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Mein erstes Jahr mit dem Kind

Millennium: das Jahr 2000, dass wohl allen in  Erinnerung bleiben wird. Jeder Mensch hat Träume, Wünsche, Ziele und ein Lebensmotto, dass ihn begleitet. Mein Lebensmotto ist „ Verträume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume! und „Take it easy- Have fun and everything will come!”
Ende 1999, ich hatte mein Leben noch einmal komplett neu geordnet. Nichts war mehr so wie früher. Ich hatte einen neuen Job, eine neue Beziehung, eine neue Wohnung und auch meine Träume,  Wünsche und Ziele hatten sich verändert. Hatte mich im Vorfeld nie der Kinderwunsch geplagt, so war er plötzlich das Wichtigste in meinem Leben und ehe ich mich versah, war mir übel und ich war schwanger!

Die Monate der Schwangerschaft kommen einem vor, als würden sie niemals enden. Wahrscheinlich, weil man ungeduldig ist und es nicht erwarten kann endlich sein Baby in den Armen zu halten. Vielleicht aber auch, weil man plötzlich an nichts anderes mehr denken kann, als an die Geburt, an mögliche Komplikationen, an das künftige Leben mit dem Baby.
Man liest Schwangerschaftsbücher, Elternzeitschriften und versucht so viel wie eben möglich über das Leben mit dem Baby zu erfahren.

Und dann ist der Tag da! In meinem Fall nicht gerade plötzlich und unerwartet, sondern zehn Tage über dem errechneten Termin. Man sollte meinen, meinem Baby hat es ganz gut im Mutterleib gefallen und es hatte es nicht gerade eilig das Licht der Welt zu erblicken.
Also wurde die Geburt eingeleitet und nach einigen Stunden konnte ich endlich meine kleine Prinzessin Johanna in den Armen halten. Dieses Gefühl ist einfach überwältigend und unvergesslich. Nichts auf der Welt kann dieses Glücksgefühl beschreiben oder einem im Vorhinein irgendwie erklären. Es ist einzigartig und überwältigend. Einfach schön!
Eine Geburt kann anstrengend und schwer sein und dennoch hat man die Schmerzen und all das schon in dem Moment vergessen, wenn man sein Baby zum ersten Mal in den Armen hält.

Es ist schon sehr hilfreich, wenn man sich dazu entschließt die ersten Tage mit dem Baby in der Klinik zu bleiben. Hebammen, Kinderschwestern und Ärzte stehen einem rund um die Uhr zur Verfügung. Alleine die ersten Versuche das Baby zu stillen werde ich im Leben nicht vergessen. Am liebsten hätte ich gleich nach den ersten Anlaufschwierigkeiten wieder aufgehört. Doch dank der Unterstützung habe ich durchgehalten und ich muss sagen, dass das Stillen mit die großartigste und wunderbarste Erfahrung in meinem ganzen Leben war.

Am Tag der Entlassung aus der Klinik fährt man mit dem kleinen Erdenbürger im Maxi Cosi nach Hause. Die Bodys, die Strampel, die Jäckchen, alles ist noch viel zu groß und man fragt sich,   ob das Baby wohl jemals dort hinein passen wird.

So klein ein Baby auch ist, es stellt das ganze Leben von Mama und Papa auf den Kopf. Johanna war glücklicherweise ein zufriedenes und unkompliziertes Kind. Sie hat sich satt getrunken und sehr viel geschlafen. Irgendwie waren wir mit ihr sehr verwöhnt.

Eine weniger erfreuliche Zeit begann dann mit den sog. Monatskoliken. Sie muss eine Menge Schmerzen gehabt haben und hat manchmal über Wochen kaum bzw. keinen Stuhlgang gehabt. Es war für uns eine schlimme Zeit. Sie hat sehr viel geschrieen und einige Einläufe über sich ergehen lassen müssen.

Unvergesslich bleibt auch das erste Möhrengläschen und ihr Gesichtsausdruck, als hätten wir sie vergiften wollen. Doch von Tag zu Tag schien ihr der Genuß von Möhren, Kartoffeln und anderen Babydelikatessen ihr dann doch zu schmecken. Ihre Favoriten waren und blieben allerdings für lange Zeit die verschiedensten Obst und Getreidegläschen.

 

-2-

Die Kleine hat unser Leben schon sehr verändert.
Trotz der sog. Nachgeburtlichen Depressionen, die nach vier Monaten aus dem Nichts kamen, bleibt das erste Jahr Unvergesslich. 

Über dieses und jenes hatte ich mich während der Schwangerschaft informiert, aber dass einem die Hormonumstellung nach der Geburt derartige Angstzustände und Panikattacken bereiten könnte, davon hatte ich nirgends etwas gelesen oder gehört. Ich hatte vom sog. Baby Blues etwas mitbekommen, mich aber nicht weiter damit auseinandergesetzt.

An dieser Stelle möchte ich besonders meiner Familie danken. Sie waren alle immer für mich da, hatten Verständnis und haben meine Probleme sehr ernst genommen. Dank der heutigen Medizin habe ich die Monate unbeschadet überstanden.

