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Musik hilft heilen

Gemeinsames Musizieren oder Singen kann sehr beglückend sein. Es hebt die Stimmung und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Doch Musik kann noch mehr: Sie kann Heilungsprozesse fördern.

 

Singen hebt die Stimmung und steigert die Abwehr

Glücksgefühle beim Musikhören führen dazu, dass das Motivationshormon Dopamin und das Glückshormon Endorphin in den Belohnungszentren des Gehirns ausgeschüttet werden. Das haben Untersuchungen gezeigt. Gemeinsame musikalische Erlebnisse wie Chorsingen lassen zudem Gefühle von Geborgenheit aufkommen, erhöhen die Konzentration des „Kuschelhormons“ Oxitocin – und führen zur verbesserten Immunabwehr durch vermehrte Bildung von Immunglobulin A. Chorsingen als Immuntherapie?

Tatsächlich belegen viele Untersuchungen, dass sich Chorsängerinnen und -sänger nach dem Singen besser fühlen. Und nicht nur das: Durch Studien verdichten sich Hinweise, dass das gemeinsame Singen die lokale Immunabwehr in den oberen Atemwegen anregt. Singen wirkt demnach gleich in zwei Richtungen: Es baut Stress und Stresssymptome ab und stärkt zugleich die körperlichen Abwehrkräfte.

In einer amerikanischen Studie verglichen Forscher die Gesundheitsdaten von Chorsängern im Alter von mehr als 70 Jahren mit Daten von Nichtsängern gleichen Alters: Die Hobbysänger verbrauchten im Untersuchungszeitraum weniger Medikamente, besuchten seltener einen Arzt und erlitten weniger Stürze im Vergleich zu ihren Altersgenossen.

 

Aktive Musiktherapie bei Sprach- und Bewegungsstörungen

Wer ein Instrument erlernt, vernetzt verstärkt Hirnzentren, die für das Hören, das Sehen und das Bewegen zuständig sind. Diese Vernetzung von Hirnarealen und die Aktivierung weit verteilter neuronaler Netzwerke verstärken letztlich die Plastizität des Gehirns. Dies kann in der Rehabilitation gezielt genutzt werden, z. B. bei Sprachverlust nach einem Schlaganfall.

Ein musikunterstütztes Training kann auch in der Therapie von Feinmotorikstörungen eingesetzt werden. Hier lernen Patienten z. B. nach einem Schlaganfall, mit der betroffenen Hand Klavier zu spielen. Dabei ist der erklingende Ton eine präzise Rückmeldung für den Bewegungserfolg der einzelnen Finger. Diese Rückmeldung verbessert die zeitliche und räumliche Kontrolle der Fingerbewegungen und führt zu einem großen Zugewinn von feinmotorischen Fertigkeiten im Alltag. Übrigens übertrifft das Spielen auf dem Klavier deutlich die Effekte von Finger-Funktionstrainings ohne akustische Rückmeldung. Die positiven Emotionen beim Musizieren erhöhen die Motivation und geben den Betroffenen nach der Katastrophe des Schlaganfalls wieder Optimismus und Lebensmut zurück.

 

Blasinstrumente stärken Asthmatiker

Ein weiterer heilender Aspekt des Musizierens beruht auf rein physischen Effekten: So stärkt das Spielen von Blasinstrumenten die Atemwegsmuskulatur und steigert die Lungenfunktion – wovon besonders Asthmatiker profitieren. Studien, durchgeführt mit jungen Asthmapatienten, haben gezeigt, dass dadurch die Häufigkeit von Asthmakrisen (Exazerbationen) reduziert wird.

 

Quellen:
(1) Techniker Krankenkasse: Musik in der Medizin
(2) Blasinstrumente sind für Asthmakranke nicht tabu; Ärzte Zeitung vom 01.07.2009
(3) Eckart Altenmüller, Gottfried Schlaug: Neurologic music therapy: The beneficial effects of music making on neurorehabilitation; Acoust. Sci. & Tech. 34/1, 2013.
(4) Gunter Kreutz: Singen und Wohlbefinden


Weitere Infos auf:  www.dgk.de
Foto: Dieter Schütz / www.pixelio.de

 

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