Hoppsala
 

Die Struktur von hoppsala.de alle Inhalte

Du bist hier: Home »» Seite für Kinder »» Spiel & Spaß »» Geschichten

Suchen

Home

Journal

Pädagogik

Junge Familie

Gesundheit

Ernährung

Freizeit & Feste

Kindergeburtstage

DIY - Selbstgemacht!

Seite für Kinder

News für Kids

Kreativ-Club

Thema Spezial

Wieso & Warum

Natur & Umwelt

DonnerWetter!

Einfach tierisch!

Reportage

Kinderhelden

Rund um die Welt

Fußball

Pias Ponyseite

Spiel & Spaß

Spielen & Rätseln

Desktop-Bilder

Kinderkunst

Malvorlagen

Geschichten

Tolle Links

Spieltipps

Dies & Das

Kochecke für Kinder

Einfach einzigartig: Kunst!

Kindermedien

 

Bücher für Kids & Co

Gewinnspiele

Impressum

 

Aus der Bücherecke

Ein Nashorn namens Clara

lesen


Zurück zur letzten Seite Druckversion Seite empfehlen Einen Kommentar schreiben

 

Filomenus - der Wetterhahn von Aulendorf

Die Geschichte vom goldenen Wetterhahn Filomenus der Mutige, der einst in Aulendorf seinem Dienst nachging.

Das Huhn Veronika ging auf Reisen. Sie wanderte vom Bodensee nach Aulendorf, denn dort wohnte ihre Cousine Anette, die sie schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte.

Veronika trippelte auf einer einsamen Landstraße, als ihr ein schöner weißer Hahn entgegen kam. Er grüßte sehr freundlich und fragte sie nach ihrem Reiseziel. Als Veronika ihm von ihrer Cousine Anette erzählte, ging ein Strahlen über das Gesicht von Leander, mit diesem Namen stellte sich der schöne weiße Hahn vor. Anette kannte er sehr gut. Er war sogar schon öfter mit ihr in der Disco zum Tanzen. Leander erbot sich Veronika die letzte Wegstrecke zu begleiten.

Leander war nicht nur sehr schön, sondern er konnte auch gut Geschichten erzählen. Während sie so dahingingen unterhielt er Veronika mit einer Geschichte über seinen Ur-Ur-Ur-Großvater, der Filomenus der Mutige genannt wurde:

"Filomenus der Mutige war ein prächtiger goldener Wetterhahn auf der höchsten Turmspitze, der normalerweise gut bewachten Burg von Aulendorf.

Der Burgherr war zu dieser Zeit Ritter Kunibert, genannt Kuni der Starke.
Da, als diese Geschichte sich zutrug, gerade tiefer Frieden herrschte, beschloss Ritter Kuni der Starke mit Freunden und Dienern zu einer großen Jagd aufzubrechen. Sie ritten auf ihren Pferden durch das Burgtor, über die Brücke des Burggrabens hinaus in die weiten Wälder der Umgebung um reiche Beute zu machen.

Filomenus der zu diesem Zeitpunkt nur Filomenus hieß, ohne den Beinamen "der Mutige", schaute ihnen lange nach und wunderte sich, dass sie niemanden zum Schutze der Frauen und Kinder in der Burg zurückließen.

Filomenus schaute dem Treiben und Spielen der Kinder im Burghof eine Weile zu und danach beobachtete er wieder sehr gewissenhaft die Umgebung.

Im nahen Wald zwischen den Bäumen bewegte sich etwas. Es war nicht Ritter Kuni mit seinen Jagdfreunden, das stellte Filomenus sofort fest. Die Ritter waren in eine andere Richtung gezogen und nur noch als winzige Punkte in der Ferne zu sehen.

Wer schlich sich da immer näher an die unbewachte Burg heran? Filomenus wollte es genau wissen. Er schärfte seinen Blick und zu seinem großen Entsetzen erkannte er, an seinem schwarzen spitzen Hut, den Räuberhauptmann Egon der Wilde. Er war der Anführer eines schrecklichen Haufens von Dieben und Räubern.

Sofort schickte der goldenen Filomenus sein lautestes und schrillstes "Kikerikikie" dreimal lang und dreimal kurz in die Richtung, in der Ritter Kuni der Starke und sein Gefolge verschwunden waren. Aber sie waren schon zu weit weg. Sie hörten zwar den Alarmruf von Filomenus, sie drehten auch sofort um, aber Egon der Wilde hatte bereits das Burgtor durchritten.