Mit Kindern sieht man die Welt plötzlich mit ganz anderen Augen. Man besucht Babyschwimmkurse, geht in Krabbelgruppen und lernt sämtliche Spielplätze im näheren Umfeld kennen. Man sucht Kontakt zu Gleichgesinnten, um sich mit ihnen austauschen und wächst so nach und nach in die  Rolle als Mutter hinein. Man ist nicht mehr frei und alles muss organisiert und geplant werden. Ein noch so kleiner Ausflug ähnelt einer Urlaubsreise. Insbesondere nach der Stillzeit schleppt man so einiges an Babyutensilien mit sich herum. Milchpulver zum Zubereiten, Gläschen, Wickelzubehör, Wechselkleidung, Spielzeug und Kinderwagen. Man darf wirklich nichts vergessen!

Im ersten Jahr passiert schon eine ganze Menge. Johanna begann, nachdem sie krabbeln konnte gleich damit aufzustehen. Sie zog sich an jedem Stuhl, Tisch oder Schrank hoch und fiel gleich wieder um. Sie dachte überhaupt nicht daran erst einmal sitzen zu lernen. So musste sie einige Beulen ertragen und ich überlegte schon ihr einen Sturzhelm anzuziehen. Ihre Zähne ließen auch auf sich warten, doch dann kam einer nach dem anderen.

Sie war schon nach den anfänglichen Bewegungsschwierigkeiten ein regelrechter Wildfang und ständig auf Entdeckungstour. Vor ihr war rein gar nichts mehr sicher. Sämtliche Kindersicherungen wurden gekauft und an Schranktüren, Schubladen, am Kühlschrank und Herd angebracht. An den Treppen wurden Gitter montiert und ein Laufstall wurde angeschafft. Trotz aller Absicherungen gelang es der Kleinen immer wieder Unerlaubtes in die Finger zu bekommen. Es musste ein neuer, abzuschließender TV Schrank her und alles in Griffhöhe musste weggeräumt werden. Jegliches „Nein“ schien bei ihr nicht anzukommen. Jedenfalls interessierte es sie nicht wirklich. So machte sie halszehrbrecherische Akrobatikübungen im Hochstuhl und ließ keinen Versuch aus, aus ihrem Bettchen zu klettern oder die Reling an der Treppe zu überwinden.  Alles, was ihr in die Hände fiel, musste untersucht werden und war im Anschluss meistens nicht mehr zu gebrauchen.

Im Laufstall hatte sie glücklicherweise die Ruhe sich mit ihrem Spielzeug zu beschäftigen und keine Dummheiten anzustellen. Im Beisein anderer Kinder war sie ein kleiner Frechdachs, der grundsätzlich das tat, was ihr gerade in den Sinn kam.

Die ersten Töne, das erste Mama, Papa, die ersten Worte klingen wie Melodien in den Ohren. Es ist schon toll, wenn man als Mutter die Möglichkeit hat, all diese Dinge mitzuerleben. Heutzutage ist es nicht immer selbstverständlich, dass man die ersten Jahre mit den Kindern verbringen kann. Der finanzielle Schuh drückt schon sehr häufig und die Rahmenbedingungen sind nicht immer gegeben. Grundsätzlich bin ich froh darüber den ersten Schritt, das erste Wort, die Entwicklungen meiner Kleinen erlebt zu haben.


-3-

Da ich gerne Briefe schreibe und mich über Post sehr freue, hatte ich im ersten Jahr sehr häufig allen Grund zur Freude. Ständig kamen neue Informationen, Produktproben, Kleinigkeiten für mein Baby von sämtlichen Babyproduktherstellern ins Haus geflattert.
Es war immer wieder schön, die nett gestalteten Päckchen zu öffnen und den Inhalt zu bewundern. So hatte meine Kleine die Möglichkeit vielerlei Babykost zu probieren und ihre Favoriten zu finden.

Die ersten Monate vergingen im Nachhinein betrachtet sehr schnell. Es war eine herrliche Zeit. Die vielen Spaziergänge, das tägliche Schmusen mit der Kleinen, das Stillen, Füttern, Baden, all das möchte ich niemals im Leben mehr vergessen.

Johanna war schon sehr skeptisch, als ich sie zum ersten Mal in Ihrem Babyeimer badete. Irgendwie schien es ihr nachher besser zu gefallen mit Mama oder Papa ein Bad zu nehmen.

Der erste Besuch beim Friseur war schon sehr aufregend. Drei Erwachsene versuchten die Kleine mit Spielzeug und Bilderbüchern abzulenken, damit die Friseuse ihr die ersten Löckchen abschneiden konnte.

Mittlerweile sind schon vier Jahre vergangen und wir durften ein weiteres aufregendes Jahr mit unserer Kleinen und ihrem Brüderchen erleben. Irgendwie hatte man ja alles schon einmal erlebt. Deshalb ging sein erstes Jahr noch viel schneller vorbei.

Es ist schon großartig, wenn man an das erste Oster- und Weihnachtsfest , an St. Martin, die Laternenumzüge, den Nikolaus, Karneval und den ersten Geburtstag zurückdenkt. Plötzlich erinnert man sich selber wieder an die schönen Dinge, die man in seiner eigenen Kindheit gemeinsam mit den Eltern erleben durfte. Vieles was einem vor den Kindern  wichtig erschien, ist plötzlich unwichtig geworden.

Das Zusammenleben mit den Kindern ist schon sehr aufregend und spannend, manchmal der pure Stress. Dennoch sind Kinder das Schönste auf der Welt und Ihr Lachen wertvoller, als alles Geld der Welt. Mit den Kindern hat sich mein Traum erfüllt.

 

Ein Bericht von Simone Lenz

 

Informationen zum Thema Postnatale Depression oder Baby Blues bekommen Sie hier >>

 

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