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Bastian, die kleine Fledermaus

Fledermäuse gehören zu den Säugetieren, wie Kühe, Pferde und Schweine, doch sind sie die Einzigen, die fliegen können. Das machen sie mit ihren Armen, die unseren sehr ähneln, denn auch die Fledermaus hat Ellbogen, Daumen und Finger, nur ist darüber ein großes schwarzbraunes Tuch gespannt, das ein bisschen aussieht wie dünnes Leder. Das sind die Flügel. Sie haben ein ganz niedliches, mit Fell besetztes Gesicht, das einer Katze oder einem Hund ähnelt. Fledermäuse schlafen tagsüber in Höhlen oder alten Scheunen, auf staubigen Speichern, oder anderen unbewohnten, dunklen Ecken. Sie schlafen immer mit dem Kopf nach unten. Dafür krallen sie sich in einer Spalte oder an einen Ast fest. Fledermäuse können nicht besonders gut sehen. Das ist aber auch nicht schlimm, denn sie haben besonders große und empfindliche Ohren, mit denen sie sich orientieren können. Die benötigen sie, wenn sie in der Nacht nach Futter suchen.

Es gibt Fledermäuse die gerne Insekten verspeisen oder das Blut von Kühen oder Schafen trinken. Aber keine Angst, die Tiere merken kaum, dass sich jemand an ihnen stärkt. Das ist ähnlich wie bei einer Mücke. Und auf Menschen fliegen Fledermäuse schon gar nicht, dafür sind sie viel zu scheu. Manche ihrer Artgenossen essen aber viel lieber Früchte und Blumennektar. So eine Fledermaus ist Bastian.

Er ist eine kleine Fledermaus, viel kleiner als seine Verwandten, die mit ihm in einer dunklen, tiefen Höhle leben.

Ansonsten aber ist Bastian ganz normal, nur hat er ein Problem: Immer wenn er sich am frühen Morgen, nach einem langen Nachtausflug, mit seiner Familie zum Schlafen an die Decke ihrer Höhle hängt, beginnt nach kurzer Zeit sein Kopf schrecklich zu schmerzen. Und so fliegt er, mehr als seine Familienmitglieder, in den Nächten herum, um ganz müde zu werden. Aber das nützt nichts. Sobald er sich schlafen "hängt", bekommt er Kopfweh. Dann flattert Bastian ganz leise aus der Höhle heraus, um niemanden aufzuwecken. Vorsichtig fliegt er am hellen Tag durch den Wald. Das ist sehr interessant für ihn, denn bei Sonnenschein nimmt er ganz andere Geräusche und Tiere wahr als in der Nacht. Dabei ist er müde und würde viel lieber schlafen, aber dann plagen ihn wieder diese schrecklichen Schmerzen.

Irgendwann ist Bastian so verzweifelt und unkonzentriert, dass er, während eines Tagesausfluges, gegen einen Baum prallt. Da liegt er nun, auf dem weichen, mit Moos bedeckten Waldboden, erschöpft, mit einer dicken Beule am Kopf.
Kann ich jetzt hier liegen bleiben?, denkt er so. Und wenn ein Fuchs kommt und mich frisst? Aber es ist so schön, hier zu liegen und zu schlafen. Aber Fledermäuse schlafen doch nicht im Liegen! Mir egal!, denkt Bastian und fällt in Ohnmacht.

Doch schon bald wird er wieder geweckt. Jemand zupft und ruckt an ihm und ruft: "Aufstehen, du komischer Vogel. Los, wenn du nicht gefressen werden willst. Aufstehen!" Nur langsam wird Bastian wach und schaut mit trübem Blick in die Augen eines Vogels. Es ist keine Fledermaus, das ist ihm klar. Da er, wie alle Fledermäuse, nicht so gut sehen kann, weiß Bastian nicht, um was für eine Art es sich handelt.

Er stottert: "Was, was bist du?", und erhält eine genervte Antwort: "Ein Spatz. Nun steh auf! Kannst du denn nicht fliegen?"
Doch, das kann Bastian. Aber er ist ja noch so müde. Plötzlich hört er lautes Hundegebell. Erschrocken fährt er in die Höhe und fliegt hoch hinauf. Quasselnd folgt der Spatz ihm: "Was machst du denn da unten? Bist du gegen den Baum geprallt? Mein lieber Uhu, du musst ganz schön daneben sein, wenn du den dicken Stamm nicht siehst."

Der Spatz flattert hoch in den Baum, unter dem Bastian bewusstlos gelegen hat und setzt sich auf den höchsten Ast. "Komm, setz dich zu mir und erzähl mir, wer du bist!"
"Ich kann mich nicht setzen!", bekommt er zur Antwort.
"Was?" fragt der Spatz ungläubig.
"Ich kann mich nur hinhängen. Ich bin eine Fledermaus", gibt Bastian stolz preis. Doch dann sagt er traurig: "Ich kann mich nur hinhängen, aber dann kriege ich immer Kopfschmerzen."
"Das ist in der Tat ein Problem", gibt der Spatz zu. "Hast du es denn schon mal versucht? Ich meine, dich hinzusetzen?"

Bastian überlegt einen Augenblick, doch dann schüttelte er seinen kleinen Kopf - so heftig, dass seine großen Ohren von einer Seite zu anderen wackeln.
"Dann musst du es ausprobieren!", rät der Spatz ihm klug. Doch Bastian hat Einwände: "Niemand von uns setzt sich auf einen Baum, wir hängen uns immer hin."
"Aber wenn du Kopfschmerzen bekommst, dann muss du dich hinsetzen. Nun, los, versuch's!", drängt der Spatz.