Filomenus musste die Frauen und Kinder retten. Todesmutig stürzte er sich in die Tiefe und schlug genau auf dem Kopf des Räubers auf. Dieser sank erschlagen von seinem Pferd und sein wilder Haufen ergriff darauf panikartig die Flucht und ritt den zurückeilenden Rittern gerade in die Arme. Diese konnten die meisten der Räuber und Diebe fangen. Die, die ihnen entwischten waren so erschrocken, dass sie gelobten fortan ehrliche Arbeit zu verrichten und das Räubern in Zukunft zu lassen.

Filomenus bekam an diesem Tag den Beinamen "der Mutige". Er hatte beim Sturz vom Dach ein Bein gebrochen, das ihm ein kundiger Schmied allerdings schnell wieder anschweißte. Eine goldenen Schwanzfeder verlor er leider auch beim Aufprall auf des Räuberhauptmanns Kopf. Diese Feder ist heute noch im Museum zu besichtigen.

Die Herren von Aulendorf waren ihrem Wetterhahn so dankbar, dass sie ihm einen großen Hühnerhof einrichteten, über den Filomenus uneingeschränkt herrschen konnte und bis an sein seliges Ende lebte er glücklich und hochverehrt im Kreise seiner Lieben. Dieser Hühnerhof war der Vorläufer der heutigen Hühnerfarmen, die mit dem geruhsamen Leben zur damaligen Zeit leider nichts mehr gemeinsam haben.

Auf die Turmspitze wurde ein neuer Wetterhahn gesetzt, der aber an Schönheit und Mut nicht mehr mit meinem Ur-Ur-Ur-Großvater vergleichbar war."

Als Leander schwieg, weil die Geschichte zu Ende war, schaute Veronika bewundernd zu ihm auf. Sie hätte noch Stunden so neben ihm her trippeln können und seinen Erzählungen lauschen, aber sie waren in Aulendorf angekommen.
Leander führte sie zuerst in den Hof der Burg. Heute war es ein prächtiges Schloss. Einen goldenen Wetterhahn konnte Veronika nirgends entdecken und so dachte sie, dass Leanders Geschichte von seinem Ur-Ur-Ur-Großvater sehr schön und spannend, aber sonst erfunden war.

Leander brachte sie anschließend zu ihrer Cousine Anette, allerdings nicht ohne sich vorher mit Veronika für die Disco zu verabreden.
Anette freute sich riesig über Veronikas Besuch und lud sie ein, so lange sie wollte zu bleiben.
Veronika gefiel es sehr gut und sie blieb sehr lange, das heißt, sie blieb für immer. Der Grund war Leander, der so schöne Geschichten erzählen konnte. Sie glaubte sie zwar nicht, sie amüsierte sich aber dabei köstlich.
Eines Tages kam es wie es kommen musste, Veronika wurde Leanders Frau und legte auch sofort ein Ei. Und welch ein Wunder! Das Ei war perfekt geformt und hatte rote Punkte. Es war der Gesprächsstoff des ganzen Hofes.
Alle waren gespannt auf das zweite Ei. Würde es genauso schön wie das erste werden? Schon einen Tag später lag es im Nest. Es hatte grüne Streifen und war wirklich genauso wunderschön wie das erste Ei.
Im Hof wurden darauf Wetten abgeschlossen, wie würde das nächste Ei werden. Das dritte Ei ließ zwei Tage auf sich warten. Unter vielen "Aaaaahs" und "Oohhs" presste Veronika ein blaugeflecktes Ei aus ihrem Hintern. 20 Stunden später kam die Nummer Vier aus ihr heraus. Nummer Vier war kariert. Ja wirklich, sie war rot, grün und blau kariert. Die meisten Hühnerdamen erblassten vor Neid beim Anblick von Veronikas Eierpracht.

Konnte es noch eine Steigerung geben? Wie würde das nächste Ei sein? Ihr könnt es euch nicht vorstellen, es war zartgelb marmoriert. Die Nummer Sechs, die wiederum zwei Tage auf sich warten ließ war braun marmoriert. Wie ein sanfter Schokokuss lag es plötzlich im Nest und zehn Stunden später kam ein langweiliges, nichtssagendes weißes Ei dazu. Veronika schämte sich fast für dieses ganz normale Ei und war so enttäuscht darüber, dass sie beschloss ab sofort keine weiteren Eier mehr zu legen und statt dessen ihre bisherigen Kunstwerke auszubrüten.

