separate Wege einschlagen, so können sie auch wieder gemeinsame Ziele ansteuern. Sie müssen es nur wollen. Ist dieser Wille aufgrund guter und langjähriger gemeinsamer Positiv-Erfahrungen vorhanden, können Dürrephasen – wie in der Natur – auch wieder zu einem fruchtbaren Miteinander führen. In meiner Paarberatungs-Praxis haben dies viele Paare gelernt. Alleine kommen die meisten jedoch nicht aus solchen ‚Es-geht-einfach-nicht-mehr-Sackgassen’. Ein guter Einstieg dazu ist die Erinnerung, wie sich das Paar kennen und lieben lernte, welche schönen gemeinsamen Zeiten und Erlebnisse sie verbracht haben, kurz die Vergegenwärtigung des Verbindenden. Außerdem hilft auch oft die Einsicht, das es beim nächsten Mann / der nächsten Frau nach einigen Jahren, wenn die notwendigen Auftankphasen ausbleiben, genau so sein wird und eine Trennung, außer einer immensen Kraft- und Geld-Vernichtung, kaum neue Perspektiven bietet.

 

Gibt es Ihrer Meinung nach ein Erfolgsrezept für eine gute und glückliche Beziehung?

Albert Wunsch: Im Grunde ist es das gleiche ‚Rezept’ welches auch erfolgreiche Unternehmer haben: Marktanalyse (was wird gewünscht), Investieren, Produzieren, guter Kundenkontakt und Verlässlichkeit.  Auf Paare übertragen heißt das zu erkunden; was tut meinem Partner meiner Partnerin gut, welche (vielleicht stillen) Wünsche könnte er/sie haben, durch welche Voraussetzungen bzw. Handlungen werden diese Wirklichkeit und wie kann dies im täglichen Miteinander immer wieder neu – in Zuneigung und Wertschätzung - umgesetzt werden? Dabei ist es wichtig, nicht ständig vom Anderen Zuwendung, Beachtung, eine liebevolles Miteinander, gute Startchancen zur erfüllenden Zweisamkeit usw. zu erwarten, sondern diese von sich einzubringen. Auch wenn Regen und Sonnenschein im Jahreslauf nicht durch den Einzelnen beeinflussbar sind, eine miese oder gute Stimmung in Partnerschaft und Familien ist selbst produziert.    

Vielen herzlichen Dank für das Interview.

    

Albert Wunsch ist Diplom Sozialpädagoge, Kunst- und Werklehrer, Diplom Pädagoge, Psychologe und promovierter Erziehungswissenschaftler (Fächerkombination Pädagogik, Psychologie und Kunst) und lehrt seit 2004 Konzepte der Eltern-Qualifizierung, Pädagogik der Kindheit, Methoden der Gesprächsführung, Konflikt-Management und Supervision an der Katholischen Hochschule NRW in Köln. Außerdem hat er Lehraufträge an der Philosophischen Fakultät der Uni-Düsseldorf und an der Hochschule für Oeconomie & Management in Neuss. Zuvor leitete er über viele Jahre das Katholische Jugendamt in Neuss. Weitere Infos unter www.albert-wunsch.de

 

 

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