Zögernd flattert Bastian auf den Spatz zu. Unsicher kreist er um den Ast herum, denn er weiß gar nicht, wie man sich hinsetzt. Ängstlich sagt er: "Ich weiß nicht, wie das geht!" "Mein lieber Uhu, seid Ihr alle so komische Vögel?", schimpft der Spatz.
Traurig schaut Bastian ihn an.
Der Spatz fliegt in die Luft, dreht ein paar Runden und setzt sich dann, vorsichtig, mit den Füßen zuerst, auf den Ast.
"Jetzt du!", sagt er zu Bastian.
Auch er fliegt genauso hoch, dreht ebenfalls ein paar Runden und versucht dann, sich langsam auf seine Füße zu setzen. Und siehe da: Für wenige Sekunden sitzt er ganz stolz neben dem Spatz. Doch als er ihn gerade freudig anlächeln will, da ... plötzlich ... beginnt er hin und her zu schwanken, und schwups ... verliert Bastian das Gleichgewicht und sein Körper kippt nach vorne über. Doch Bastian wäre keine Fledermaus, wenn er sich nicht gut mit den Krallen festhalten könnte und so fällt er nicht zu Boden, sondern baumelt kopfüber an dem Ast hin und her, wie eine Schaukel im Wind.

"Hubs", sagt der Spatz. "Das ist ja schlimmer, als ich dachte!"
Er dreht seinen kleinen Spatzenkopf so zur Seite, dass er Bastian wieder gerade sehen kann. "Und wie hängt es sich da unten?" , fragt er.
"Mein Kopf... ich krieg' schon wieder Kopfschmerzen!", stöhnt Bastian und fliegt erneut in die Lüfte. Er ist so traurig, dass er beinah weinen muss.
Der kleine Spatz hat Mitleid mit dem komischen, schwarzen Vogel und flattert zu ihm. Freundschaftlich stupst er Bastian ein wenig mit dem Schnabel an und sagt: "Du musst üben, nur dann klappt es. Komm, ich helf dir!"

Und so probieren sie den ganzen Tag lang. Doch immer wieder kippt Bastian entweder nach hinten oder nach vorne. Er wird immer trauriger und müder und will schon aufgeben, doch der kleine Spatz ermuntert ihn und hilft ihm. Er versucht sogar, Bastian zu stützen, damit er nicht wieder umkippt, doch das hilft auch nicht. Im Gegenteil, Bastian schubst dabei den kleinen Spatz in die Tiefe. Doch bevor der auf den Boden prallen kann, fängt er sich und fliegt auf den Ast zurück.

Du musst dein Gleichgewicht halten. Benutze deine Flügel oder deine großen Ohren ....", und ganz beiläufig fügt er leise hinzu: "So große Ohren habe ich noch nie gesehen!"
Das will Bastian versuchen. Er flattert also erneut auf den Ast zu, setzt sich langsam darauf, aber lässt die Flügel ausgebreitet, um zu balancieren. Und siehe da... es funktioniert. Ja, wahrhaftig: Es geht! Bastian sitzt aufrecht auf dem Ast! Er kippt nicht nach vorne, er kippt auch nicht nach hinten. Er sitzt kerzengerade und lacht.
Der kleine Spatz fliegt um ihn herum und begutachtet die Haltung: "Das sieht gut aus, das sieht richtig gut aus. Du schaffst es. Ja, jaaa!", jubelt er und beginnt ein kleines Freudenlied zu zwitschern.

Doch das verunsichert Bastian ein wenig. Er wackelt und wankt, und plumps .... stürzt er wieder nach hinten über.
Doch jetzt hat er neuen Mut gefasst. Er weiß, dass er es schaffen kann, wenn er nur will. So übt er auch noch die ganze Nacht und den darauf folgenden Tag.
Der kleine Spatz weicht nur von seiner Seite, wenn er Hunger bekommt. Dann bringt er auch Kirschen und andere Früchte für Bastian mit. Wenn sie gegessen haben, feuert der kleine Spatz seinen neuen, komischen, schwarzen Vogelfreund an. Bastian ist sehr glücklich, den Spatz getroffen zu haben, und er verspricht, ihn oft zu besuchen. Und das macht er auch! Immer, wenn die anderen Fledermäuse im Morgengrauen in die Höhle zurückkehren, eilt Bastian zu dem Baum, an dem sie sich das erste Mal getroffen haben. Meist sitzt der kleine Spatz schon da und wartet, oder er kommt bald nach, wenn Bastian früher angekommen ist.

Am Anfang muss der Spatz die kleine Fledermaus noch trösten, weil seine Verwandten über ihn lachen. Denn nun sitzt er ja beim Schlafen, während alle anderen immer noch von der Decke herunter hängen. Aber mit der Zeit werden die alten Fledermäuse die Hänselei leid und akzeptieren es, dass Bastian eben anders schläft als sie. Wichtig alleine ist ja auch nur, dass es Bastian gut geht. Und er fühlt sich gut, sehr gut. Das verdankt er ganz allein seinem kleinen Freund - dem Spatz!

Copyright by Nicole Rensmann

Alle Veröffentlichungsrechte vorbehalten.

Veröffentlich im Sammelband "Ariane, Bastian, Luzifee und Co."
Vielen Dank an die Autorin und die KuC Buchoase für diese Geschichte.

 

 

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