21 Tage saß Veronika auf ihren sieben Eiern. Leander kümmerte sich in dieser Zeit sehr liebevoll um sie. Jeden Tag brachte er ihr besondere Leckerbissen. Wenn Veronika dabei war den Mut zu verlieren weil es so lange dauerte, heiterte er sie mit einer witzigen Geschichte wieder auf bis endlich ein zaghaftes Kratzen aus den Eiern unter ihrem heißen Bauch zu hören war. Alle Hühner trafen sich plötzlich, natürlich nur rein zufällig in der Nähe von Veronikas Gelege.

Leander wich ihr jetzt nicht mehr von der Seite. So neugierig und erwartungsvoll war er noch nie in seinem Leben.
Der große Moment nahte. Das erste Küken streckte seinen Kopf aus seiner rot gepunkteten Schale und siehe es sah genauso aus. Weißer Flaum und rote kleine Punkte zierten es. Veronika strich ihm liebevoll die letzten Schalenreste vom Kopf und da hüpfte auch schon ihr zweites Kind aus seinem Ei. Jadegrüne in der Sonne leuchtende Streifen schmückten es. Blaugefleckt wie sein Ei war Küken Nummer Drei und kariert von Kopf bis Fuß drängte sich die Nummer Vier ans Tageslicht. Wie Nummer Fünf und die Nummer Sechs aussahen kann sich jeder denken. Sie waren zartgelb marmoriert und schokoladenbraun.

Sobald sich eines der Küken dem Hof zeigte ging ein bewunderndes Raunen, ein "toll", ein "cool" und dann begeistertes Klatschen durch die Reihen der Anwesenden.

Wie die Nummer Sieben aussehen würde glaubten alle bereits zu wissen. Keiner wollte abwarten bis auch das letzte Küken geschlüpft war. Die Hühner verliefen sich. Nur Leander wartete geduldig auf sein letztes Kind, um auch dieses liebevoll in die Arme zu schließen. Es dauerte etwas länger als bei den ersten sechs Küken bis sich in dieser Schale etwas rührte. Veronika war bereits ungeduldig und als vom siebten Ei die Schale platzte schaute sie gar nicht richtig hin. Sie hätte es aber tun sollen, denn dieses Küken war wirklich das außergewöhnlichste und interessanteste Küken das die Welt jemals gesehen hatte. Obwohl es noch ein Baby war, war alles an ihm perfekt. Es war der niedlichste winzige Hahn, der auf diesem Hühnerhof jemals das Licht der Welt erblickte. Er war blütenweiß mit einem goldenen Kamm und drei goldenen, im Sonnenlicht glänzenden Schwanzfedern. Leander umfing seinen Letztgeborenen zärtlich mit seinen großen Flügeln und zeigte ihn stolz dem Rest seiner Familie und allen Nachbarn.

Als Veronika ihren Jüngsten genau ansah wusste sie plötzlich, dass Leander nie gelogen hatte. Alle seine Geschichten vom Ur-Ur-Ur-Großvater, dem goldenen Wetterhahn Filomenus der Mutige, waren wahr. Es gab ihn wirklich. Ihr kleiner Sohn mit dem goldenen Kamm und den goldenen Schwanzfedern war der Beweis.

Veronika bat Leander um Verzeihung für ihren Zweifel und wollte sofort nochmals die Geschichte hören von Filomenus dem Mutigen, wie er die Frauen und Kinder in der Burg von Aulendorf rettete und dafür vom Ritter Kuni dem Starken die erste Hühnerfarm der Welt geschenkt bekam.

Ulla Neumann
www.ulla-neumann.de

Foto: www.photocase.de

 

Hier findet Ihr weitere Artikel aus unserem Bereich Geschichten

nach oben

Zurück zur letzten Seite
Druckfähige Version dieser Seite
Diese Seite empfehlen
Meinung zu diesem Artikel schreiben



Quicklinks



 

© hoppsala.de | Entwicklung: HEIM:SPIEL | Datenschutz